Visual Universitätsmedizin Mainz

Minimal-invasive Chirurgie

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Definition

Die minimal-invasive Chirurgie unterscheidet sich von der konventionellen Chirurgie durch den kleinstmöglichen Zugangsweg. Verwendet werden für die Sich sogenannte Endoskopie, also Optiken an einem Stab, die in der Regel mit einer hochauflösenden Kamera verbunden werden. Das Operationsgebiet wird auf einem Monitor betrachtet. Grundsätzliches Ziel ist die Operation mit kleinstmöglicher Verletzung durch den Zugangsweg und dadurch eine Verminderung von Schmerzen und Narben. In der Frauenheilkunde gibt es zwei wesentliche Anwendungsbereiche, die Operation in der Bauchhöhle (Laparoskopie) und die Operation in der Gebärmutter (Hysteroskopie).

Laparoskopie

Die Einführung der Optik erfolgt durch einen kleinen Schnitt im Bauchnabel. Zunächst wird der Bauchraum mit einer dünnen stumpfen Nadel punktiert und mit Gas gefüllt, so dass sich die Bauchdecke vorwölbt und der Darm zurückfällt. Hierdurch wird das Verletzungsrisiko minimiert. Mit der Optik kann man zunächst den Ganzen Bauchraum inspizieren und dann - Abhängig vom geplanten Eingriff - unter Sicht weitere Arbeitskanäle von 6 mm anlegen. Will man Gewebeteile (beispielsweise Zysten) entfernen und bergen, braucht man einen 12 mm großen Kanal. Über diese Arbeitskanäle kann mit verschiedenen Instrumenten operiert und auch genäht werden.

3D-Laparoskopie

Das neueste und technisch aufwendigste Verfahren ist die dreidimensionale Laparoskopie. Mit einer hochauflösenden Doppelkamera werden räumliche Bilder erzeugt, ähnlich wie bei dreidimensionalen Kinofilmen. Auf einem großen 3D-Monitor kann man dann - wie im Kino mit speziellen Brillen - das Operationsgebiet räumlich betrachten. Durch die sehr scharfe und vergrößerte Darstellung werden kleinste Details dargestellt und man kann sehr präzise, schnell und gewebeschonend operieren. In der Frauenklinik ist ein solches 3D-System seit 2016 im Einsatz und ermöglicht uns, auch große Krebsoperationen minimalinvasiv und patientenschonend zu operieren.

Anwendungen

Über eine Laparoskopie können die meisten Eingriffe an der Gebärmutter und an den Eierstöcken erfolgen.

Gebärmutter:

  • Entfernung von Myomen
  • Gebärmutterentfernung (partiell oder komplett)
  • Operation des Gebärmutterhalskrebses (mit Entfernung der Lymphknoten)

Eierstöcke:

  • Sterilisation
  • Eileiterschwangerschaft
  • Zystenausschälung
  • Eierstockentfernung
  • Diagnostik und Operation bei Kinderwunsch

Operationen im kleinen Becken

  • Lösung von Verwachsungen (Adhäsiolyse)
  • Abklärung von chronischen Unterbauchschmerzen
  • Diagnostik und Behandlung der Endometriose
  • Behebung von Senkungszuständen

Hysteroskopie

Unter einer Hysteroskopie versteht man eine Spiegelung der Gebärmutterinnenseite. Sie wird zur Diagnostik und als operative Hysteroskopie auch zur Therapie eingesetzt. Es werden sehr feine Optiken von 4 bis 6 mm verwendet. Das eigentlich schmerzhafte ist die Dehnung des Gebärmutterhalses soweit, dass das Instrument eingeführt werden kann, ansonsten ist die Gebärmutterinnenseite nicht schmerzempfindlich. Da die Gebärmutterinnenseite normalerweise keine Höhle ist, muss sie mit Flüssigkeit aufgedehnt und gefüllt werden. Die Hysteroskopie unterstützt die Ursachensuche bei Blutungsstörungen und auffälligen Befunden bei der Ultraschalluntersuchung wie Schleimhautwucherungen, Polypen oder in der Gebärmutterhöhle gelegenen Myomen. Das Verfahren wird häufig in Kombination mit einer Ausschabung verwendet.

Bei der operativen Hysteroksopie wird ein etwas dickeres Instrument verwendet (Resektoskop), welches zusätzlich eine Elektroschlinge besitzt, mit der man beispielsweise Myome ausschälen kann.

Anwendungen

  • Diagnostik bei Kinderwunsch
  • Diagnostik bei Blutungsstörungen
  • Abtragung von Polypen oder Myomen
  • Endometriumablation
  • Legen oder Entfernen einer Spirale