Visual Universitätsmedizin Mainz

Historie der Klinik

Im Juni 1963 wurde in Mainz die erste Herzoperation mit Unterstützung der Herz-Lungen-Maschine durch Prof. Kümmerle durchgeführt.  Die Universität Mainz gehörte damit zu den Pionierkliniken der Herzchirurgie, da das übliche Vorgehen bei Herzoperationen in diesen Jahren die Hypothermie durch externe Kühlung mit Kreislaufstillstand war. Die Klinik von Prof. Kümmerle gehörte seinerzeit gemeinsam mit Göttingen (Prof. Bücherl), Düsseldorf (Prof. Löhr), Berlin (Prof. Linder), Heidelberg (Prof. Spohn) und Marburg (Prof. Zenker) zu den Wegbereitern der modernen Herzchirurgie.  Der Aufschwung der Herzchirurgie und insbesondere die Versorgung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern führte zu der Gründung der ersten Kinderintensivstation in Deutschland (Prof. Jüngst). Prof. Jüngst gelang die erste Sprengung einer Pulmonalklappe in Deutschland. Mit der Emeritierung von Prof. Kümmerle (1985) wurde ein eigenständiger Lehrstuhl für Herz Thorax-und Gefäßchirurgie eingerichtet. Prof. Dr. med. H. Oelert entwickelte die Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie konsequent weiter. Um der voranschreitenden Spezialisierung des Faches Rechnung zu tragen, richtete er C3 Professuren für Thoraxchirurgie (Prof. Mayer) und Kinderherzherzchirurgie (Prof. Heinemann) ein. Nachfolger von Prof. Oelert ist seit April 2004 Prof. Dr. med. Chr. Vahl. Um der rasch anwachsenen Nachfrage nach gefäßchirurgischen Leistungen gerecht zu werden, konnte eine deutliche Ausweitung der gefäßchirurgischen Kapazität erreicht werden. Während im gesamten Jahr 2003 etwa 560 gefäßchirurgische Eingriffe am Universitätsklinikum durchgeführt worden waren, wurden allein im zweiten Halbjahr 2006 mehr als 670 Gefäßoperationen durchgeführt. Die Einführung minimalinvasiver Techniken, die Weiterentwicklung klappenerhaltender Chirurgie und die umfassende Aortenchirurgie führten zu einem erheblichen Anstieg der Nachfrage nach herzchirurgischen Leistungen. Seit 2004 werden in Mainz nahezu alle Aortenklappenoperationen minimal-invasiv durchgeführt. Dieses hat zu einer erheblichen Reduktion der postoperativen Liegezeit geführt und gestattet es, auch alten Menschen, die sich dem Trauma einer in konventioneller Technik durchgeführten Operation nicht aussetzen wollen, ein Operationsangebot machen zu können. Auch Bypassoperationen werden, wenn indiziert minimalinvasiv (MIDCAB) oder ohne Herz-Lungen-Maschine (OPCAB) durchgeführt. Mehr als 90% der Patienten mit Mitralklappeninsuffizienz werden erfolgreich rekonstruiert, ein großer Anteil davon mit minimal invasivem Zugang. Die Rekonstruktion der Aortenklappe und die Chirurgie des Aortenaneurysmas sind weitere wesentliche neue Schwerpunkte. Seit 2004 wurden mehr als 150 Operationen wegen Aortenaneurysmen in Mainz durchgeführt, ein großer Teil davon mit Rekonstruktion der Aortenklappe.

Als universitäre Einrichtung der Maximalversorgung ist die Klinik heute spezialisiert auf die herzchirurgische Therapie des alten Menschen und auf die Herzinsuffizienz-Therapie.