Visual Universitätsmedizin Mainz

Weitere interessante Informationen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie, z. B. Antworten auf häufig gestellte Fragen zu kindlichen Hör- und Sprachentwicklungsstörungen, Stottern, Wahrnehmungsstörungen, Stimmstörungen und Schluckstörungen oder allgemeine Informationen (www.dgpp.de).

Informationen zur Problematik von MRT-Untersuchungen bei Patienten mit CI oder anderen magnetversorgten Hörimplantaten finden Sie hier: MRT bei Hörimplantaten (Pdf , 315,7 KB).

Hörstörungen

Eine wichtige Aufgabe der Klinik für Kommunikationsstörungen besteht in der Untersuchung von Art und Ausmaß von Hörstörungen im Kindes- und Jugendalter.
Wenn ein(e) Patient(in) vorgestellt wird, werden er/sie und/oder seine/ihre Eltern oder andere Begleitpersonen zunächst ausführlich befragt, schon vorliegende Untersuchungen werden angesehen. Dann erfolgt die genaue Untersuchung des Ohres (mit einem Mikroskop), der Nase, des Mundes und des Rachens durch einen Arzt/eine Ärztin.

CI-Selbsthilfegruppe

(Pdf , 789,6 KB)
Hörprüfung

Zur Einschätzung des Hörvermögens werden subjektive und objektive Hörprüfungen von speziell dafür ausgebildeten Audiologischen Assistentinnen bzw. Ingenieuren durchgeführt. Prinzipiell ist eine Hörprüfung in jedem Alter möglich, wichtig ist die richtige Auswahl der Tests, abhängig vom Entwicklungsalter und von der Fragestellung. Wenn der Verdacht auf eine Hörverarbeitungs- und -wahrnehmungsstörung abgeklärt wird, muss zunächst immer das periphere Hören getestet werden.

Hörprüfung

Zur subjektiven Hörprüfung werden die Beobachtung von Reflexen bei Säuglingen und Reaktionen bei Kleinkindern eingesetzt. Bei Kindern ab dem Kindergartenalter wird eine Spielhandlung für die Hörprüfung eingeübt. Auch das Verstehen von Sprache, die Einschätzung der Lautheit eines Signals und der Richtung, aus der es kommt, sind wichtige Prüfverfahren.

Hörprüfung

Die wichtigsten objektiven Verfahren sind die Messung otoakustischer Emissionen (TEOAE; DPOAE) und die Hirnstammaudiometrie (BERA oder AEP). Bei beiden Verfahren muss der Untersuchte ruhig sein, am besten schlafen. Diese Untersuchungen werden oft in Sedierung durchgeführt, d.h. wir geben den Kindern zuvor ein Beruhigungsmittel.
Mit den TEOAE kann die Funktion des Innenohres überprüft werden, und so lassen sich relevante Hörstörungen ausschließen. Die BERA erlaubt eine Einschätzung des Hörvermögens bis zum Hirnstammbereich. Dazu wird das EEG (die Gehirnströme) über Elektroden auf der Kopfhaut abgeleitet und die Veränderung durch den Hörvorgang herausgerechnet. Abhängig von der Fragestellung führen wir auch andere objektive Hörprüfungen (z.B. eine frequenzspezifische BERA (NN) oder eine Ableitung von corticalen Potentialen) durch. Kinder, die Hörgeräte oder ein CI erhalten, werden meist stationär aufgenommen.

Hörprüfung

Bei Kindern, die Hörgeräte oder ein Cochlea-Implantat (CI) tragen, werden in der Ambulanz auch die Hörgeräte bzw. das CI technisch überprüft und Hörprüfungen mit den Hörgeräten oder dem CI durchgeführt. Für weiterführende Informationen lesen Sie auch unser "CI-Info" (Pdf , 202,1 KB).

Bei vielen Kindern muss auch die Sprachentwicklung untersucht werden. Diese Aufgabe übernimmt eine Logopädin.
Wenn Sie mit Ihrem Kind zu einer Hörprüfung zu uns kommen, dauert die Untersuchung mindestens 1 1/2 Stunden, oft aber auch einen halben Tag. Wenn viele Tests nötig sind, können auch mehrere Termine notwendig sein.

Sprach- und Sprechstörungen

In der Klinik für Kommunikationsstörungen werden Kinder mit Auffälligkeiten des Sprechens und der Sprache diagnostiziert und behandelt. Dazu gehören Störungen der Sprachentwicklung mit Defiziten im Wortschatz, im Sprachverständnis, in der Grammatik und in der Aussprache, aber auch Stottern und Näseln.

Wichtigstes Anliegen ist es dabei, die Ursache für die Störung zu ermitteln. So wird eine genaue Untersuchung von Ohren, Nase und Mund vorgenommen, um eventuelle organische Erkrankungen aufzudecken. Dies können z.B. Mittelohrbelüftungsstörungen oder Ohrenentzündungen, Gaumenspalten, ein zu kurzes Gaumensegel oder auch Funktionsstörungen der Mundmuskulatur sein.

Es wird immer ein Hörtest durchgeführt, um bei einer vorhandenen Schwerhörigkeit zunächst eine Therapie oder eine Hörgeräteversorgung in die Wege zu leiten.
Häufig sind neben der genauen Untersuchung der Sprache durch eine/n Logopädin/en auch weiterführende Untersuchungen zur auditiven und visuellen Wahrnehmung oder eine psychologische Untersuchung mit Bestimmung des intellektuellen Leistungsvermögens des Kindes erforderlich.

Kindermund

Nach diesen Untersuchungen beraten wir die Eltern ausführlich hinsichtlich ihrer häuslichen Möglichkeiten der Sprachförderung. Wenn notwendig empfehlen wir die Aufnahme einer Sprachtherapie und ggf. anderer zusätzlicher Therapien oder Fördermaßnahmen (Ergotherapie, Frühförderung, mundmotorische Therapie) und besprechen die Fördermöglichkeiten im Kindergarten und in der Schule. Hierzu gehören zum Beispiel der Zeitpunkt und Umfang des Kindergartenbesuchs, die Möglichkeit einer Einzelintegrationsmaßnahme oder auch der Besuch eines Sprachheilkindergartens. Im weiteren beraten wir die Eltern zu dem für ihr Kind günstigsten Einschulungszeitpunkt und geben Empfehlungen zum Schultyp.

Eine ambulante Untersuchung dauert insgesamt meist einen Vormittag. Kinder mit schweren Sprachentwicklungsstörungen können wir zu einer intensiven Sprach-/Wahrnehmungstherapie für 6 Wochen stationär in unserer Klinik aufnehmen.

Stimmstörungen

PatientInnen mit Stimmstörungen werden zunächst genau befragt, nicht nur zu den aktuellen Beschwerden und zur allgemeinen Krankheitsgeschichte, sondern insbesondere zur Entwicklung der Stimme, einer eventuellen Stimmausbildung und zur stimmlichen Belastung.

Kehlkopf

Neben der Lupenlaryngoskopie und Larynx-Fiberendoskopie zur Beurteilung der endolaryngealen Strukturen ermöglichen die Videostroboskopie und die Hochgeschwindigkeitskymographie, letztere mit bis zu 4000 Aufnahmen pro Sekunde, eine genau Analyse des Schwingungsablaufes der Stimmlippen. Dies ist insbesondere bei funktionellen Stimmstörungen von großer Bedeutung. Bei lupenlaryngoskopisch kompletten Stimmlippenlähmungen erlaubt die extra- bzw. intralaryngeale Elektromyographie eine Erfassung der Muskelaktionspotentiale. Hierdurch können Hinweise auf das Ausmaß der Schädigung und zur prognostischen Beurteilung der Rückbildungsfähigkeit der Lähmung gewonnen werden.

Stimmfeldmessung

Die logopädische Erhebung des Stimmstatus einschließlich der Stimmfeldmessungen, Spektralanalysen der Stimme (Sonagraphie) und der bedarfsweisen Lungenfunktionsprüfung komplettieren das diagnostische Profil.

Die zur Verfügung stehenden Untersuchungsverfahren dienen auch der Diagnostik und Verlaufskontrolle organischer Stimmstörungen wie z.B. bei Lähmungen und nach Tumoroperationen sowie nach stimmverbessernden Eingriffen. Für den/die behandelnde(-n) Logopäden(-in) liefern die bildgebenden Verfahren insbesondere bei funktionellen Stimmstörungen wichtige Informationen für die Behandlungsplanung und gegebenenfalls Modifikation der Therapie.

Schluckstörungen

In der Klinik für Kommunikationsstörungen werden auch Schluckstörungen diagnostisch beurteilt und behandelt, wobei uns Patienten mit neurologischen Grunderkrankungen, z.B. nach Schlaganfällen oder unfallbedingten Lähmungen, Patienten nach Operationen an den Schluck- und Essorganen oder auch mit angeborenen Veränderungen vorgestellt werden.

Nach einem ausführlichen Gespräch, auch unter Einbeziehung der Angehörigen über die medizinische Vorgeschichte und die aktuellen Beschwerden, erfolgt zunächst eine gründliche Untersuchung im Kopf-Hals-Bereich. Danach folgt die endoskopische Beobachtung des Schluckaktes mit einer dünnen Optik durch die Nase, wobei man von oben sieht, ob das Schlucken normal verläuft oder ob man mit logopädischer Behandlung eine Verbesserung erreichen kann. Manchmal muß danach noch eine weitere Schluckuntersuchung in der Abteilung für Radiologie erfolgen, um zu beurteilen, wieviel verschluckt wird. Auch wenn der Verdacht besteht, dass eine Veränderung oder Störung im Bereich der Speiseröhre vorliegt, kann dort eine Untersuchung erforderlich sein. Die Untersuchung des Schluckens ist zeitaufwändig, sie ist aber eine notwendige Vorraussetzung für die logopädische Schlucktherapie, mit der die Lebensqualität der Betroffenen meist wieder deutlich verbessert werden kann. Man sollte mit mindestens 1 1/2 Stunden rechnen, die Untersuchung kann aber auch deutlich länger dauern, unter Umständen sind auch mehrere Termine erforderlich.

In einer Zusammenarbeit mit ÄrztInnen verschiedenster Fachrichtungen der Universitätsmedizin Mainz und der Deutschen Klinik für Diagnostik Wiesbaden betreiben wir darüber hinaus das "Zentrum für Schluckbeschwerden und Motilitätsstörungen".

Im folgenden finden Sie Informationen zu

  • der Motivation des Schluckzentrums
  • dem Aufgabenbereich
  • der Organisation
  • und dem aktuellen Programm.

 

Die Motivation ein Schluckzentrum zu betreiben

Patienten mit Schluckbeschwerden und Motilitätsstörungen des Gastrointestinaltraktes werden weltweit ungenügend medizinisch betreut und in der Regel mit jahrelanger Verzögerung einer korrekten Diagnose und Therapie zugeführt. Patienten mit entsprechenden Symptomen werden in der Regel an "Einzelkämpfer" überwiesen, die nur Teilaspekte dieser Krankheitsbilder betreuen können. Als Zentrum für Schluckbeschwerden und Motilitätsstörungen bieten wir eine Anlaufstelle für solche Patienten. Wir verfügen nicht nur über Expertise zu Schluckstörungen, die ihre Ursache im Mund- und Rachenbereich haben, sondern auch intensive Kenntnis und Erfahrung mit Erkrankungen der Speiseröhre und Motilitätsstörungen. Durch enge interdisziplinäre Zusammenarbeit bieten wir ein vollständiges und lückenloses Spektrum der Diagnostik und Therapie von Schluckbeschwerden, Motilitätsstörungen und Ösophaguserkrankungen.

Der Aufgabenbereich des Schluckzentrums

·        Multidisziplinäre Diagnostik und Therapie bei Patienten mit Schluckbeschwerden und Motilitätsstörungen des Gastrointestinaltraktes.    

·        Etablierung regelmäßiger, interdisziplinärer Konferenzen mit Vorstellung und Diskussion von Problemfällen.

·        Überprüfung der Effektivität eines derartigen Zentrums durch Bestimmung des diagnostischen und therapeutischen Zugewinns.

·        Untersuchung wissenschaftlicher Fragestellungen durch prospektive Verlaufsbeobachtungen und klinisch experimentelle Studien.

·        Organisation von Fortbildungen und lnformationsveranstaltungen für Ärzte und Laien.

·        Ausbildung von Gastroenterologen und Chirurgen in speziellen Untersuchungsmethoden

Wie ist das Schluckzentrum organisiert?


Abhängig von der vermuteten Ursache ist eine Terminvereinbarung zur Erstvorstellung in der Phoniatrie in Mainz, in der Gastroenterologie Wiesbaden oder der Chirurgie in Mainz möglich.

Folgende Abteilungen sollen regelmäßig oder nach Bedarf konsiliarisch herangezogen werden:

Hauptbeteiligte:

Allgemeinchirurgie (Uniklinik Mainz)
Radiologie (Uniklinik Mainz)
Phoniatrie und Pädaudiologie (Klinik f. Kommunikationsstörungen, Mainz)
HNO (Uniklinik Mainz)
Nuklearmedizin (Uniklinik Mainz)

 

Konsiliarabteilungen:

Zahnmedizin (auswärts)
Pathologie (Uniklinik Mainz)
Orthopädie (Uniklinik Mainz)
Logopädie (Uniklinik Mainz) 
Psychosomatik (Uniklinik Mainz)

Kontakt

Frau Dr. Anne Läßig
Kliniken der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Schwerpunkt Kommunikationsstörungen der HNO-Klinik
Langenbeckstraße 1
55131 Mainz
Tel. 06131 17-2190
Fax. 06131 17-6623
Email:  Frau Dr. Läßig

Zentral bedingte Störungen der Sprache, des Sprechens und des Schluckens

Als Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie sind wir auch für zentral bedingte Störungen der Sprache, des Sprechens und des Schluckens zuständig.

Wenn ein Patient unter einer Aphasie oder einer Dysarthrophonie (Dysarthrie) leidet, wird zunächst die medizinische Vorgeschichte erhoben. Wenn der Patient aufgrund seiner Erkrankung dazu nur eingeschränkt imstande ist, werden auch seine Angehörigen oder andere Begleitpersonen befragt. Wichtig sind für uns auch alle Informationen, die wir mitgebrachten Berichten, Arztbriefen oder CTs, MRTs entnehmen können.

Dann erfolgt die Untersuchung des Ohres, der Nase, des Mundes und des Halses. Bei vielen Patienten liegen auch hier Beeinträchtigungen vor, z. B. sind Hörstörungen bei den oft betagten Patienten nicht selten (deswegen erfolgt auch meist eine Hörpüfung), und viele Aphasien sind von Bewegungsstörungen im Kehlkopf begleitet.

In jedem Fall folgt dann eine Untersuchung durch eine Logopädin.
Abschließend bespricht der Arzt/die Ärztin alle Befunde mit dem Patienten und schlägt das weitere Vorgehen vor.

Kontakt

Schwerpunkt Kommunikationsstörungen
Langenbeckstr. 1
Gebäude 102
55131 Mainz

Ambulanz
Tel. 06131 17-2473
Fax 06131 17-6623
Email: Anmeldung

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