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II. Medizinische Klinik
und Poliklinik
Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin
 

Elektrophysiologische Untersuchungen und Katheterablationen

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Informationen für Patienten über die einzelnen rhythmologischen Eingriffe

Die elektrophysiologische Untersuchung stellt eine spezielle Herzkatheter-Untersuchung bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen dar. Ziel einer elektrophysiologischen Untersuchung (kurz EPU) ist es, die Art und den Mechanismus der zugrunde liegenden Herzrhythmusstörung festzustellen.

Kathetertisch für EPU und Ablation
Kathetertisch für EPU und Ablation

Diese Untersuchung ist heutzutage ein Routineverfahren. Nach örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) werden 2 bis 4 dünne Elektrodenkatheter mit einem Durchmesser von ca. 2-3 mm über die Leistenvenen unter Röntgendurchleuchtung in das rechte Herz vorgeführt. Bei bestimmten Fragestellungen wird auch ein Katheter in eine Herzvene (Koronarsinus) vorgeschoben. Der Koronarsinus-Katheter kann auch von einer Leistenvene vorgeschoben werden. In einigen Fällen muss eine Punktion der linken Schlüsselbeinvene (Vena subclavia dextra) durchgeführt werden.

Über die Elektrodenkatheter können lokale Elektrogramme an verschiedenen Stellen des Herzens abgeleitet werden. Die vermuteten Herzrhythmusstörungen können von außen mit Hilfe elektrischer Stimulation ausgelöst werden. Anhand der zeitlichen Abfolge der lokalen Elektrogramme kann der zugrunde liegende Mechanismus der Rhythmusstörung geklärt werden. Diese Herzrhythmusstörungen können mit Hilfe von elektrischer Stimulation über die eingeführten Katheter meist wieder beendet werden. Selten ist eine Beendigung der Rhythmusstörung mit einem äußeren elektrischen Stromstoß (elektrische Kardioversion) in einer Kurznarkose notwendig.

Nach genauer Diagnosestellung der Herzrhythmusstörung kann die Therapie geplant werden. In vielen Fällen kann heute bereits eine Heilung durch Katheterablation mittels Hochfrequenzstromabgaben oder Vereisungstechniken (Kryoablation) vorgenommen werden. Alternativ kommt je nach Ergebnis der Untersuchung auch eine medikamentöse Behandlung in Betracht oder die Einpflanzung eines Herzschrittmachers bzw. eines implantierbaren Defibrillators (gesonderter Eingriff).

Am Ende der Untersuchung werden die Katheter entfernt; die Punktionsstelle wird noch mit einem Druckverband für ca. 6 Stunden versorgt, mit dem Sie flach im Bett liegen, um eine Nachblutung aus den Punktionsstellen zu verhindern.

Katheterablation

Nach diagnostischer EPU wird die Katheterablation in der Regel während derselben Prozedur vorgenommen. Dies gilt für die meisten von den Vorhöfen ausgehenden Rhythmusstörungen („supraventrikuläre Tachykardien“; z.B. AV-Knotentachykardien, akzessorische Leitungsbahnen, Vorhoftachykardien, Vorhofflattern) als auch für Rhythmusstörungen der Herzkammern („ventrikuläre Tachykardien“).  Bei komplizierten Rhythmusstörungen wird oft ein sogenanntes „Mapping-System“ eingesetzt, welches eine genaue Analyse des Mechanismus der Rhythmusstörungen ermöglicht.

Cryo-balloon
Einsatz eines sogenannten „Mapping“-Systems bei der Behandlung von Vorhofflimmern:

Zur Katheterablation wird heutzutage überwiegend Hochfrequenzstrom verwendet. Der Hochfrequenzstrom führt zu einer Verödung der Zellen, die sich unter der Katheterspitze befinden. Hierbei handelt es sich um kleine Areale mit einer Ausdehnung von ca. 5mm in der Breite und 5mm in der Tiefe. Als Alternative steht die Vereisungstechnik (Kryoablation) zur Verfügung, die bei bestimmten Eingriffen ein besonders hohes Maß an Sicherheit gewährleistet.

Foto Cryo-Balloon
Vereisungs-Ballon (Cryo-Balloon) zur Behandlung von Vorhofflimmern

Eine Sonderstellung nimmt die Katheterablation von anfallsweisen (paroxysmalem) und länger anhaltendem (persistierendem)
Vorhofflimmern ein, die einen Schwerpunkt der Klinik darstellt. Hierbei wird in erster Linie versucht, die Lungenvenen elektrisch zu isolieren. Diese stellen meist den Ursprungsort für sogenannte "Trigger" dar, die zum Auftreten von Vorhofflimmern führen. In geeigneten Fällen wird dazu ein Vereisungs-Ballon ("Cryo-Balloon") verwendet, mit dem die Lungenvenen effektiv und sicher elektrisch isoliert werden können.

 

Die Erfolgsaussichten sind abhängig von der Komplexität der zugrundeliegenden Rhythmusstörung und liegen meist bei 70-95 %. Die Eingriffe sind nur selten mit Komplikationen verbunden. Hierzu zählen Blutungskomplikationen in der Leistenregion (2-3%), embolische Ereignisse wie z.B. ein Schlaganfall (<1%) und Verletzung von herznahen Gefäßen mit Ausbildung eines Herzbeutelergusses (<1%). Die individuellen Erfolgsaussichten werden vorab mit den Patienten ausführlich besprochen.

Die Eingriffe werden nahezu ausschließlich in örtlicher Betäubung durchgeführt und sind nur mit geringen Schmerzen verbunden. Bei Bedarf kann die Gabe eines Schmerzmittels (Analgetikum) erfolgen.Wie bei der EPU werden nach der Katheterablation die Punktionsstellen mit einem Druckverband versorgt und der Patient muss 6-12h Bettruhe einhalten, um eine Nachblutung aus den Punktionsstellen zu verhindern. Die individuelle weitere Nachsorge wird mit dem Patienten vor Entlassung besprochen.

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