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02.07.2013

Neue Studie beweist: NachtfluglĂ€rm kann GefĂ€ĂŸschĂ€den verursachen

Mainzer Wissenschaftler publizieren Forschungsergebnisse der FluglĂ€rmstudie im „European Heart Journal“

Eine neue Studie der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der UniversitĂ€tsmedizin Mainz belegt: FluglĂ€rm kann bei gesunden Menschen zu GefĂ€ĂŸfunktionsstörungen, erhöhtem Stresshormonspiegel und zu einer verminderten SchlafqualitĂ€t mit drastischen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System fĂŒhren. Die im European Heart Journal veröffentlichte Studie wird heute an der UniversitĂ€tsmedizin vorgestellt.

„Wir wissen, dass FluglĂ€rm Bluthochdruck, Herzinfarkte und auch SchlaganfĂ€lle auslösen kann. Die genauen Mechanismen, die zu diesen Herz-Kreislauf-Erkrankungen fĂŒhren, waren bisher jedoch nicht bekannt“, so Univ.-Prof. Dr. Thomas MĂŒnzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der UniversitĂ€tsmedizin Mainz und Leiter der Studie. Nach EinschĂ€tzung von Prof. MĂŒnzel bedeuten die Ergebnisse der Studie einen Durchbruch im Bereich der FluglĂ€rmforschung: „Diese Studie zeigt ganz konkret auf, wie und bei welchen Schallpegeln GefĂ€ĂŸschĂ€den entstehen.“

Im Rahmen der Studie wurden 75 gesunde MĂ€nner und Frauen â€“ ohne diagnostizierte VorschĂ€digung des Herz-Kreislauf-Systems – in randomisierter Abfolge wĂ€hrend des Schlafs drei unterschiedlichen LĂ€rmszenarien ausgesetzt. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 26 Jahren. „In diesen LĂ€rmszenarien haben wir NachtflĂŒge mit einem durchschnittlichen LĂ€rmwert von 60 Dezibel simuliert und die Probanden zu Hause dieser LĂ€rmbelastung in einem Feldversuch ausgesetzt. Mal waren es 30, mal 60 simulierte NachtflĂŒge. Zur Kontrolle hatten wir auch ein ÂŽlĂ€rmfreies Nacht-Szenario®“, erklĂ€rt Dr. Frank Schmidt aus der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik, der die Studie durchgefĂŒhrt hat.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass NachtfluglĂ€rm bei den Probanden das Stresshormon Adrenalin steigerte und die GefĂ€ĂŸfunktion, die mit hochauflösenden UltraschallgerĂ€ten gemessen wurde, signifikant verschlechterte. „Unsere Studienergebnisse belegen, dass in gleicher Weise wie die FluggerĂ€usche zunehmen die ErweiterungsfĂ€higkeit der Arterien (Endothelfunktion) abnimmt und sich eine sogenannte endotheliale Dysfunktion entwickelt“, berichtet Dr. Schmidt.

„Bemerkenswert ist, dass sich die durch LĂ€rm ausgelöste GefĂ€ĂŸschĂ€digung durch Vitamin C korrigieren lĂ€sst“ betont Prof. MĂŒnzel. In der Konsequenz bedeutet dies, dass in den GefĂ€ĂŸen als Folge der VerlĂ€rmung viele freie Radikale gebildet werden, die die GefĂ€ĂŸfunktion negativ beeinflussen. Somit besteht Grund zur Annahme, dass die Verschlechterung der GefĂ€ĂŸfunktion durch oxidativen Stress ein wichtiger Mechanismus fĂŒr die Entstehung von lĂ€rmbedingtem Bluthochdruck und möglicherweise dessen Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall ist. „Ebenso konnten wir einen sogenannten „priming“-Effekt feststellen: Eine Beschallung mit 30 ÜberflĂŒgen induzierte bei einer nachfolgenden Nacht mit 60 ÜberflĂŒgen eine deutlich schlechtere GefĂ€ĂŸfunktion. Das bedeutet, dass man sich im Rahmen von mehreren Beschallungen nicht an den FluglĂ€rm gewöhnt, sondern das Ausmaß der GefĂ€ĂŸschĂ€den eher zunimmt“, ergĂ€nzt Professor MĂŒnzel. „Das muss aber in weiteren Studien intensiv geprĂŒft werden“, so Prof. MĂŒnzel.

„NĂ€chtlicher FluglĂ€rm ist damit als wichtiger Risikofaktor fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bewerten. Daher sollte die LĂ€rmbelastung der Bevölkerung möglichst gering gehalten werden. Um unsere Patienten zu schĂŒtzen, fordern wir deshalb erneut mit Nachdruck eine deutliche Entlastung des GelĂ€ndes der UniversitĂ€tsmedizin mit allen Kliniken in Mainz“, sagt Univ.- Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Medizinischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der UniversitĂ€tsmedizin Mainz.

Die Studie wurde von der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der UniversitĂ€tsmedizin Mainz mit UnterstĂŒtzung der Stiftung Mainzer Herz und der Robert MĂŒller Stiftung durchgefĂŒhrt.

Kontakt:
Andrea MĂ€nz-GrasmĂŒck und Teresa Peter, Stiftung Mainzer Herz,
c/o BĂŒro Univ.-Prof. Dr. med. T. MĂŒnzel,
II. Medizinische Klinik und Poliklinik, UniversitÀtsmedizin Mainz,
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
Tel. 06131 17 5737 und 06131 17 8215,
Fax 06131 17 5660, E-Mail:  info@herzstiftung-mainzer-herz.de

 

Pressekontakt
Oliver Kreft,
Stabsstelle Kommunikation und Presse UniversitĂ€tsmedizin Mainz, Telefon 06131  17-7428, Fax 06131  17-3496,
E-Mail:  pr(at)unimedizin-mainz.de

 

Über die UniversitĂ€tsmedizin der Johannes Gutenberg-UniversitĂ€t Mainz
Die UniversitÀtsmedizin der Johannes Gutenberg-UniversitÀt Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen gehören zur UniversitÀtsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

 

 

 

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