Visual Universitätsmedizin Mainz
Forschung

Forschung

 

Die Forschung fokussiert auf die Themengebiete Angiogenese, Wundheilung und Tumorwachstum sowie Circadianes System, Retina, Genexpression und tageszeitliche Dynamik der Photorezeptorzelle.
Das methodische Repertoire der AGs umfasst ein breites Spektrum mikroskopischer Darstellungsverfahren (z.B. Rasterelektronenmikroskopie, Transmissionelektronenmikroskopie, Laser-Scanning-Mikroskopie) sowie biochemischer (z. B. Western blot, Southern blot) und molekularbiologischer Techniken (z. B. Realtime-PCR, Gen-defiziente Mausmodelle).

 

AG Ackermann

Die reparative und regenerative Wundheilung hängt unter anderem von der Induktion von Gefäßen ab. Neue Gefäße bilden sich entweder durch Sprossung aus präexistenten Gefäßen oder über den Weg der intussuszeptiven Angiogenese (IA). Im Rahmen eines NIH-RO1 Kooperationsprojekts untersucht unsere Gruppe, inwieweit die IA bei der Neubildung von murinem Lungengewebe nach Pneumonektomie involviert ist und sie sich beeinflussen lässt. Die Mechanismen des Lungenwachstums, insbesondere die Beteiligung von endothelialen Vorläuferzellen, werden gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern am Brigham & Women's Hospital der Harvard Medical School und der Harvard School of Public Health untersucht.
Des Weiteren wird der Einfluss von mikromechanischen Kräften bei der Regeneration mithilfe einer unilateralen Phrenicusexhärese erforscht.
In enger Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik werden 3D-Quantifizierungsmethoden mittels MAVI-Software angewandt, um Gefäßvolumendichten, Gefäßoberflächen, Durchmesser und Eulerzahlen zu erfassen.
Im Rahmen dieses Projekts soll diese Plattform optimiert und weiterentwickelt werden, um die Frage nach dem Einfluss physikalischer Faktoren (mechanischer Stress) und endothelialer Vorläuferzellen auf das Postpneumonektomie-Lungenwachstum zu untersuchen. Dieses Projekt entwickelte sich aus unseren Untersuchungen zur Chronischen Entzündung, bei der wir zeigen konnten, dass Mikroangioektasien mit drastischer Herabsetzung der Scherkräfte eine strukturelle Voraussetzung für die Leukozytentransmigration sind. Bei zwei verschiedenen Colon-Entzündungsmodellen wurde nachgewiesen, dass sich nach Durchmesservergrößerungen der Kapillaren im submukösen Plexus Duplikationen der Gefäßstrecken, vorzugsweise durch intussuszeptives Gefäßwachstum, finden.
Daneben untersucht die AG Konerding weiterhin die Effekte proangiogener Wachstumsfaktoren wie VEGF (vascular endothelial growth factor), PDGF (platelet derived growth factor) und FGF-II (basic fibroblast growth factor) oder auch endothelialer Präkursorzellen auf die Wundheilung mit dem Ziel einer optimierten Wundheilung. Ebenso erfolgt in Kooperation mit der University of Ulster die Untersuchung des Einflusses der Angiogenese bei Morbus Alzheimer und deren therapeutischen Beeinflussung.
Klinische Fragestellungen zur Biomechanik der ventralen Leibeswand, der Integration von Herniennetzen oder Einklemmverletzungen werden in verschiedenen klinischen Kooperationen bearbeitet.


AG Spessert

Die Retina unterliegt einer tageszeitlichen Rhythmik hinsichtlich zahlreicher Parameter. Diese tageszeitliche Regulation ist im Bereich der Wirbeltiere hoch konserviert und funktionell als Anpassung der Retina an die mehr als 100-fachen Veränderungen in der Licht- intensität über den 24-stündigen Tageszyklus zu verstehen.
Die tageszeitliche Adaptation der Retina betrifft auch die Photorezeptoren (Stäbchen und Zapfen). So zeigen diese eine 24-stündige Rhythmik hinsichtlich ihrer Morphologie (z. B. Erneuerung und Phagozytose der Membranscheibchen im Außensegment, Ultrastruktur der Ribbon-Synapse) und Physiologie (z. B. Synthese von Melatonin, visuelle Signalverarbeitung). Die tageszeitlichen Veränderungen der Photorezeptoren werden teils direkt durch die äußeren Lichtbedingungen reguliert und teils durch retinaeigene molekulare Uhren (Oszillatoren) kontrolliert, die ihrerseits wiederum durch die äußeren Lichtbedingungen beeinflusst werden. In der Arbeitsgruppe wird die tageszeitliche Adaptation der Photorezeptoren auf Genebene untersucht. Hierbei wird die Arbeitshypothese verfolgt, dass das Überleben des Photorezeptors unter wechselnden Lichtintensitäten durch die tageszeitliche Regulation von Genen mit protektiver Potenz gefördert wird.

 

AG Lehrforschung

Es werden Untersuchungen zur Optimierung von Lehrmethoden mit Bezug zur anatomischen Lehre durchgeführt und hierbei auch Kooperationen mit Klinikern aufgebaut.

 

Für Details siehe Webseiten der Gruppen oder Forschungsberichte der Universitätsmedizin Mainz. Die einzelnen Publikationen und Projekte können in der Forschungsdatenbank abgerufen werden.

Weitere Informationen zur Forschung in der Universitätsmedizin sind auf den Seiten des Ressort Forschung und Lehre zu finden.