Visual Universitätsmedizin Mainz

Die Anästhesiesprechstunde ist für viele Patienten der erste Kontakt mit der anästhesiologischen Disziplin. Hier werden Vorbefunde besprochen und die Patienten auf die Narkose vorbereitet. In vielen Fällen realisieren die Patienten erst hier, nachdem sie über potentielle Risiken und Komplikationen der Narkose aufgeklärt wurden, was die bevorstehende Operation und die Narkose für einen Eingriff in die körperliche Integrität darstellen. Hier setzen einige Studien an, die sich mit mentalen Faktoren im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf eine Narkose befassen.

Screening psychischer Störungen in der Anästhesieambulanz

Postoperative Verläufe unterschieden sich auch unabhängig von Grunderkrankung und stattgefundenem Eingriff. Auffällig sind im klinischen Alltag ein unterschiedlicher Analgetikaverbrauch und unterschiedlich lange Rekonvaleszenzen. Hierfür werden unter anderem psychologische Faktoren verantwortlich gemacht. Zur Erkennung psychischer Faktoren und Komorbiditäten wird bei einer konsekutiven Patientengruppengruppe der Anästhesiesprechstunde (N=120) der "Gesundheitsfragebogen für Patienten" (PHQ-D) eingesetzt, der als geeignetes Instrument für das Screening psychischer Symptome gilt. Der Bogen ist kurz und wird als reliabel und valide angesehen. Ziele dieser Pilotstudie sind Aussagen über die Praktikabilität und Akzeptanz dieses Verfahrens im Setting der Sprechstunde und erste Ergebnisse über typischerweise bestehende psychische Probleme zur späteren Anpassung des Instruments.

Zufriedenheit von Patienten im Rahmen der Prämedikation

In Kooperation zwischen der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz, der Abteilung für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik am Institut für Psychologie der Universität Mainz (Juniorprof. Dr. A. Schwerdtfeger) und dem Schwerpunkt Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie (PD Dr. W. Laubach, Dr. Dipl. Psych. S. Fischbeck) wird die Zufriedenheit von Patienten im Rahmen der anästhesiologischen Sprechstunde zur Prämedikation überprüft.

Unter dem Aspekt der versorgungsbezogenen Organisationsforschung (Pfaff, 2003) werden dabei sowohl das ärztliche Gesprächsverhalten und der Kontakt zwischen aufnehmenden Mitarbeitern und Patienten, als auch die räumlichen Gegebenheiten im Warteraum und die organisatorischen Bedingungen bei der Zuweisung durch die aufnehmenden Stationen sowie die Wartezeit berücksichtigt.

Darüber hinaus sind für die Beurteilung der Zufriedenheit medizinische, psychologische und soziologische Parameter wie Krankheitsschweregrad, Stimmung, Ängstlichkeit und OP-Angst, sowie Alter, Geschlecht, Sozialschicht und Ausmaß der sozialen Unterstützung von Bedeutung.

Um den Effekt geplanter Interventionen hinsichtlich des Kommunikationsverhaltens und auch im Hinblick auf räumliche und organisatorischen Veränderungen zu überprüfen, wird im Rahmen einer „Basis-Erhebung“ mit ca. 200 Patienten der Ist-Zustand erfasst. Nach einer ca. 6-monatigen Interventionsphase wird dann mit den gleichen Instrumenten die Evaluation an ebenfalls ca. 200 Patienten durchgeführt.

Leitung

Dr. med. Rita Laufenberg-Feldmann
Tel. 06131 17-6751
Fax 06131 17-6209
 E-Mail 

Universitätsmedizin Mainz
Klinik für Anästhesiologie
Gebäude 505, 2. OG
Langenbeckstr. 1
55131 Mainz