Visual Universitätsmedizin Mainz

TRP X40 Zusammenhang von Hormonstatus und Gerinnungsneigung in Patienten mit überstandener Krebserkrankung im Kindesalter

Förderzeitraum: 01.08.2019 – 31.07.2020

Projektskizze

Die Verbesserung frühzeitigerer Diagnosen und modernerer Krebstherapien resultiert in einer stetig ansteigen Zahl von Personen mit überstandener Krebserkrankung im Kindesalter. Leider zeigt sich in diesen Erwachsenen im weiteren Verlauf ihres Lebens auch ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Kardiovaskuläre Erkrankungen sind, gefolgt von Rezidiven, die häufigste Todesursache in dieser Personengruppe. Die pathologischen Mechanismen, die dieses erhöhte Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen verantworten, sind allerdings noch nicht vollständig aufgeklärt.
Anzeichen verfrühter Atherosklerose wurden in Personen mit überstandener Krebserkrankung im Kindesalter berichtet, besonders in denen, die eine Ganzkörperbestrahlung erhielten. Chronische Entzündung und endotheliale Dysfunktion sind bekannte Merkmale von Atherosklerose. Eine erhöhte Blutgerinnung konnte ebenfalls als wichtiger Trigger bei der Entstehung und im Fortschreiten von Atherosklerose festgestellt werden. Des Weiteren, besonders im Fall von Krebsüberlebenden, ist das weibliche Geschlecht Risikofaktor für eine Vielzahl unerwünschter Ereignisse. Allerdings ist bis jetzt nur wenig über die für das erhöhte Risiko verantwortlichen pathophysiologischen Mechanismen bekannt.
Unsere neuesten Ergebnisse zeigten in einer Untergruppe der CVSS-Studie eine Plättchen-abhängige Hyperkoagulabilität in Krebsüberlebenden mit Übergewicht und Bluthochdruck. Außerdem zeigten weibliche Krebsüberlebende ein gesteigertes Potenzial der Thrombingenerierung im Vergleich zu entsprechenden Männern, sowohl in An- als auch in Abwesenheit von Blutplättchen.
Hormonelle Veränderungen, wie Unfruchtbarkeit, wurden in Erwachsenen nach überstandener Krebserkrankung im Kindesalter beschrieben. Es konnte gezeigt werden, dass Östrogen bei Frauen einen wichtigen Beitrag zur Verzögerung des Eintretens atherothrombotischer Ereignisse spielt. Ob ein Östrogenmangel durch die Krebstherapie der ursächliche Grund für die Hyperkoagulabilität in weiblichen Krebsüberlebenden ist, sollte weiter untersucht werden.
Daher ist das Ziel dieses Antrags den Zusammenhang zwischen Hormonstatus und Parametern der Thrombingenerierung, gemessen in Plättchen-armem Plasma in Personen der CVSS Kohorte, zu untersuchen.

Projektleitung

Dr. Panova-Noeva
Dr. Marina Panova-Noeva
Funktionen: Nachwuchsgruppenleiterin, Wissenschaftliche Supervisorin „Early Clinical Translation“

06131/17-6050
marina.panova-noeva@unimedizin-mainz.de