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Augenklinik und Poliklinik
 

Keratoplastik (Hornhauttransplantation)

Die Hornhauttransplantation ist die älteste und häufigste Transplantation überhaupt. Sie wurde erfolgreich erstmals 1905 durch Herrn Dr. Eduard Konrad Zirm in Olmütz (Mähren) durchgeführt. Bei dem Eingriff wird die getrübte Hornhaut durch eine klare Spenderhornhaut ersetzt.

In Deutschland werden derzeit ca. 6000 Hornhauttransplantationen (Fachbegriff "Keratoplastik") vorgenommen. Der Bedarf an Hornhauttransplantaten ist jedoch fast doppelt so groß. Die Universitäts-Augenklinik Mainz engagiert sich daher bei der Aufklärung über die Organtransplantation. Aufgrund unserer großen Hornhautbank ist die Versorgungslage mit Hornhauttransplantaten an unserer Klinik gut.

Die Erfolgsrate bei Hornhauttransplantationen ist im Normalfall (wenn keine Entzündungen oder Gefäßeinsprossungen etc. vorliegen) sehr hoch. Sie liegt über 90 %. Schon deshalb braucht man vor der routinemäßig durchgeführten Operation keine Angst zu haben. Außerdem haben die Patienten ja selten etwas zu verlieren, sondern eher zu gewinnen. Eine eingetrübte oder sonstwie veränderte Hornhaut schränkt die Sehfähigkeit eines Auges stark ein, reduziert sie unter Umständen auf die Wahrnehmung von Lichtschein. Wenn wir sie durch eine neue, klare ersetzen, haben die Operierten eine gute Chance, wieder zu sehen.

Perforierende Keratoplastik

Der Operationsverlauf ist relativ einfach. Mit einem sogenannten Trepan, einem Rundmesser, wird die erkrankte Hornhaut ausgeschnitten. Man könnte auch sagen, der Defekt wird ausgestanzt. In die entstandene runde Lücke wird die klare, gesunde Hornhaut eingenäht. Das passiert unter dem Mikroskop mit entsprechender Vergrößerung. Es gibt heute sehr dünnes Nahtmaterial, das die neue Hornhaut festhält. Die Operation dauert etwa 45-60 Minuten und wird in Vollnarkose durchgeführt.

Posteriore lamelläre Keratoplastik (DMEK und DSAEK)

Bei bestimmten Erkrankungen des Hornhautendothels z.B. der Fuchs´schen Endotheldystrophie muss nicht die komplette Hornhaut transplantiert werden. Es reicht, die erkrankte Hornhautschicht auszutauschen. Bei der DMEK wird das Auge an drei kleinen Stellen eröffnet und das erkrankte Hornhautendothel (innerste Hornhautschicht) entfernt. Im Anschluss erfolgt die Transplantation des Spenderendothels, welches ohne Nähte an die Hornhaut des Empfängers durch Luft angedrückt wird. Der große Vorteil gegenüber der konventionellen perforierenden Keratoplastik liegt in einem geringeren Trauma für das Auge, einem geringeren postoperativen Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) und des geringeren Risikos einer Abstoßungsreaktion. Die DMEK ist an unserer Klinik die Standard-Operation bei endothelialen Hornhauterkrankungen. In einigen Fällen, z.B. bei Erkrankungen der Vorderkammer des Auges, bieten wir auch die DSAEK an, bei der das Transplantat deutlich dicker aber dafür stabiler als bei der DMEK ist.

Tiefe anteriore lamelläre Keratoplastik (DALK)

Bei der tiefen anterioren lamellären Keratoplastik wird das Hornhautstroma unter Aussparung des Endothels entfernt. Dadurch bleibt die tiefe hornhauternährende Schicht erhalten. In die Lücke wird eine entsprechende Spenderscheibe eingenäht. Durch den Erhalt des Endothels ist das Risiko einer Abstoßungsreaktion deutlich verringert. Diese Form der Keratoplastik eignet sich besonders für Patienten mit tiefen stromalen Hornhautnarben oder einem Keratokonus.

Komplikationen sind selten. Wenn eine relativ gesunde Ausgangssituation vorliegt und keine außerordentlichen Probleme auftreten, ist die Komplikationsrate durch Infektionen oder Ähnliches gering. Sie liegt unter 3%. Wenn vorher keine Entzündung am Auge vorlag, das Auge also reizfrei war, heilt die neue Hornhaut nach der Operation ohne Schmerzen ein. War das Auge allerdings schwer entzündet, können im weiteren Verlauf noch Schmerzen bestehen, gegen die wir aber etwas tun können und die allmählich abklingen.
In der Regel werden die Fäden im Zeitraum zwischen neun und zwölf Monaten gezogen.
Da die menschliche Hornhaut keine Gefäße enhält, können die zur Heilung notwendigen Substanzen nicht auf dem Blutweg herantransportiert werden; der Heilungsprozeß dauert entsprechend lange.