Visual Universitätsmedizin Mainz

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

es freut uns, dass Sie sich für die Ausbildung zur Fachärztin beziehungsweise zum Facharzt für Anästhesie an unserer Klinik interessieren. Vielleicht möchten Sie unser Team auch mit bereits abgeschlossener Facharztausbildung verstärken. Die folgenden Zeilen sollen Ihnen einen kurzen Überblick verschaffen, welche Verantwortung unsere Klinik übernimmt und was wir unseren Mitarbeitern bieten können. Für darüber hinausgehende Auskünfte stehen wir Ihnen selbstredend jederzeit gerne zur Verfügung. Sollten wir mit diesen Informationen Ihr Interesse geweckt haben, sind Sie herzlich eingeladen, uns persönlich „unter die Lupe zu nehmen“ und näher kennenzulernen und zum Beispiel einen oder mehrere Tage an unserer Klinik zu hospitieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Univ.-Prof. Dr. med. C. Werner

Klinische Anästhesie

An der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit ihren rund 1600 Betten gibt es sämtliche medizinischen Fächer und Subspezialitäten. In der klinischen Anästhesie versorgen wir jeden Tag im operativen Bereich rund 35 OP-Säle, die aufgrund der Pavillonarchitektur des Klinikums in vielen unterschiedlichen Gebäuden innerhalb und zum Teil sogar ausserhalb (Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie) des Klinikumsgeländes lokalisiert sind. Daneben werden täglich Anästhesien in einer Vielzahl diagnostischer und therapeutischer Einrichtungen des Klinikums (u.a. Radiologie, Strahlentherapie, Psychiatrie) geleistet. Insgesamt werden auf diese Weise jährlich ca. 25 000 Anästhesien erbracht. Die meisten Anästhesiearbeitsplätze sind erst kürzlich mit modernsten Anästhesie- und Monitoringeinrichtungen ausgestattet worden und entsprechen damit höchsten Anforderungen.

Intensivmedizin

Unsere Intensivtherapiestation verfügt über 22 Intensiv- plus 3 Intermediate Care-Betten. Neben der Versorgung von Patienten nach großen operativen Eingriffen wie zum Beispiel Organtransplantationen, hier insbesondere Lebertransplantationen, liegt der Schwerpunkt unserer Intensivtherapie auf der Behandlung von Patienten mit akutem Lungenversagen und Sepsis. Sämtliche relevanten Methoden zur Lungen- und Nierenersatztherapie sind rund um die Uhr verfügbar. Beispielhaft seien hier Verfahren wie ECMO, HFOV, ILA, CVVH, CVVHD und CVVHDF genannt. Selbstverständlich verfügt die Station auch über alle modernen invasiven und nichtinvasiven Monitoring- und Therapieverfahren wie zum Beispiel Pulmonalarterienkatheter, PICCO, transösophageale und transthorakale Sonographie und Coolgard. Modernste Intensivbeatmungsgeräte und ein neues Patientendatenmanagementsystem Typ COPRA wurden 2008 installiert. Die Zusatzbezeichnung „Spezielle anästhesiologische Intensivmedizin“ kann bei uns erworben werden.

Notfallmedizin und Notfallmedizinisches Zentrum

Die Notfallmedizin besitzt eine lange Tradition in Mainz. Die 4 arztbesetzten Rettungsmittel in Mainz (2 NEFs, der Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber Christoph 77 und ein Intensivtransportwagen) mit zusammen rund 6500 Einsätzen pro Jahr, werden ärztlich ausschließlich von Anästhesisten unserer Klinik besetzt. Alle als Notärzte tätigen MitarbeiterInnen verfügen über die Zusatzbezeichnung "Notfallmedizin"; die auf dem RTH/ITH Christoph 77 eingesetzten MitarbeiterInnen haben Facharztstandard. Viele verfügen zusätzlich über die Zusatzbezeichnung "spezielle anästhesiologische Intensivmedizin" und haben den Spezialkurs "Intensivtransport" nach den Richtlinien der DIVI absolviert. Die Leitende Notarztgruppe der Stadt Mainz und des Landkreises Mainz-Bingen besteht ebenfalls ausschliesslich aus (z.T. ehemaligen) Anästhesisten unserer Klinik. Der Funktionsbereich Notfallmedizin stellt zudem einen Arzt für den innerklinischen Transport von Intensivpatienten. Die überregionale Bedeutung der Notfallmedizin in Mainz spiegelt sich u.a. auch darin wieder, dass das Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität im Jahr 2006 vom rheinland-pfälzischen Innenminister zu einem von insgesamt 5 "Notfallmedizinischen Zentren" in Rheinland-Pfalz ernannt wurde. Die Zusatzbezeichnung "Notfallmedizin" sowie ERC zertifizierte Reanimationskurse können an der Klinik erworben bzw. absolviert werden. Fast alle unserer ärztlichen MitarbeiterInnen haben einen "ERC ALS Provider Course" erfolgreich abgeschlossen.

Schmerztherapie

Die Schmerztherapie betreut im Rahmen eines interdisziplinären Konzepts im sogenannten "Interdisziplinären Schmerz-Therapiezentrum (IST)", jährlich rund 1200 stationäre und ambulante Patienten mit chronischen Schmerzsyndromen. Tumorpatienten werden nach palliativmedizinischen Grundsätzen in enger Kooperation mit der Palliativstation, auf der turnusmäßig ein Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie eingesetzt ist und ambulanten Hospizdiensten behandelt. Zusätzlich gibt es rund um die Uhr einen sogenannten Akutschmerzdienst, der für die schmerztherapeutische Versorgung von jährlich etwa 2400 postoperativen Patienten zuständig ist. Die Zusatzbezeichnungen "Spezielle Schmerztherapie" und "Palliativmedizin" können an der Klinik erworben werden.

Forschung an der Klinik für Anästhesiologie

An klinischer und experimenteller, der Patientenversorgung dienender Forschung, interessierte Ärzte sind uns herzlich willkommen. Für wissenschaftliche Fragestellungen stehen ein Forschungslabor für Gaschromatographie und High Performace Liquid Chromatography (HPLC) und ein Labor für Micropure Membrane Inlet Mass Spectrometry (MMIMS) und Multiple Inert Gas Elimination Technique (MIGET) unter Leitung eines Diplomchemikers zur Verfügung. Daneben gibt es appararativ entsprechend ausgestattete Tierversuchslaboratorien für die Grundlagenforschung.

Im Folgenden einige Forschungsschwerpunkte unserer Klinik:

  • Neuroprotektion in Klinik und laborexperimentell

  • Airway-Management

  • Beatmung und funktionelle Bildgebung der Lunge

  • Kardiopulmonale Reanimation in Klinik und laborexperimentell

Lehre in der Universitätsmedizin

An einem Universitätsklinikum hat die studentische Lehre eine herausragende Bedeutung. Der Stellenwert der Anästhesiologie im Gesamtkanon der Fächer im klinischen Studienabschnitt spiegelt sich in der Vielzahl unserer Lehrverpflichtungen wider: jeder unserer ärztlichen Mitarbeiter ist praktisch vom ersten Tag seiner Berufstätigkeit mit in die Lehre eingebunden. So sind allein im Rahmen des Praktikums der Anästhesie für die Studierenden des 7. Semesters während des gesamten Semesters jeden Tag mindestens 2 Studierende, die in der Form des Einzelunterrichts betreut werden, in jedem operativen Bereich eingeteilt.

Struktur der Weiterbildung zum Facharzt

Jeder neue Mitarbeiter, der seine Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie an der Klinik beginnt bzw. fortsetzt, durchläuft -in Abhängigkeit von seinen Vorkenntnissen- über einen Zeitraum von in der Regel 3 Monaten eine Einarbeitungsphase unter Anleitung eines Oberarztes. Während der Einarbeitung erfolgt auch die systematische, gesetzeskonforme Einweisung in die verschiedenen Medizingeräte nach dem Medizinproduktegesetz (MPG) bzw. der Medizingeräte-Betreiberverordnung (MPBetreibV). Nach der Einarbeitung wird der neue Mitarbeiter unter ständiger Aufsicht eines Oberarztes Schritt für Schritt in die klinische Routine integriert. Die Facharztausbildung erfolgt anhand eines strukturierten Planes, der viermonatlich wechselnde Rotationen in die einzelnen Funktionsbereiche vorsieht, zu denen auch eine sogenannte "Clinical Task Force" (CTF) gehört. Wer dort eingeteilt ist, wechselt für ein Tertial in kurzen Intervallen, teilweise täglich, im Rahmen einer Art "Feuerwehrfunktion" in alle anästhesiologischen Bereiche. Im letzten Drittel der Facharztausbildung findet die Rotation in die Notfallmedizin, die Herz-Thorax- und Gefäßchirurgie (in der Regel für 12 Monate) sowie in die Schmerztherapie und die Intensivtherapie (12 Monate) statt. Nach jedem Tertial erfolgt eine wechselseitige schriftliche Beurteilung des gerade absolvierten Weiterbildungsabschnitts durch Ausbildenden und Auszubildenden. Die Weiterbildung erfolgt gemäss der Weiterbildungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und wird durch jährliche Fachgespräche mit einem der Leitenden Oberärzte komplettiert.

Bereitschaftsdienste an der Klinik für Anästhesiologie

Ein Klinikum unserer Größenordnung muss auch außerhalb der Regelarbeitszeit (in der Anästhesie: 7.45 - 16.39 Uhr) Patienten auf universitärem Niveau versorgen. Dies beinhaltet, dass entsprechende Anästhesiekapazität auch nachts und am Wochenende vorgehalten werden muss. Demzufolge stellt die Anästhesie außerhalb der Regelarbeitszeit 12 Anwesenheitsdienste (davon 4 für die Intensivtherapiestation und 3 für die arztbesetzten Rettungsmittel) und 7 Rufdienste. Als Berufsanfänger beginnt man nach ca. 6-monatiger Berufstätigkeit mit Bereitschaftsdiensten. Pro Monat muss jeder Mitarbeiter ca. 5-8 Dienste übernehmen. Am Tag des Bereitschaftsdienstes kommt man um 16.25 Uhr zum Dienst und verlässt das Klinikum am nächsten Morgen um 8 Uhr.

Fort- und Weiterbildungsangebote

Einmal im Monat findet eine Fortbildungsveranstaltung mit namhaften nationalen Referenten zu einem aktuellen Thema aus dem Bereich AINS statt. Wöchentlich organisieren wir eine Fortbildungsveranstaltung "von Assistenten für Assistenten". In diesem Rahmen präsentiert ein Nicht-Facharzt ein am Curriculum der Weiterbildungsordnung orientiertes Thema für die Nicht-Facharzt-Kollegen. Ebenfalls einmal wöchentlich wird eine Morbidity-Konferenz veranstaltet. Einmal monatlich findet eine Schmerzkonferenz statt und ebenfalls etwa in monatlichem Abstand wird eine Veranstaltung "Curriculum Notfallmedizin"“ angeboten. Daneben gibt es in mehrwöchigen Abständen gemeinsam mit dem Institut für Neuro-chirurgische Pathophysiologie und der Neuropathologie veranstaltete wissenschaftliche Kolloquien. Überregional ist die Klinik an zwei jährlich stattfindenden Kongressen organisatorisch und inhaltlich beteiligt: den "Südwestdeutschen Anästhesietagen" und den intensivmedizinisch orientierten "Rhein-Main-Lahn-Tagen" in Frankfurt. Die Bibliothek der Klinik für Anästhesiologie hält 34 Fachzeitschriften in Print-Version, sämtliche aktuellen Lehrbücher und eine Vielzahl von Büchern zu den unterschiedlichsten Themen vor. Zusätzlich existiert über jeden ans Intranet des Klinikums angeschlossenen Computer und somit für jeden Mitarbeiter eine Zugriffsmöglichkeit auf mehr als 8000 medizinische Fachzeitschriften über die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB) der Universitätsbibliothek. Die Artikel der meisten dieser Zeitschriften können im pdf-Format ausgedruckt werden.

Klinikleitung

Direktor:
Univ.-Prof. Dr. med.
Christian Werner

Direktionsassistentin:
Frau Ute Denecke

Tel. 06131 17-7117
Fax 06131 17-6649

 E-Mail

Langenbeckstr. 1
55131 Mainz