Visual Universitätsmedizin Mainz

Zentrum für ophthalmologische Epidemiologie und Versorgungsforschung (ZOEV)

Epidemiologie und Versorgungsforschung sind neben der Grundlagenforschung – meist im Labor – und der klinischen Forschung (siehe auch unsere Rubriken Experimentelle Ophthalmologie und Klinisches Studienzentrum) die dritte Säule der medizinischen Forschung. Die Epidemiologie untersucht das Vorkommen von Erkrankungen, die Krankheitslast, Risikofaktoren für Erkrankungen und z. B. genetischen Hintergrund von Erkrankungen. Die Versorgungsforschung darüber hinaus wie Erkrankungen erkannt und ob sie effizient behandelt werden.

Versorgungsforschung in der Augenheilkunde

Sie untersucht wie die Ergebnisse aus Grundlagenforschung und klinischen Studien im praktischen medizinischen Alltag ganz real umgesetzt werden und ob und wie sie sich für Patienten positiv auswirken. Auch die Kosteneffizienz von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen wird dabei untersucht. Daten zur Verbreitung von Augenkrankheiten sowie zu Art und Umfang der flächendeckenden ophthalmologischen Versorgung sind in Deutschland bisher Mangelware. Mit dem Zentrum für Ophthalmologische Epidemiologie und Versorgung sollen solche Daten bereitgestellt und die bestehenden Wissenslücken geschlossen werden. Versorgungsforschung verbindet dabei Methoden und Erkenntnisse verschiedener Disziplinen wie der Epidemiologie, Gesundheitsökonomie und der medizinischen Statistik sowie der Psychologie und der empirischen Sozialforschung.

Demographie und Augenheilkunde

Die deutsche Bevölkerung altert. Die Lebenserwartung steigt in Deutschland immer weiter und damit auch die Zahl älterer Menschen. Da viele Augenerkrankungen im höheren Lebensalter auftreten, gewinnt die Ophthalmologie immer mehr an Bedeutung. Die Auswirkungen der demographischen Veränderungen sind daher für die ophthalmologische Versorgung gravierend und führen schon heute zu einem erheblichen Anstieg der Behandlungszahlen.  Für die Gestaltung der zukünftigen Augenversorgung ist es notwendig die Zusammensetzung der Bevölkerung und ihre weitere Entwicklung zu berücksichtigen.

Gesundheitsökonomie

Die Augenheilkunde ist ein sehr innovatives medizinisches Fach. Neuerungen in der Diagnostik oder der Therapie führen immer wieder zu grundlegenden Veränderungen der augenärztlichen Tätigkeit. Sowohl die Patienten als auch die Kostenträger der Versorgung wollen wissen, welche Wege sich dabei als lohnenswert erweisen. Die Abschätzung der Kosteneffektivität und Kosteneffizienz von ophthalmologischen Behandlungen hilft, die oftmals schwierigen Allokationsentscheidungen zu unterstützen und eine nachhaltige Finanzierung der ophthalmologischen Versorgung zu sichern.

Patientenperspektive

Die Sorge um das Augenlicht gehört zu den entscheidenden Determinanten für unser Wohlbefinden. Kaum etwas fürchten wir mehr als den Verlust unserer Sehkraft. Gleichzeitig besteht ein großes Mißverhältnis zwischen dem Wissen um Augenerkrankungen einerseits und dem Wissen um Prävention und Behandlungsmöglichkeiten  andererseits. Daher ist es unumgänglich, mehr über die Perspektive und das Verhalten von Patienten zu erfahren und die Behandlungsbemühungen individuell an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Die Sichtweise von Patienten wissenschaftlich begreifbar zu machen ist ein Themenfeld, das immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Gesundheitssystem

Die Augenheilkunde ist nicht autark. Ophthalmologische Versorgung findet statt in einem komplexen System von Finanzierungsformen und Regularien, die unmittelbar die ophthalmologische Tätigkeit betreffen. Es ist daher wichtig, gesundheitspolitische Maßnahmen für Ophthalmologen ebenso zu übersetzen wie die Repräsentation ophthalmologischer Belange in der Gesundheitspolitik durch empirische Versorgungsdaten und Informationen zu unterstützen.

Leitung

Prof. Dr. med. N. Pfeiffer

Prof. Dr. med. Norbert Pfeiffer

Leitung Ophthalmologische Versorgungsforschung

Prof. Dr. med. N. Pfeiffer

Dr. med. Christian Wolfram, FEBO, MPH

E-Mail:  christian.wolfram@unimedizin-mainz.de
Tel. 06131-178213 oder -177085
Fax 06131-176620