Visual Universitätsmedizin Mainz

TRP X20 - Vergleich subkutaner Interleukin-2 Behandlung (low-dose) zusätzlich zur Standard-Antikoagulation gegenüber Antikoagulation allein bei erstmaliger proximaler akuter Beinvenenthrombose

Förderzeitraum: 01.01.2019 - 31.08.2020

Projektskizze

Die tiefe Beinvenenthrombose ist die häufigste Art der venösen Thromboembolien (VTE). Patienten, die an einer tiefen Beinvenenthrombose erkranken, sind gefährdet durch Loslösen des Thrombus eine potentiell lebensgefährliche Lungenembolie zu erleiden, oder - auch lange Zeit nach der Diagnose -chronische Erkrankungen wie das postthrombotische Syndrom (PTS) zu entwickeln. Die derzeit genutzte Standardtherapie der venösen Thrombose ist die medikamentöse Antikoagulation. Neben anderen Komorbiditäten und Merkmalen der akuten tiefen Venenthrombose (TVT), die das PTS-Risiko beeinflussen, wurde iliofemorale TVT in Prognosestudien als unabhängiger Faktor identifiziert, der mit Langzeitfolgen einhergeht. Daher kann diese Patientengruppe besonders von präventiven Maßnahmen oder gezielten Interventionen zur Verbesserung der Thrombusauflösung profitieren.

Basierend auf den Erfahrungen aus Kohorten- und Fallkontrollstudien wurde postuliert, dass die Verbesserung des Thrombusauflösungsprozesses (sowohl nach TVT als auch nach Lungenembolie) das Risiko für wiederkehrende VTE-Ereignisse sowie Komplikationen wie PTS und chronische thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) verringern kann.

Immunzellen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Auflösung akuter Venenthrombosen. Wichtige Immunzellen für die körpereigene Thrombusauflösung sind regulatorische T- Zellen und T- Effektor Zellen, die unter anderem durch das Zytokin Interleukin-2 (IL-2) moduliert werden. In einer kürzlich von uns (AG Becker) durchgeführten Studie wurde die Rekrutierung, Aktivierung und Entzündungsaktivität von T-Zellen in einem Mausmodell für die akute VTE (im Vena Cava-Ligationsmodell) untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass Effektor-Memory T-Zellen (TEM) die (sterile) Entzündungsreaktion bei akuter VTE orchestrieren, indem sie die Rekrutierung von Neutrophilen und Monozyten beeinflussen und so letztendlich die Auflösung des Thrombus beeinflussen. Das Konzept, dass die Expansion und Aktivierung von Treg-Populationen durch IL-2 und damit die Erhöhung des Treg / TEM-Verhältnisses die Thrombusauflösung verbessern kann, wurde erfolgreich in einem nachfolgenden Experiment getestet.

Basierend auf diesen Voruntersuchungen, ist unsere Hypothese, dass eine Behandlung mit niedrig-dosiertem subkutanten Interleukin-2 ein sicherer und durchführbarer Eingriff ist, der zur Modulation des Immunsystems führt, indem die Anzahl der Treg-Zellen bei Patienten mit der ersten proximalen akuten DVT signifikant erhöht wird. Wir spekulieren auch, dass die Verabreichung dazu beitragen kann, die Auflösung der TVT zu verbessern, und somit nach 3-monatiger Behandlung mit Antikoagulanzien zu einer geringeren venösen Restthrombose führt.

Die vorliegende randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Pilotstudie soll eine neuartige Strategie zur Verbesserung der Behandlung von akuter VTE basierend auf immunmodulatorischen Zusatztherapien bewerten und grundlegende Beobachtungen der Forschung in der klinischen Anwendung überprüfen. Die Studie ist im CTH angesiedelt und wird durch die Interaktion zwischen verschiedenen Forschungsgruppen mit einem Fokus auf Entzündung und Thrombusauflösung befördert. Die Sammlung von klinischen, Ultraschall- und Labordaten innerhalb eines interventionellen Umfelds ermöglicht vordefinierte Sekundäranalysen, um Fragen zu beantworten, die im experimentellen Umfeld generiert wurden.

Projektleitung

Dr. Barco
Dr. Stefano Barco
Funktionen: Nachwuchsgruppenleiter

06131-17 8251
06131 17 8461
s.barco@uni-mainz.de

PD Dr. rer. nat. Becker
PD Dr. rer. nat. Christian Becker
Funktionen: Projektleiter

06131/17-2917
christian.becker@unimedizin-mainz.de

Univ.-Prof. Dr. med. Espinola-Klein
Univ.-Prof. Dr. med. Christine Espinola-Klein
Funktionen: Leiterin der Angiologie, Kardiologie I
Qualifikationen: Fachärztin für Innere Medizin, Angiologie, Kardiologie und Hämostaseologie

espinola@uni-mainz.de