Visual Universitätsmedizin Mainz

Was bedeutet „Augenlasern“?

Das Prinzip bei den laserchirurgischen Verfahren an der Hornhaut beruht darauf, dass die Hornhaut den wesentlichsten Anteil an der Gesamtbrechkraft des Auges besitzt. Die Stärke der Brechkraft hängt dabei von der Krümmung der Oberfläche ab: je steiler, desto stärker wird das ins Auge einfallende Licht gebrochen, je flacher, desto geringer ist die Auslenkung der Lichtstrahlen.

In der Refraktiven Laserchirurgie macht man sich diese physikalischen Prinzipien zunutze: Die Oberflächenkrümmung der Hornhaut wird verändert, um die Brechkraft den Erfordernissen des Gesamtauges anzupassen. Dies geschieht, indem man mit speziellen Lasersystemen sehr feine Anteile der Hornhaut abträgt, undzwar nach einem genau berechneten Muster. Das Gewebe wird hierbei in winzigen Bruchteilen einer Sekunde verdampft. Liegt bei einem Patienten eine zu steile Krümmung vor, so wird diese etwas abgeschwächt, ist die Hornhaut zu wenig gekrümmt, wird eine stärkere Brechkraft durch eine Ansteilung der Krümmungsradien herbeigeführt.

Ein solcher Gewebsabtrag kann dabei in verschiedenen Ebenen bzw. Tiefen der Hornhaut erfolgen. Abhängig davon, welches Verfahren zum Einsatz kommt, können dies Schichten unmittelbar unter der äußersten Oberfläche sein oder auch Gewebsschichten, die tiefer in der Hornhaut liegen.

Übrigens: Laser finden in vielen Bereichen der Augenheilkunde als Instrumente Verwendung: Die Verfahren, die in der Refraktiven Chirurgie eingesetzt werden, sind jedoch grundverschieden von solchen, die z.B. bei Netzhauterkrankungen oder beim Grünen Star (Glaukom) zur Therapie benutzt werden.

 

„Augenlasern“ ist nicht alles

Laserchirurgische Methoden zur Behebung von Fehlsichtigkeiten an der Hornhaut sind nur ein Teil des Fachgebiets. Die Refraktive Chirurgie umfaßt insgesamt ein viel weiteres Spektrum chirurgischer Vorgehensweisen zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten. Dies umfasst beispielsweise spezielle Inzisionsverfahren der Hornhaut, Implantate in der Hornhaut, Hornhautversteifungsverfahren (cross linking) oder Linsenchirurgie mit Implantation von künstlichen Intraokularlinsen.
 
Die Laserverfahren (Laser Vision Correction) sind nicht für jeden Patienten geeignet. Es gilt jeweils individuell mit dem Chirurgen die ideale Methode für ein Auge zu bestimmen. Dabei spielen natürlich ganz wesentlich auch Aspekte der Abwägung von Risiken und Chancen eine Rolle.
 
Nicht immer ist es möglich, vollständige Freiheit von jeglicher Korrektionserfordernis zu erzielen. Wenn dies so ist, ist es in vielen Fällen vor einem Eingriff abzusehen und wir sprechen mit unseren Patienten darüber.

Die allermeisten der gängigen, erprobten, zuverlässigen und wirksamen Methoden werden in unserer Abteilung durchgeführt. In persönlichen Gesprächen finden wir mit unseren Patienten jeweils die Lösung, die unter Abwägung von Risiken und Nebenwirkungen die bestmögliche Erfüllung der Erwartungen verspricht. Denn es geht ja nicht nur darum, rechnerisch eine Fehlsichtigkeit zu korrigieren, sondern einem Menschen den Wunsch nach einem möglichst optimalen Sehvermögen zu erfüllen.

Kontakt

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