Visual Universitätsmedizin Mainz

29. September 2017

Rauschmittel im Straßenverkehr - Erkennung, Nachweis, Konsequenzen

Nächster Themenabend der Medizinischen Gesellschaft Mainz am04. Oktober 2017

Legale und illegale Rauschmittel im Straßenverkehr stellen seit Jahren ein gesamtgesellschaftliches Problem dar. Die Gefährlichkeit des Fahrens unter akuter Drogeneinwirkung ist unbestritten und durch zahlreiche Studien belegt. Wie gelingt es der Polizei, Kraftfahrer zu erkennen, die unter Einfluss von illegalen Drogen am Straßenverkehr teilnehmen? Dieser Frage geht Polizeihauptkommissar Thomas Jung von der Polizeiinspektion Frankenthal in einem Vortrag beim nächsten Themenabend der Medizinischen Gesellschaft Mainz am 4. Oktober nach. Darüber hinaus widmet sich Privatdozent Dr. Jörg Röhrich vom Institut für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Mainz in einem weiteren Vortrag den Themenfeldern Nachweis und Wirkung psychoaktiver Substanzen. Und Thomas Biek von der Führerscheinstelle Kirchheimbolanden referiert zum Thema Führerscheinentzug durch die zuständige Verwaltung. Die Veranstaltung moderieren wird der stellvertretende Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Thomas Riepert. Der Themenabend findet statt um 19.15 Uhr im Hörsaal Chirurgie (Gebäude 505H) der Universitätsmedizin Mainz (Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Die Verdachtsgewinnung bei einem alkoholisierten Fahrer gestaltet sich in der Regel vergleichsweise einfach. In der Regel begründet der spezifische Geruch einen Anfangsverdacht. Anders sieht es bei einer Fahrt unter Einfluss von sonstigen Rauschmitteln wie Canabis aus. In einem solchen Fall sind Polizisten regelmäßig gefordert, im Rahmen der Verdachtsgewinnung eine Vielzahl von Mosaiksteinchen zusammenführen. Diese begründen letztlich den Verdacht einer drogenbeeinflussten Fahrt. Hierbei sind drei Phasen für das Vorgehen bei einer Verkehrskontrolle zu unterscheiden, auf die Polizeihauptkommissar Jung in seinem Vortrag eingehen wird. Ergibt ein auf freiwilliger Basis durchgeführter Drogenvortest einen positiven Befund, so wird eine ärztliche Untersuchung und Blutentnahme angeordnet. Nach Entnahme der Blutprobe wird der polizeiliche Ermittlungsvorgang der zuständigen Staatsanwaltschaft übersandt, die Blutprobe dem Institut für Rechtsmedizin zugeleitet und die zuständige Führerscheinstelle über die Feststellungen informiert.

Was mit der Blutprobe im Institut für Rechtsmedizin geschieht, dazu referiert Dr. Röhrich. Der Toxikologe spricht auch darüber, wie sich psychische Substanzen im Blut, den Haaren oder im Urin nachweisen lassen. Typische psychoaktive Substanzen sind neben dem Rauschmittel Alkohol, in erster Linie Cannabis, gefolgt von Amphetaminen. Daneben finden sich Kokain und Heroin sowie diverse zentral wirksame Medikamente. Eine stark zunehmende Bedeutung haben in den letzten Jahren synthetische Drogen – sogenannte „Legal Highs“ oder „neue psychoaktive Stoffe“ – erlangt. Alkohol und Opiate wie Heroin sind zentral dämpfend, das heißt, sie machen benommen und müde. Demgegenüber entfalten Kokain und synthetische Drogen wie Amphetamin eine stimulierende, also anregende und wach machende Wirkung. Halluzinogene Drogen, zu denen Substanzen wie LSD sowie im weitesten Sinne auch Cannabis zählt, bewirken Denkstörungen und Trugwahrnehmungen.

Bei forensisch-toxikologischen Untersuchungen werden zur Vortestung in der Regel Antikörper-basierte Testverfahren, sogenannte Immunoassays eingesetzt. Der forensisch beweissichere Substanznachweis erfolgt grundsätzlich mittels sogenannter chromatographischer Methoden. Dazu zählt beispielsweise die Gaschromatographie-Massenspektrometrie.

Als Vertreter der Presse sind Sie herzlich zu diesem Abend eingeladen!
Wir bitten um redaktionellen Terminhinweis und -ankündigung im Veranstaltungskalender!

 

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. med. Theodor Junginger, Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft Mainz e.V.
Telefon: 06131 17-4168, Fax: 06131 17-5516, E-Mail:  junginger@uni-mainz.de

 

Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V. ist ein Verein zur Förderung und Verbreitung medizinwissenschaftlicher Erkenntnisse. Nicht nur Ärzte, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen über aktuelle medizinische Themen durch Vorträge informiert werden. Mehr Infos zu den Veranstaltungen und das Programm der Gesellschaft finden Sie im Internet unter: http://www.mg-mainz.de/aktuelles.html

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