Visual Universitätsmedizin Mainz

E-Health-basierte, sektorenübergreifende geriatrische Versorgung / Geriatrisches Netzwerk GerNe

Mit einem gemeinsamen Projekt wollen die Universitätsmedizin Mainz, die Geriatrische Fachklinik Rheinhessen-Nahe, das Marienkrankenhaus Nassau und das St. Marien- und Annastiftskrankenhaus Ludwigshafen die Kommunikation zwischen den geriatrischen Kliniken und den niedergelassenen Hausärzten in Rheinland-Pfalz verbessern. Ziel  des Projekts ist die Optimierung der Behandlungsqualität der gemeinsamen Patienten durch die Überwindung der Schnittstellenproblematik zwischen stationärer und ambulanter Versorgung.

GerNe heißt Geriatrisches Netzwerk. Die Kommunikationsplattform in diesem Netzwerk ist eine webbasierte Fallakte, die vom Interdisziplinären Zentrum Klinische Studien (IZKS) der Universitätsmedizin Mainz entwickelt wird.

Bei Entlassung von Patienten aus der stationären Behandlung steht dem Hausarzt die von der jeweils teilnehmenden Klinik aufbereitete Akte komplett elektronisch zur Verfügung. Sie beinhaltet alle erhobenen Untersuchungsbefunde, Assessmentergebnisse, Verlaufsberichte, den Medikationsplan zum Zeitpunkt der Entlassung sowie unsere Empfehlungen zur weiteren Behandlung.

Nach Entlassung wird die Fallakte über 1 Jahr vom weiterbehandelnden Hausarzt gepflegt. Dies bestünde in der Basis in einer quartalsweisen Aktualisierung des Patientenstatus sowie eines geriatrischen Assessments. Situativ wäre die Eintragung von Statusänderungen, eingeleiteten Maßnahmen und insbesondere Änderungen der Medikation erforderlich. Das Monitoring dieser Eintragungen wird in der jeweiligen Klinik durch einen erfahrenen Geriater erfolgen.  Die Medikationspläne werden von einem Krankenhausapotheker der Universitätsmedizin Mainz gesichtet. Die unterstützende Medikationsanalyse soll insbesondere Nebenwirkungen durch potentiell ungeeignete Arzneimittel für ältere Patienten, Wechselwirkungen bei Polymedikation und fehlende Dosisanpassungen bei eingeschränkter Nierenfunktion vermeiden helfen. 

Im Einzelfall würden dem Hausarzt Handlungsmöglichkeiten vorgeschlagen werden.  Umgekehrt steht diesem im Rahmen des Projektes arbeitstäglich ein geriatrischer Konsildienst telefonisch oder elektronisch über die Fallakte (Messenger-Funktion) zur Verfügung. Für die Honorierung der Arbeit der niedergelassenen Kollegen stehen im Rahmen des Projektes Mittel für eine angemessene, extrabudgetäre Honorierung/Vergütung bereit. 

Für den Zugriff auf die Fallakte wird lediglich ein internetfähiger Computer benötigt, eine spezielle Soft- oder Hardware ist nicht erforderlich. Der Zugriff selbst ist passwortgeschützt. Während der gesamten Projektdauer von drei Jahren ist der Schutz der Daten gewährt.  

Das Projekt wird vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz unabhängig evaluiert. Primäre Zielgröße ist eine signifikante Reduktion von Rehospitalisationen geriatrischer Patienten. Konsortialpartner seitens der GKV ist die Barmer Rheinland Pfalz/Saarland. An dem Projekt können jedoch Versicherte aller Krankenkassen (GKV und PKV) teilnehmen.

Das Projekt wird unterstützt durch den Hausärzteverband Rheinland Pfalz, die KV Rheinland-Pfalz sowie die Landesärztekammer, die Ministerin für Arbeit , Soziales, Gesundheit und Demographie, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisation (BAGSO) und dem Bundesverband Geriatrie.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.gerne-projekt.de

Sollten Sie sich für das Projekt interessieren können Sie sich auch gerne direkt an uns wenden: Ansprechpartner: Dr. med. M. Mohr, E-Mail:  gerne@unimedizin-mainz.de