Visual Universitätsmedizin Mainz

TRP X22 - Einfluss des Endothels auf die Thrombingenerierung und Relation zum kardiovaskulären Profil bei Erwachsenen

Förderzeitraum: 01.03.2019 – 29.02.2020

Projektskizze

Die laborchemische Bestimmung des Thrombingenerierungspotentials (TG) ist ein neuartiges Verfahren zur Beurteilung des individuellen Thrombose- oder Blutungsrisikos. Unsere Arbeitsgruppe konnte vor Kurzem zeigen, dass die Untersuchung der prokoagulatorischen Aktivität in Thrombozyten-reichem Material der Bestimmung in Thrombozyten-freiem Material zur Abschätzung des individuellen kardiovaskulären Risikos überlegen ist. Der Gewebefaktor-Inhibitor TFPI (eng. tissue factor pathway inhibitor, TFPI) ist der Hauptinhibitor der extrinsischen Gerinnungskaskade und stellt somit eine zentrale Schaltstelle zur Regulation der Gerinnungshemmung dar. Das Protein TFPI wird hauptsächlich von Gefäßendothelzellen, aber auch von Thrombozyten gebildet. Der Großteil (ca. 80%) des gebildeten TFPI bleibt mit dem Endothel verbunden (TFPI-β). Das restliche TFPI zirkuliert im Körper und liegt in zwei unterschiedlichen Konfigurationen vor: 10-20% des Plasma-TFPI liegt in der aktiven Form (sog. full-length TFPI-α) vor, während der verbleibende Anteil als inaktive Form (z.B. gebunden an Lipide) im Plasma zirkuliert. Darüber hinaus enthalten Thrombozyten einen TFPI-Pool mit reinem full-length TFPI-α, das bei der Plättchenaktivierung freigesetzt wird.

Bisher liegen keine Untersuchungen zur TFPI-α Aktivität im Plasma mittels TG-basierten Assays in einem populationsbasierten Setting vor. Unsere vorläufigen Daten zeigen, dass eine Modulation des TG durch den Zusatz eines anti-TFPI-α Antikörpers zusätzliche Informationen über das individuelle kardiovaskuläre Risiko bringen könnte. Des Weiteren kann der relative Anteil des aktiven TFPI („full length-TFPI“) an der Gesamtmenge des TFPI („total TFPI“) möglicherweise Aufschlüsse darüber liefern, in welchem Ausmaß die TFPI-Formen die TG in An- und Abwesenheit des anti-TFPI-Antikörpers modulieren.

Im aktuellen translationalen Forschungsprojekt untersuchen wir den Einfluss der aktiven TFPI-Form (α-TFPI) auf das kardiovaskuläre Risikoprofil durch Messung des TG in plättchenfreiem Plasma in einer repräsentativen Stichprobe der Gutenberg-Gesundheitsstudie. Begleitend zur Bestimmung der TG werden in diesen Studienteilnehmern humorale Biomarker der Endothel- und Blutplättchenaktivierung sowie deren Zusammenhang mit dem kardiovaskulären Risikoprofil untersucht. Darüber hinaus werden Analysen der TG unter verschiedenen experimentellen Bedingungen (d.h. verschiedene Qualitäten des Blutplasmas, wie z.B. platelet rich plasma, platelet free plasma ohne vs. mit Zusatz eines TFPI-α-Antikörpers) durchgeführt, um diese Ergebnisse in Zusammenschau mit Biomarkern der Endothel- und Thrombozytenaktivierung und insbesondere im Hinblick auf das kardiovaskuläre Risikoprofil der Studienteilnehmer, eingehend zu analysieren.

Projektleitung

Dr. Panova-Noeva
Dr. Marina Panova-Noeva
Funktionen: Nachwuchsgruppenleiterin, Wissenschaftliche Supervisorin „Early Clinical Translation“

06131/17-6050
marina.panova-noeva@unimedizin-mainz.de