Spezialsprechstunde Gerinnung
| Kontakt | Telefon | Fax |
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| Ärztlicher Leiter Prof. Dr. med. Dr. phil.nat. H. Schinzel | 06131 17-7264 | |
| Anmeldung und Terminvereinbarung, Sekr. Frau S. Simon | 06131 17-4173 | 06131 17-6617 |
In der Gerinnungssprechstunde stellen sich Patienten mit venösen und arteriellen Thrombosen/Embolien oder unklarer Blutungsneigung vor.
Die Zuweisung erfolgt regional und überregional. Anhand der detaillierten Anamnese, klinischen Untersuchung und unter Berücksichtigung von Vorbefunden wird in enger Kooperation mit dem Zentrallabor die hämostaseologische Abklärung durchgeführt. Abhängig von den jeweiligen Ergebnissen wird das Risiko für Thrombosen/Embolien oder Blutungen festgelegt. Den Patienten werden in einem beratenden Gespräch die Befunde in verständlicher Form mitgeteilt und es werden eingehend die entsprechenden Verhaltens- bzw. Therapiemaßnahmen erläutert. Ferner erfolgt ein Befundbericht an den zuweisenden Arzt und bei komplexen Situationen eine zusätzliche telefonische Fachberatung.
Bei erworbenen Gerinnungsdefekten werden entsprechende Verlaufskontrollen vorgeschlagen. Bei erblichen Hämostasestörungen erfolgt eine Familienberatung - dies alles mit dem Ziel, Thrombosen/Embolien oder Blutungskomplikationen zu vermeiden.
Breiten Raum nimmt die Beratung bezüglich Art, Dauer und Überwachung der Therapie von Blutgerinnungshemmstoffen bei verschiedensten Indikationen ein. Hierzu gehört die Beratung von Patienten mit oraler Antikoagulation ("Marcumarpatienten") ebenso, wie die Beratung bei der Anwendung von Blutgerinnungshemmern wie z.B. Heparinen, niedermolekularen Heparinen, Pentasacchariden, Thrombozytenfunktionshemmern, Hirudinen sowie anderer alternativer Therapeutika. Die Beratung von Patienten und Ärzten hinsichtlich der Art, Notwendigkeit und Dauer blutverdünnender Maßnahmen wird in Zukunft vor dem Hintergrund steigender Indikationen und neuer Präparate stetig zunehmen. Durch Kombinationen verschiedener Blutverdünner und innovativer Produkte wird die Therapie für den einzelnen Patienten effektiver, aber gleichzeitig auch komplizierter.
Ein besonderes Augenmerk gilt den Wechselwirkungen von Blutgerinnungshemmstoffen mit anderen Arzneimitteln oder der Nahrung. Durch Interaktionen kann es zu einer Wirkungsverstärkung und damit zu einem erhöhten Blutungsrisiko kommen, ebenso ist auch eine Wirkungsabschwächung möglich mit der damit verbundenen Gefahr der Entwicklung einer Thrombose oder Embolie. Mittels spezieller Diagnostik kann das Ansprechen bzw. Nichtansprechen von Blutgerinnungshemmern überprüft werden. Oberstes Ziel im Sinne einer optimalen Patientenversorgung ist es, bei hoher Effektivität gleichzeitig eine hohe Therapiesicherheit zu gewährleisten.
In Kooperation mit der Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde werden Risikoschwangere betreut. Dies sind v.a. Patientinnen mit Thrombosen, Embolien, künstlichen Herzklappen bzw. angeborenen oder erworbenen Blutgerinnungsstörungen.
In der Gerinnungsambulanz werden ferner Patienten mit angeborener oder erworbener vermehrter Blutungsneigung (auch medikamenteninduziert) betreut. Dies ist sowohl für den Alltag als auch bei interventionellen Elektiv- und Notfalleingriffen oder Operationen wichtig, um durch geeignete Maßnahmen Blutungskomplikationen zu vermeiden. Die Beratung und fachübergreifende Unterstützung bei akuten Hämostasestörungen wie beispielsweise perioperativen Gerinnungsstörungen gehört ebenso zu den Aufgaben der Gerinnungsambulanz. Hier gilt es die Kollegen bezüglich Diagnostik, Therapie und Überwachung zu beraten und entsprechende Regime zu erstellen.
Die oft diffizilen Fragestellungen und Probleme können nur in einer hämostaseologischen Spezialambulanz mit breitem Erfahrungsspektrum, in enger interdisziplinärer Kooperation mit Labor, Transfusionszentrale und anderen Disziplinen, fachübergreifend mit dem Ziel einer optimalen Patientenbetreuung bearbeitet werden.
