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III. Medizinische Klinik und
Poliklinik
Hämatologie, internistische Onkologie, Pneumologie
 

Schwerpunkte / Forschung

Die Weiterentwicklung innovativer Medizin ist für uns wesentliche Motivation. In unserer Klinik haben wir hierfür unterschiedliche Schwerpuntke etabliert, in denen sich Wissenschaftler, technische Mitarbeiter, Mitglieder der Studienzentrale und der Pflege besonders zu verschiedenen Bereichen engagieren. Diese haben wir für Sie hier noch einmal übersichtlich zusammengefasst.

Therapiestudien

Besonderes Augenmerk unseres Zentrums liegt auf der Entwicklung und Prüfung von innovativen uns spezifischen Behandlungsstrategien für bösartige Erkrankungen, therapieassoziierte Infektionen und obstruktive Atemwegserkrankungen. Im einzelnen betreffen die Therapiestudien (i) Biomodulatoren, (ii) Tumorvakzine, (iii) Antikörper, (iv) Stammzell-Transplantation, (v) Gentherapie, und (vi) Signalübertragungshemmer.
Die klinischen Therapiestudien sind eng auf das Grundlagenforschungsprogramm abgestimmt und zum Teil in dem im Folgenden dargestellten Transferbereich integriert. In den letzten 5 Jahren wurden auf diesen Gebieten 11 Phase I- und 25 vorwiegend frühe Phase II-Studien initiiert, an denen sich rund 450 Patienten mit sonst unbeeinflussbaren Leiden beteiligten. Eine weitere Steigerung der Therapiestudienaktivität des Zentrums mit multiplen Erstanwendungen eigener Entwicklungen ist insbesondere bei den Tumorvakzinen, Gentherapien, Biomodulatoren und Signaltransduktionsblockern vorgesehen.

Signaltransduktion

Signalübertragungshemmer: Die Forschungsrichtung Signaltransduktion wird durch die Stiftungsprofessur  für Leukämie- und Tumorforschung mit dem Schwerpunkt „Signalübertragungshemmer in der Tumortherapie“, durch die Arbeitsgruppe PD Dr. Thomas Kindler "Onkogene Signaltransduktion" und durch das klinische Studienprogramm mit Signalübertragungshemmern vertreten. Im wissenschaftlichen Labor werden molekulare Mechanismen der onkogenen Signaltransduktion in hämatologischen Neoplasien (akute myeloische Leukämie, chronisch myeloische Leukämie, JAK2V617F-positive myeloproliferative Erkrankungen) und in soliden Tumoren (Weichteilsarkome) untersucht. Ziele unserer Forschung sind die Identifizierung neuer Signalwege und die Charakterisierung der Resistenzentwicklung auf Signaltransduktionsinhibitoren. Ein weiteres Ziel unserer Arbeit ist die Translation der Ergebnisse in die klinische Anwendung. Überregional sind wir in Forschergruppe "Oncogene Networks in AML" der Deutschen Krebshilfe eingebunden. Klinische Studien mit Signaltransduktions-Inhibitoren werden im Rahmen von Industrie gesponserten Studien und im Rahmen von "Investigator Initiated Trials" durchgeführt.

Experimentelle Blutstammzelltransplantation

Im Bereich „Experimentelle Blutstammzelltransplantation“ (Gesamtleitung: Prof. Dr. Wolfgang Herr) forschen mehrere Arbeitsgruppen, die von  Dr. Udo HartwigProf. Dr. Wolfgang Herr, Dr. Ralf Meyer, Dr. Holger Voss, sowie von Dr. Catherine Wölfel und Prof. Dr. Thomas Wölfel geleitet werden. Gemeinsames Ziel dieser Gruppierung ist die gerichtete Rekonstitution des Immunsystems nach allogener Blutstammzelltransplantation, beispielsweise durch die Infusion von in vitro modifizierten T-Lymphozyten des Stammzellspenders. Hierbei fokusiert die Arbeitsgruppe Hartwig auf die Depletion von alloreaktiven Spender T-Lymphozyten zur Vermeidung der Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (engl. graft-versus-host disease, GVHD), die Arbeitsgruppe Herr auf die Generierung und Expansion von leukämie-reaktiven Spender T-Lymphozyten zur Steigerung des Transplantat-gegen-Leukämie (engl. graft-versus-leukaemia, GVL)-Effekts und die Arbeitsgruppe Meyer auf die Depletion von professionellen antigenpräsentierenden Zellen des Patienten zur Vermeidung der GVHD. Die Arbeitsgruppe Wölfel identifiziert die Zielantigene von leukämie-reaktiven Spender T-Lymphozyten. Erste wissenschaftliche Konzepte der Gruppierung befinden sich in der Phase der klinischen Erprobung (siehe Studien).

Vakzinierung

Tumorvakzine: Unser Tumorvakzinationsprogramm ist aus dem SFB 432 Tumorabwehr und ihre therapeutische Beeinflussung heraus gemeinsam mit der I. Medizinischen Klinik, der Hautklinik und der Mikrobiologie unseres Klinikums entwickelt und umfaßt derzeit mehrere parallel in Ausarbeitung befindliche Studienkonzepte. Im Mai 2000 wurde unser mit einem Gesamtaufwand von rund 7 Mio. DM hauptsächlich von der Deutschen Krebshilfe finanzierte Tumorvakzinationszentrum eröffnet. Die Mehrzahl der Studien zielt vordergründig auf die Induktion peptid-spezifischer T-Zellreaktionen ab und wird von aufwendigen Begleituntersuchungen zur Quantifizierung der reaktiven T-Zellen und ihres T-Zell-Rezeptor­repertoires begleitet. Die zum Teil noch in Vorbereitung befindlichen Vakzinationsstudien umfassen die Prüfung

  • des Wildtyp p53 Gens in adenoviralen Vektoren beim nichtkleinzelligen Bronchuskarzinom und Brustkrebs (III. Medizinische Klinik, abgeschlossen),
  • eines Tyrosinase-Vakziniavirus-Konstruktes beim Melanom (III. Med. Klinik, Rekrutierung abgeschlossen)
  • von HER 2 Peptid-Vakzinen (III. Med. Klinik in Kooperation mit Prof. Kissling, Karolinska Institut, Stockholm; aktiviert)
  • von mit Tumorpeptid-Antigenen beladenen dendritischen Zellen beim Melanom (Hautkli­nik, aktiviert),
  • von ras Mutationspeptiden beim nichtkleinzelligen Bronchuskarzinom (positives Votum der Ethikkommission liegt vor)
  • von autologen Hitzeschockproteinen gp96 und hsp70 bei gastrointestinalen Tumoren (I. Medizinische Klinik, aktiviert),
  • von humanisierten Gangliosidantikörpern beim Melanom (St. Vinzenz-Krankenhaus, Mainz),
  • von B7 genetisch manipulierten allogenen Tumorzellen bei Nierenzell-Karzinom (III. Med. Klinik),
  • von HPV E6, E7-Vakzinen beim Zervixkarzinom (Mikrobiologie und Frauenklinik)
  • von MAGE-3 bei nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom und beim Myelom (III. Med. Klinik, Protokolle in Vorbereitung)

Infektiologie

Bei Fragen zu infektiologischen Studien kontaktieren Sie bitte Herrn Dr. A. J. Ullmann.

IKT e.V. / KIMT

Der Verein IKT e.V. bezweckt die Förderung und Durchführung von wissenschaftlichen Kongressen, wissenschaftlicher Grundlagenforschung, Therapiestudien und Forschungskooperationen auf den Gebieten der Immuntherapie maligner Erkrankungen. Der Verein fördert darüber hinaus alle wissenschaftlichen Vorhaben und Maßnahmen, die mit diesen Gegenständen in Verbindung stehen.