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15. April 2019

Große Auszeichnung für Nachwuchswissenschaftler

Dr. Hendrik Beckert erhält Förderpreis für beste experimentelle Doktorarbeit in der Pneumologie

Dr. Hendrik Beckert mit der Urkunde; Foto: Mike Auerbach, www.mike-auerbach.com

Im Rahmen des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin erhielt Dr. Hendrik Beckert den Förderpreis der Deutschen Lungenstiftung für die beste experimentelle pneumologische Doktorarbeit 2018. Dr. Beckert fertigte die Arbeit in der Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. Roland Buhl, Leiter des Schwerpunkts Pneumologie in der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, unter Projektleitung von Dr. Sebastian Reuter an. Sie trägt den Titel „Die immunmodulatorische Wirkung des kanonischen und nicht-kanonischen Wnt-Signalwegs beim Asthma bronchiale“.

Die Asthmaerkrankung ist verbunden mit einer dauerhaften Entzündungsbereitschaft der Atemwege, die durch bestimmte, für gesunde Menschen harmlose Reize verstärkt wird und zu schweren Anfällen mit Atemnot führen kann. Das Immunsystem ist hieran entscheidend beteiligt – denn in den Atemwegen finden sich zahlreiche Immunzellen. Deren eigentliche Aufgabe ist es, auf Fremdkörper und Erreger, die in die Lunge gelangen, angemessen zu reagieren. Beim Asthma gerät dieses System aus dem Gleichgewicht und die Immunzellen sorgen für die chronische Entzündung und die Überempfindlichkeit der Atemwege.

Immunzellen im Bereich der Atemwege und die von ihnen vermittelten Reaktionen stehen daher im Fokus der Asthmaforschung. Dabei sind die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten bei Asthma zwar hochwirksam, können die Beschwerden aber nur kontrollieren, die Erkrankung jedoch nicht heilen. Umso wichtiger ist es, die der Erkrankung zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen, um das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht bringen zu können.

Dr. Hendrik Beckert – mittlerweile in Essen tätig – setzte sich in seiner prämierten Arbeit mit  dem sogenannten Wnt-Signalweg auseinander, der die Aktivierung verschiedener Immunzellen unterdrückt, die hauptverantwortlich für die überschießende Reaktion in der asthmatischen Lunge sind. Durch die Erforschung des Wnt-Signalwegs konnte Hendrik Beckert Ansatzpunkte zur Entwicklung neuer Therapieverfahren aufzeigen, bei denen körpereigene Mechanismen genutzt werden, um das Immunsystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die positiven Ergebnisse in der Lunge sind nicht nur von Bedeutung für Patienten mit Asthma, sondern auch für viele weitere chronisch-entzündliche Erkrankungen, bei denen unser eigenes Immunsystem durch überschießende Reaktionen ursächlich beteiligt ist.

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Dr. Hendrik Beckert mit der Urkunde
Quellenangabe: Foto: Mike Auerbach, www.mike-auerbach.com

 

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