Behandlung angeborener Herzfehler im Erwachsenenalter
| Kontakt | Telefon | |
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| Ärztliche Leitung u. Sprechstunde | Dr. med. Stephan v. Bardeleben, EMAH-Zertif. (DGK, DGPK, DGPHG) | 06131-17 2892 |
| Ärztliche Ansprechpartner Interventionen - PFO/ASD | Prof. Dr. med. Sabine Genth-Zotz | 06131-17 3747 |
| Ärztliche Ansprechpartner Interventionen - Klappe | PD Dr. med. Ulrich Hink | 06131-17 7267 |
| Dr. med. Stephan v. Bardeleben | 06131-17 2892 |
| Kooperationspartner | |
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| Kinderklinik | PD Dr. med. Christoph Kampmann |
| Klinik f. Radiologie | PD Dr. med. Karl-Friedrich Kreitner |
| Klinik f. Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie | Dr. med. Lale Hakami |
Seit mehreren Jahren führen wir Interventionen im Bereich angeborener Herzfehler im Erwachsenenalter aus. Dabei haben wir mittlerweile mehr als 450 Eingriffe erfolgreich durchgeführt. Die Durchführung erfolgt interdisziplinär, da viele der Patienten bereits im Kindesalter durch die Kinderkardiologie betreut wurden. Im Rahmen der Bildgebung führen wir in Kooperation mit der Klinik für Radiologie in der kardialen Magnetresonanztomographie (CMRI) in vielen Fällen Voruntersuchungen bezüglich der anatomischen Verhältnisse insbesondere bei voroperierten Patienten durch.
Auch funktionell können wichtige Parameter hinsichtlich der Bestimmung des Schweregrades vor einem Eingriff nicht-invasiv abgeschätzt werden. Wir können zum Beispiel die Blutflussmenge mittels CMRI berechnen, die bei "Kurzschlüssen" aufgrund eines Vorhof- oder Ventrikelseptum-Defektes nicht regulär in die große Hauptschlagader fließen. Meist reicht jedoch die Untersuchung mittels transthorakaler oder transoesophagealer Echokardiographie zur interventionellen Planung aus. Der Verschluss solcher Kurzschlussverbindungen betrifft hauptsächlich das persistierende offene Foramen ovale (PFO) und den Vorhofseptumdefekt Typ II (ASD).
Bezüglich des offenen Foramen ovale sind 1988 erstmalig Daten publiziert worden, die das PFO meist noch in Verbindung mit einem Vorhofseptumaneurysma (ASA) zu ca. 30-40% für Schlaganfälle mit ungeklärter Ursache verantwortlich machen. Hinsichtlich der Verhinderung eines erneuten Ereignisses ist einerseits die medikamentöse Therapie (Aspirin, Marcumar) möglich, andererseits kann man heutzutage diesen Defekt interventionell verschließen.
In einer retrospektiven Analyse von 300 Patienten über 6 Jahre haben wir eine Rezidivquote an Schlaganfällen, transitorisch ischämischer Attacken und peripheren Embolien von 0.98 % pro Patientenjahr. Dabei beträgt der Anteil an Patienten mit zusätzlich komplizierenden Vorhofseptumaneurysmata (PFO + ASA) ca. 40%.
Der Vorhofseptumdefekt Typ II (ASD Typ II) wird meist im Kindesalter erkannt und interventionell verschlossen, soweit er hämodynamisch wirksam ist. Kings und Mills haben 1975 erstmals einen ASD interventionell verschlossen. Seither hat sich auch die Größe der Systeme so entwickelt, dass auch der ASD im Erwachsenenalter interventionell verschließbar ist und nur noch seltene Fälle einem operativen Verschluss der Herzchirurgie zuzuführen sind.
Dadurch, dass jetzt immer mehr Kinder mit anderen schweren angeborenen Herzfehlern durch erfolgreiche Therapieformen das Erwachsenalter erreichen, wird die Versorgung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern in der Kardiologie in den nächsten Jahren eine deutliche Entwicklung erfahren.
