Visual Universitätsmedizin Mainz

Kontrollierte Zyklophotokoagulation

Die kontrollierte Zyklophotokoagulation (COCO, “controlled coagulation“) ist ein Laserverfahren zur Behandlung des krankhaft zu hohen Augeninnendrucks. Die Methode wurde an unserer Klinik entwickelt. Das Laserlicht wird durch die Bindehaut und die Lederhaut des Auges geleitet und erst in Augeninneren absorbiert. Dies ist möglich, weil Bindehaut und Lederhaut weitgehend durchlässig (transparent) für das infrarote Laserlicht sind. Durch die Absorption im Bereich des Strahlenkörpers, also der inneren Fortsetzung der Regenbogenhaut, kommt es zu einer Erwärmung und Verödung, die auf einen sehr kleinen Bereich von ca. 1mm Größe pro Effekt beschränkt ist. Normalerweise werden 16 Effekte zirkulär gesetzt. Die umschriebene Verödung bewirkt vor allem eine Verringerung der Produktion aber auch eine Verbesserung des Abflusses des im Auge gebildeten Kammerwassers. Durch beide Mechanismen wird der Augeninnendruck gesenkt. Um die Dosierung auf die individuell stark unterschiedlichen Gewebeeigenschaften des Auges anzupassen, muß die Belichtungszeit des Lasers kontrolliert werden. Dies geschieht durch eine Messung der Änderung der Gewebedurchlässigkeit für des Laserlicht während der Laserung. Das Prinzip dieser Echtzeitkontrolle ist in der Skizze dargestellt.

Mit Fortschreiten des Laservorgangs verändert scih die Lichtdurchlässigkeit des Gewebes, da es etwas schrumpft. Diese Änderung kann gemessen und auf einem Bildschirm dargestellt werden. Sowohl der Operateur als auch der angeschlossene Computer können den Vorgang abbrechen, bevor es zu einer schädlichen Überhitzung gekommen ist.

Das Verfahren wurde inzwischen ca. 3000 mal an unserer Klinik angewendet und die Komplikationen sind in Anzahl und Ausprägung geringer ab bei den unkontrollierten Verfahren. Allerdings kann der Erfolg nicht immer verhergesagt werden, und nicht selten muß die Behandlung ein- oder mehrmals wiederholt werden.

COCO
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