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III. Medizinische Klinik und
Poliklinik
Hämatologie, internistische Onkologie, Pneumologie
 

Myeloproliferative Neoplasien (MPN)

Chronische myeloische Leukämie

Bei der chronischen myeloischen Leukämie (CML) handelt es sich um eine Erkrankung der hämatopoetischen Stammzelle. In > 95% der Fälle kann in den leukämischen Zellen das sogenannte Philadelphia-Chromosom, resultierend aus der Translokation t(9;22), nachgewiesen werden. Hierdurch entsteht das Fusionprotein BCR-ABL mit der Folge einer dauerhaften Aktivierung der Tyrosinkinase ABL und einem unkontrollierten Zellwachstum. Mit Einführung spezifischer Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) konnten in den letzten 10 Jahren entscheidende Fortschritte in der Therapie der CML erzielt werden. Inhibitoren wie Imatinib, Nilotinib, Dasatinib oder Bosutinib führen bei guter Verträglichkeit zu lang anhaltenden Remissionen und sogar zu einem kompletten Verschwinden der Erkrankung. Klinische Fragestellungen prüfen derzeit das Überkommen von Resistenzen gegen einzelne TKI sowie die Möglichkeit, die Erkrankung CML komplett zu heilen.
Derzeit sind folgende Studien in der III. Medizinische Klinik und Poliklinik aktiviert:

 

Indikation Name Titel
CML-Erstdiagnose #169 Randomisierte kontrollierter Vergleich von Imatinib vs. Imatinib und Interferon-α vs. Imatinib 800 mg
CML-Erstdiagnose #370 Eine offene, multizentrische Phase IIIb-Studie mit Nilotinib bei erwachsenen Patienten mit neu diagnostizierter Philadelphia-Chromosom- und/oder BCR-ABLpositiver chronisch myeloischer Leukämie (CML) in der chronischen Phase (CP).

Myelofibrose

Die JAK2V617F-Mutation findet sich häufig bei Philadelphia-Chromosom negativen myeloproliferativen Neoplasien (MPN): Mehr als 90% der Patienten mit Polyzythämia vera, und jeweils etwa 50% der Patienten mit essentieller Thrombozythämie oder idiopathischer Myelofibrose tragen die JAK2V617F-Mutation. Daneben sind inzwischen weitere aktivierende Mutationen sowohl im JAK2-Gen (Exon 12 Mutationen, JAK2D620E) als auch im MPL-Gen (MPLW515-Mutationen) beschrieben, für die ein pathogenetischer Zusammenhang mit MPNs gezeigt werden konnte. Derzeit befinden sich mehrere spezifische JAK2-Hemmer in klinischer Prüfung. Erste Ergebnisse zeigen ein gutes Ansprechen, insbesondere kommt es zu einer raschen Größenreduktion der Milz und zu einem Verschwinden der sogenannten B-Symptome (Fieber, Nachtschweiß, Juckreiz).
Der therapeutische Nutzen des Jak2-Inhibitors INCB018424 (Ruxolitinib) bei Patienten mit primärer oder sekundärer Myelofibrose wird derzeit an der III. Medizinische Klinik und Poliklinik im Rahmen einer klinischen Phase IIIb-Studie geprüft.

 

Indikation Name Titel
Primäre und sekundäre Myelofibrose
#438 (23 KB)
Eine offene, multizentrische, erweiterte Zugangsstudie mit INC424 für Patienten mit Primärer Myelofibrose (PMF) oder post- Polyzythaemia Vera (PPV-MF) oder post-Essentieller Thrombozythämie (PET-MF).