Visual Universitätsmedizin Mainz

Technologie

Der Behandlungserfolg in der Refraktiven Chirurgie hängt ganz wesentlich vom Einsatz modernster Hochtechnologie ab. In der Mainzer Universitäts-Augenklinik finden in der Diagnostik präzise Meßgeräte Verwendung und die Therapie wird mit Hilfe von bewährten computergesteuerten Systemen und Hochleistungslasern durchgeführt. Im folgenden finden Sie einen kleinen Überblick über unseren „Gerätepark“:

WASCA Aberrometer

Wellenfrontanalysegerät
WASCA Wavefront Analyzer System

Die optischen Fehler eines Auges umfassen neben den durch Sphäre und Zylinder (in Dioptrien) beschriebenen Parametern auch sogenannte Aberrationen höherer Ordnung. Um diese auch im mit laserchirurgischen Methoden behandeln zu können, werden sie zunächst mit einem solchen Aberrometer bzw. Wellenfront-Analysegerät gemessen. Mit dem WASCA steht uns das höchstauflösende Gerät zur Verfügung, das zudem eine extrem kurze Messdauer aufweist. Die Messungen sind ohne künstliche Pupillenerweiterung möglich, sodass unter natürlichen Bedingungen gemessen werden kann. Ein sog. zonaler Rekonstruktions-Algorithmus erlaubt die Auswertung jedes einzelnen Details der Messwerte.

Pentacam Scheimpflug Kamera

3D rotierende Scheimpflug Kamera
Pentacam Scheimpflug Kamera

Mit diesem Gerät lassen sich hochauflösende Schnittaufnahmen und Vermessungen des vorderen Segments des Auges erstellen. Das Scheimpflug-Kamerasystem besteht aus einer rotierenden Spezialkamera mit elektronischem Bildsensor und generiert computergesteuert binnen Sekunden eine dreidimensionale Bildserie mit bis zu 138.000 Meßpunkten. Das Instrument erlaubt dem Refraktivchirurgen optimale präoperative Diagnostik, beispielsweise um zu entscheiden, welche lasergestützen Korrekturverfahren für einen Patienten infrage kommen. Durch die Vielzahl der elektronischen Meßsysteme läßt sich auch die Anzahl der erforderlichen Einzeluntersuchungen eines Patienten verringern.

Keratograph

Placido-Topographiesystem
Keratograph

Dieses Messgerät kombiniert ein Topographiesystem mit einem gleichzeitig integrierten Keratometer. Dabei werden gleichzeitig 22.000 Messpunkte auf der gesamten Hornhaut erfasst. Solche Messungen sind wichtig, um die Oberflächenkonfiguration der Hornhaut präzise erfassen zu können und Entscheidungen über Therapiemöglichkeiten treffen zu können. Die Bilddaten werden digital erfasst und die Messauslösung erfolgt automatisch, sodass die erhobenen Daten optimal reproduzierbar sind. Die Hornhaut wird dabei nicht berührt, die Messungen erfolgen aus 80mm Abstand.

Digitales Endothelmikroskop

Endothelmikroskopie
Endothelmikroskopie

Das bei uns eingesetzte Endothelzellmikroskop ermöglicht es, berührungsfrei Aufnahmen der lebenden Zellen an der Innenseite der Hornhaut zu erstellen. Dies ist insbesondere vor der Implantation von sog. phaken Intraokularlinsen bei sehr ausgeprägter Kurzsichtigkeit von Bedeutung. Die hochauflösenden digitalen Darstellungen dieser sehr empfindlichen Zellschicht werden mit elektronischen Mitteln weiterverarbeitet und erlauben Vermessungen der Zelldichte und der Gestalt jeder einzelnen Zelle.

Laserinterferenz-Biometrie

IOL Master
IOL Master (Carl Zeiss Meditec)

Dieses Gerät basiert auf einem Laserinterferenz-Meßsystem, um präzise Vermessungen der Dimensionen des Auges entlang der Sehachse durchzuführen. Dies geschieht berührungsfrei und liefert sehr komfortabel für den Patienten reproduzierbare Ergebnisse. Auf diese Weise kann die erforderliche Stärke einer Intraokularlinse (IOL), die beispielsweise für multifokale Linsen oder phake Linsen auszuwählen ist, mit der bestmöglichen Genauigkeit berechnet werden.

Optische Kohärenztomographie

RT Vue hochauflösendes OCT
RT Vue hochauflösendes OCT

Mit diesem Gerät können berührungsfrei hochauflösende optische Kohärenztomographien des vorderen Augenabschnitts erzeugt werden. Solche mikroskopisch genauen Schnittbilder erlauben die Untersuchung u.a. der Hornhaut und der vorderen Augenkammer. Dies ist wichtig z.B. vor der Implantation von phaken Intraokularlinsen, um die räumlichen Verhältnisse im Auge genau zu charakterisieren. Ebenso lassen sich damit aber auch Messungen des Hornhautgewebes durchführen, die zur Planung von Laserchirurgie erforderlich sind.

Pupillometer

Colvard-Pupillometer
Colvard-Pupillometer

Die Größe der Pupillen in dunkler Umgebung spielt eine wichtige Rolle in der refraktiven Chirurgie, insbesondere zur präoperativen Planung der Laserchirurgie. Es kommt darauf an, die Behandlungszone der Hornhaut auf die Weite der Pupillen abzustimmen, damit nicht  lendungsphänomene die Sehqualität beeinträchtigen. Wir messen die Pupillengröße bei jedem Patienten bereits bei der Erstvorstellung mit diesem Colvard Pupillometer, das durch Restlichtverstärkungssysteme eine genaue Messung bei 4 cd/m² ermöglicht.

MEL 80 Excimer Laser

MEL 80 Excimer Laser (Carl Zeiss Meditec)
MEL 80 Excimer Laser (Carl Zeiss Meditec)

Dieser Excimer-Laser kommt bei uns zum Einsatz bei laserchirurgischen Methoden wie FemtoLASIK oder LASEK. Die besonders feine Fokussierung des Laserstrahls auf 0,7 mm Durchmesser mit einem speziellen Profil ermöglicht feinste Korrekturen in der Hornhaut. Für die Nachsteuerung des Lasers bei unwillkürlichen Augenbewegungen während der Operation sorgt ein sog. aktiver Eyetracker und eine ultraschnelle Infrarotkamera, die Pupille und Rand der Hornhaut gleichzeitig erfasst. Dies garantiert eine exakte Positionierung während der Laserbehandlung. In den meisten Fällen wird auf diesem Lasersystem mit einem asphärischen Ablationsprofil gearbeitet, wodurch die Abbildungsqualität im Auge nach einer Operation zusätzlich optimiert wird.

VisuMax Femtosekunden-Laser

VisuMax Femtosekunden-Laser

Dieses Femtosekundenlaser-System wird für die FemtoLASIK eingesetzt. Der Femtosekundenlaser erlaubt die derzeit höchstmögliche Präzision bei gleichzeitig minimalem Trauma zur Präparation von Hornhautschichten. Im Gegensatz zu Mikrokeratomen, die mit sehr scharfen Messern arbeiten, werden hierbei viele ZigTausend einzelner ultrakurzer Laserblitze ins Gewebe fokussiert, die die einzelnen Gewebsschichten voneinander lösen. Hierbei können auch feinste Gewebsformen erzeugt werden, die mit Klingen gar nicht möglich wären, z.B. sog. flaps mit gewinkeltem Randprofil. Dies bewirkt nach einer Operation eine bessere Stabilität des Auges und bietet ein Maximum an Sicherheit für unsere Patienten.