Visual Universitätsmedizin Mainz

Hochschulambulanz - Struktur und Persepektiven

Das CTH setzt als Modellzentrum die Integration von Forschung und Behandlung strukturell um. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Auf- und Umbau von klinisch-wissenschaftlichen Hochschulambulanzen, zusammengefasst in einem CTH Gesundheitszentrum. Ziel ist es, durch eine konzeptionelle Verbindung von Forschung und Gesundheitsversorgung neue Impulse in der Wissenschaft für eine qualitativ optimierte Patientenbehandlung zu schaffen. Der Mehrwert dieses Konzepts liegt in der Fokusierung auf die Erkrankung (im Bereich Thrombose und Hämostase) mit dem Erkrankten im Zentrum des Engagements des CTH.

Diese thematisch-strukturelle Ausrichtung des CTH baut auf dem BMBF-Programm „Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)“ auf und orientiert sich konzeptionell vor allem auch an den Empfehlungen des Wissenschaftsrats hinsichtlich zum Thema Hochschulambulanz:

Auszug aus den „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der ambulanten Universitätsmedizin in Deutschland“, 2010

„(…) Die hochschulmedizinischen Ambulanzen sind unverzichtbarer Bestandteil der Universitätsmedizin für Forschung, Lehre und die Heranbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie bieten die singuläre Möglichkeit, patientenorientierte klinische Forschung in einem ambulanten Umfeld durchzuführen und nur ambulant zu behandelnde Krankheitsbilder im Rahmen der Lehre zu demonstrieren.

In gleichem Maße spielen sie eine besondere Rolle in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung, da hier Patienten mit komplexen und/oder seltenen Erkrankungen qualifiziert betreut werden, die beim einzelnen niedergelassenen Arzt nur selten vorkommen. Darüber hinaus nehmen die hochschulmedizinischen Ambulanzen im Rahmen der fachärztlichen Versorgung erhebliche Versorgungsleistungen sowohl regional als auch überregional wahr. Die Universitätsklinika stellen mit ihrer Spezialkompetenz und dem Verbund spezialisierter Fachrichtungen die Versorgung von Patienten sicher, die besonderer diagnostischer und therapeutischer Betreuung bedürfen.(…)“

„(…) Der Wissenschaftsrat ist der Auffassung, dass den hochschulmedizinischen Ambulanzen künftig eine stärkere Rolle bei der Erfüllung der Aufgaben der Universitätsmedizin zukommen muss.(…)“

„(…) Die hochschulmedizinischen Ambulanzen müssen künftig neben dem stationären Betrieb als gleichwertiger Teil der Universitätsmedizin gesehen werden. (…) Die ambulanten Bereiche der Universitätsmedizin leisten einen erheblichen Beitrag zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung der Bevölkerung, der über das für Forschung und Lehre erforderliche Maß hinausgeht. Entscheidend für den Patienten sind hierbei nicht nur die diagnostischen Möglichkeiten der Universitätsklinika, sondern auch die Expertise des Spezialisten zur Differentialdiagnostik komplexer Krankheitsbilder. (…)“

Strukturen optimieren – Forschung intensivieren:

„(…) Die Struktur und Organisation der hochschulmedizinischen Ambulanzen muss deren wachsender Bedeutung entsprechend ausgestaltet werden. Dazu gehört eine stärkere Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Patienten. Die Gesamtorganisation der hochschulmedizinischen Ambulanzen muss sich in die Gesamtstrategie von Fakultät und Klinikum in Forschung, Lehre und Krankenversorgung einfügen. Der Wissenschaftsrat spricht sich für ein abgestuftes Organisationsmodell aus, dessen Gliederung mit wenigen zentralen Ambulanzportalen und nachgelagerten Spezialambulanzen dem notwendigen Leistungsspektrum Rechnung trägt und das Profil der Gesamteinrichtung in Forschung, Lehre und Krankenversorgung widerspiegelt. (…)“

Das CTH orientiert sich als Profilzentrum an dem Konzept des Wissenschaftsrats und hat die relevanten klinisch-wissenschaftlichen Bereiche an der Universitätsmedizin im Themenfokus „Thrombose und Hämostase“ im Rahmen eines integrativen Ambulanzmodells neu aufgestellt. Alle klinischen Strukturen des CTH sind unmittelbar an der translationalen Verbindung zur Forschung ausgerichtet und ermöglichen damit eine gute Instrumentalisierung der wichtigen Schnittstelle zwischen Versorgung und Forschung für medizinische Innovationen (Studien, Leitlinien, Versorgungskonzepte).

 

„(…) Die hochschulmedizinischen Ambulanzen spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Praxis. Ihre Einbindung in die patientenorientierte klinische Forschung ist zu intensivieren. Um vermehrt klinische Studien effizient und qualitätsgesichert durchführen zu können, bedarf es einer entsprechenden Organisation, bei der Patienten gezielt über die Ambulanzportale in Spezialambulanzen transferiert werden. Die Spezialambulanzen, aber auch die Ambulanzportale, sind für die Erfordernisse klinischer Studien auszustatten und konsequent mit Klinischen Studienzentren zu vernetzen. Für die grundlagenorientierte klinische Forschung ist die Sicherstellung der Materialgewinnung einschließlich der notwendigen klinischen Daten der Patienten von entscheidender Bedeutung. Entsprechende Bio- und Datenbanken sind mit den hochschulmedizinischen Ambulanzen zu vernetzen. Standortübergreifenden Forschungskooperationen kommt eine immer stärkere Bedeutung zu. Für seltene Erkrankungen sollten an den Universitätsklinika Anlaufstellen definiert und in Spezialambulanzen, Fach- bzw. Referenzzentren und regional übergreifende Expertennetze, gegliedert werden. Den hochschulmedizinischen Ambulanzen kommt bei der überregionalen Koordinierung die zentrale Rolle zu. (…)“

Das CTH ist bestrebt, zeitnah ein neues Modell der Hochschulambulanz/-medizin an der Universitätsmedizin Mainz umzusetzen. Dieser Prozess wird gemeinsam mit dem externen Advisory Board (ESAB) des CTH evaluiert und ständig weiterentwickelt. Ziel ist, das CTH als Referenzzentrum auf nationaler und Versorgungszentrum auf regionaler Ebene dauerhaft und sichtbare in Forschung wie Patientenbehandlung zu etablieren.