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Interdisziplinäres Gynäkologisches Krebszentrum

Unser Interdisziplinäres Gynäkologisches Krebszentrum des Universitätsklinikums Mainz stellt sich vor.

Es wird von Herrn Professor Marcus Schmidt geleitet ist durch die Deutsche Krebsgesellschaft und die Europäische Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie zertifiziert.

 

Liebe Patientinnen,

 

wir sind spezialisiert auf das frühe Erkennen  und die individuelle Behandlung von gynäkologischen Krebserkrankungen.. Wir stehen für optimale Betreuung nach neuesten Erkenntnissen und umfassende Kompetenz.

Auch lassen sich bösartige Tumore heute vielfach heilen, therapiebedingte Nebenwirkungen wurden deutlich reduziert.

 

Interdisziplinäres Netzwerk

 

Wir arbeiten mit Chirurgen, Radiologen, Strahlentherapeuten, Nuklearmedizinern, medizinischen Onkologen und zahlreichen niedergelassenen Frauenärzten der Region, eng zusammen, um Ihnen die aktuellste Diagnostik und Therapie anbieten zu können. Dabei wird unsere Arbeit von erfahrenen Psychoonkologen, Sozialarbeitern und Seelsorgern, Physiotherapeuten und onkologisch geschulten Pflegekräften unterstützt.

In unserem wöchentlich durchgeführten interdisziplinären Tumorboard bündeln wir unsere Kompetenz und erörtern sämtliche Aspekte Ihrer Erkrankung und legen eine individuell für Sie zugeschnittene Therapie fest. Über die Ergebnisse der Konferenz werden Sie als Patientin ausführlich aufgeklärt. In dieses Gespräch können auch Angehörige und Freunde einbezogen werden.

Um für Sie eine optimale Betreuung zu gewährleisten und Behandlungsstrategien zu verbessern, nehmen wir an nationalen und internationalen Studien teil. Der ständig weltweite Austausch mit anderen Krebszentren und Forschungseinrichtungen gewährleistet dadurch den Anschluss an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. 2007 wurden wir von der European Society of Gynecologic Oncology und 2015 von der Deutschen Krebsgesellschaft als Gynäkologisches Krebszentrum zertifiziert. Wir sind integraler Bestandteil des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT) Mainz, das 2016 von der Deutschen Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum zertifiziert wurde.

 

Im Mittelpunkt stehen immer Sie, als Frau und Individuum.

Krebserkrankungen sind unerwartete und schwere schicksalhafte Einschnitte im Leben einer Frau. Sie reißen  Sie aus ihrem „normalen Alltag“ heraus und können  sowohl Sie selbst als auch ihre Angehörigen sehr belasten. In unserem gynäkologischen Krebszentrum bieten wir Ihnen unsere Hilfe bei Krebserkrankungen im Bereich des Unterleibs (Genitalkarzinome) der Frau an. Dazu gehören Karzinome der Gebärmutterhöhle (Uterus), des Gebärmutterhalses (Zervix), der Eierstöcke (Ovarien), der Eileiter (Tuben), der Scheide (Vagina) und der Schamlippen (Vulva). Dazu gehören auch bösartige Erkrankungen, die nach einer Fehlgeburt oder einer Schwangerschaft (Trophoblasttumore) entstehen können. Patientinnen mit Brustkrebs werden in unserem seit 2003 zertifizierten interdisziplinären Brustzentrum ebenfalls nach modernsten Therapieleitlinien behandelt.

Unser Ziel ist es, Ihnen die wirksamste und modernste Behandlung für ihre Erkrankung anzubieten. Erfahrene  Ärztinnen  und  Ärzte der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit sind im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO), einer selbständigen Gemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. in allen Kommissionen (Mamma, Ovar, Uterus, Vulva/Vagina, TraFo) vertreten. Sie wirken so an der Erstellung von nationalen Leitlinien zur Diagnostik und Therapie gynäkologischer Tumore und des Brustkrebs mit.

Bei einer Krebserkranung werden wir Sie begleiten und den Weg, der vor Ihnen liegt, gemeinsam mit Ihnen gehen! 

 

Zuwendung und Kompetenz

Dabei haben wir folgende Schwerpunkte:

 

Operative Krebstherapie

Erfahren Operateure unserer Klinik führen  alle notwendigen Operationen zur Therapie des Ovarial-, Uterus-, Zervix-, Vulva- und Vaginalkarzinoms nach den neuesten internationalen Standards durch.. Durch eine enge Zusammenarbeit mit der Urologie, Chirurgie, Plastischen Chirurgie, Anästhesie und Strahlentherapie sind alle Möglichkeiten zum Erhalt oder der plastischen Wiederherstellung von Organen gegeben. Viele Operationen können bei uns minimal invasiv (über kleine Schnitte und modernste 3D Kameratechnik) durchgeführt werden. Dadurch können auch kleine Strukturen, wie Gefäße und Nerven rechtzeitig gesehen und geschont werden. Dies ist vor allem für die Lebensqualität von großer Bedeutung.

Patientinnen mit Brustkrebs operieren wir in unserem interdisziplinären Brustzentrum.  Hier lässt sich in den meisten Fällen der Brustkrebs durch ein brusterhaltendes Vorgehen, oft über einen so genannten Mamillenrandschnitt mit gutem kosmetischem Ergebnis entfernen. Sollte bei Ihnen ein großer Tumor vorliegen, beraten wir Sie über die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion und des Brustaufbaus nach Brustentfernung. Wir führen alle Techniken der Brustrekonstruktion, sei es durch Eigengewebe oder Implantate durch. Wir suchen mit Ihnen gemeinsam die für Sie beste Lösung. Um zu klären, ob die regionalen Lymphknoten tumorbefallen sind, setzen wir die sehr schonende Technik der Wächterlymphknotenentfernung ein. Hierbei werden nur einzelne, mit Kontrastmittel markierte Lymphknoten entfernt, so dass die Funktion des Lymphabflusses nicht gestört ist und Sie nach Möglichkeit keine postoperativen Probleme mit einem Lymphödem bekommen.

 

Medikamentöse Tumortherapie

Eine medikamentöse Therapie (Chemotherapie und/oder anti-hormonelle Therapie und/oder Antikörpertherapie sind ein wichtige Bestandteile einer Krebsbehandlung. In der Abteilung für Konservative und Molekulare Gynäkologische Onkologie innerhalb der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit werden Patientinnen mit Brustkrebs oder anderen gynäkologischen Tumorerkrankungen medikamentös behandelt. Hier behandeln wir Patientinnen vor oder nach der Operation sowie Patientinnen, bei denen im Verlauf der Tumorerkrankung Metastasen in anderen Organen aufgetreten sind.

Um Ihnen die Therapie so angenehm wie möglich zu gestalten, führen wir sie fast immer ambulant durch. In unserer Chemotherapieambulanz mit hellen, freundlichen Zimmern sitzen Sie während der Therapie bequem in einer Art Fernsehsessel. Unsere Krankenschwestern und Ärztinnen und Ärzte, die dort tätig sind, sind in der Behandlung von Patientinnen mit bösartigen Tumorerkrankungen erfahren und haben jederzeit ein „offenes Ohr“ für Sie.

 

Unser Ziel ist eine persönlich zugewandte, ganzheitliche Betreuung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dazu werden wöchentlich die erforderlichen  Therapiemaßnahmen  für jede Patientin in unserem interdisziplinären Tumorboard von Experten aus verschiedenen Fachrichtungen beraten

Da die Teilnahme an einer Studie von Vorteil für Sie sein kann, nehmen wir mit unserer Studienzentrale an zahlreichen nationalen und internationalen Studien teil.

 

Die Chemotherapie, Antikörpertherapie oder antihormonelle Therapie ist heute Dank modernster unterstützender Medikamente in den meisten Fällen gut verträglich. Dazu zählen Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen zumeist verhindern können ebenso wie die Gabe von Bluttransfusionen bei Blutarmut oder die  Verabreichung von Wachstumsfaktoren bei einem Mangel an weißen und/oder roten Blutkörperchen.

Bei Schmerzen oder Probleme mit der Ernährung ziehen wir speziell ausgebildete Schmerztherapeuten oder Ernährungsberater hinzu. Zusätzlich bieten wir komplementärmedizinische Verfahren zur unterstützenden Therapie an.

 

Für den Fall seltener stärkerer Nebenwirkungen oder Komplikationen steht Ihnen Tag und Nacht das Ärzteteam der Frauenklinik zur Verfügung und wird Sie bei Bedarf auch stationär aufnehmen. Zögern Sie nicht, sich bei Problemen jederzeit an uns zu wenden – wir sind für Sie da!

Sie erreichen die Chemotherapieambulanz wochentags von 7:30 bis 16:30 Uhr unter der   Nummer 06131/17-2980. Zu den übrigen Zeiten setzen Sie sich bitte über die Notaufnahme der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit mit uns in Verbindung (06131/17-2615).

 

Abschließend noch ein kurzer Überblick über die verschiedenen Therapieformen:

 

-       Adjuvante Chemotherapie

Diese Form der Chemotherapie wird nach der Operation durchgeführt, bei der der Tumor komplett entfernt wurde. Durch viele Untersuchungen wissen wir heute, dass sich zum Zeitpunkt der Entdeckung der Krebserkrankung bereits einzelne Krebszellen im Körper verteilt haben könnten. Aus diesen Mikrometastasen können sich später Tochtergeschwülste entwickeln. Durch eine vorbeugende Chemotherapie sollen diese Zellen vernichtet werden.

 

-       Neoadjuvante Chemotherapie

In besonderen Fällen, zum Beispiel bei großen bösartigen Tumoren oder bei inflammatorischen („entzündlicher“) Karzinomen, ist eine so genannte neoadjuvante Chemotherapie erforderlich.

Dies bedeutet die Behandlung mit einer Chemotherapie vor der Durchführung der Operation oder Strahlentherapie mit dem Ziel, den Tumor zu verkleinern.

 

- Palliative Chemotherapie

Wenn sich noch Tumoransiedlungen in anderen Organen befinden liegt eine chronische Erkrankung vor. Hier wird eine palliative Therapie gegen den Tumor angewandt. Diese Therapie zielt darauf ab, Krebszellen flächendeckend im ganzen Körper zu zerstören. In dieser chronischen Erkrankungssituation soll die Erkrankung möglichst lange mit möglichst wenigen Nebenwirkungen kontrolliert werden. Symptomkontrolle und Lebensqualität steht hier im Vordergrund.

 

-       Antihormon-Therapie

Die Antihormon-Therapie ist wie die Chemotherapie eine „systemische“ Therapie, die im ganzen Körper wirksam ist. Wenn sich bei der feingeweblichen Untersuchung des Tumors herausgestellt hat, dass die Tumorzellen auf ihrer Oberfläche Bindungsstellen (Rezeptoren) für Hormone tragen, kann diese Therapieform sinnvoll sein. Die antihormonellen Therapien arbeiten der  das Wachstum von Krebszellen fördernden Wirkung von Östrogenen und Gestagenen entgegen.

 

-       Antikörpertherapie

Bei etwa 15% der bösartigen Brusttumore finden sich bestimmte Zelloberflächenveränderungen, die durch Wachstumsfaktoren besonders angeregt werden. Seit einiger Zeit stehen Antikörper zur Verfügung, die durch Blockaden von Tumorzelloberflächen die Wirkung der Wachstumsfaktoren behindern. Diese Antikörper wirken an den Tumorzellen direkt. Die Antikörpertherapie wird als Infusion in die Vene oder als Injektion unter die Haut verabreicht. Bei Brustkrebs, Eierstockkrebs und Gebärmutterhalskrebs kann außerdem ein Antikörper eingesetzt werden, der die Gefäßneubildung in Tumoren hemmt und sie so „aushungert“.

 

 

Psychoonkologische Betreuung

Psychoonkologische Betreuung

 

Für viele Menschen bedeutet die Diagnose Krebs zunächst ein Schock, ein „Sturz aus dem normalen Alltag“, „nichts ist mehr wie es vorher war“.

Uns ist es ein großes Anliegen, Sie und Ihre Angehörigen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen.

Erfahrene Psychologen und Psychoonkologen stehen Ihnen für Gespräche zur Verfügung.

Sozialarbeiter beraten Sie in sozialrechtlichen Dingen  wie  Anschlussheilbehandlung, Schwerbehindertenausweis oder Pflegeeinstufung.

Sprechen Sie uns an, damit wir Ihnen weiterhelfen können!

 

 

Die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen ist für uns selbstverständlich, da wir wissen, wie hilfreich für manche Menschen der Austausch innerhalb einer Gruppe sein kann. Bei Interesse nennen wir Ihnen Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

 

Sport und Bewegung können nachweislich bei einer Krebsberatung eine wichtige Rolle spielen und dienen darüber hinaus ihrem Wohlbefinden. Wir empfehlen Ihnen deshalb nach Möglichkeit körperliche Bewegung auch und gerade während der Zeit einer medikamentösen Tumortherapie.  Die Einzelheiten dazu besprechen wir gerne mit Ihnen.

 

Eine detaillierte Übersicht über die vielfältigen Angebote können Sie im Internet einsehen oder in speziellen Broschüren, die wir in der Chemotherapieambulanz bereithalten.

Dort finden Sie auch eine Vielzahl weiterer Broschüren, die Ihnen Informationen und Tipps im Umgang mit der Erkrankung geben.

 

Nachsorge

Nach der häufig belastenden Ersttherapie (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung) sollte die betroffene Frau weiter engmaschig kontrolliert werden. Es darum, den Erfolg der Krebstherapie zu beobachten, ein Auge auf mögliche Rückfälle zu haben und den Patienten für den Alltag stark zu machen. Dieses geschieht im Rahmen der Nachsorge, bei der die niedergelassenen Frauenärzte Ihre ersten Ansprechpartner sind.  Bei Bedarf steht Ihnen an der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit ein erfahrenes gynäkologisch-onkologisch geschultes Team zur Verfügung. Die Nachsorge hat folgende Aufgaben:

  • Menschliche und medizinische Betreuung.
  • Durchführung einer unterstützenden Therapie (z.B. Hormone).
  • Schulung und Information über Lebensstil, Ernährung, Sport, unterstützende Maßnahmen, Stressbewältigung und Möglichkeiten zur Reduktion eines Rezidivs.
  • Therapie von Behandlungsfolgen (z.B. Wechseljahrsbeschwerden durch Hormonausfall, Lymphödemen, Gefühlsstörungen durch Nerven-irritationen, starke Erschöpfung und Müdigkeit im Rahmen einer seelischen Krise).
  • Bei Bedarf Einleitung einer psychoonkologischen Betreuung oder von Rehabilitationsmaßnahmen.
  • Früherkennung von Rezidiven und Tumorabsiedlungen (Metastasen).
  • Vorbeugung von Langzeitschäden (z.B. Osteoporose, Haltungsschäden).

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Forschung

Die medizinische Versorgung wird durch die direkte Übertragung von aktuellen Erkenntnissen aus wissenschaftlichen Untersuchungen unterstützt. Dadurch ist es uns möglich, kontinuierlich die aktuellsten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen anzubieten. In der Abteilung für Konservative und Molekulare Gynäkologische Onkologie führen wir im Molekularen Onkologischen Labor der Frauenklinik sowie in Kooperation mit anderen Partnern wie z.B. der Translationalen  Onkologie an der Universitätsmedizin Mainz gGmbH (TRON) Forschungsprojekte durch.

 

Das Ziel all dieser Bemühungen ist es, unsere Patientinnen bestmöglich zu behandeln und Sie auf ihrem Weg so gut wie möglich zu begleiten