Visual Universitätsmedizin Mainz

Öffentliche Veranstaltung Genchirurgie mit CRISPR Cas9 - eine Bestandsaufnahme


Veranstalter: Medizinische Gesellschaft Mainz
Akademie für Ärztliche Fortbildung Rheinland-Pfalz
Friedrich-Naumann-Stiftung


    Genetische Eigenschaften gezielt auszuschalten, zu verändern oder zu ersetzen, ist mit der Genschere CRISPR-Cas9 möglich. Entwicklung, Hintergründe, aktueller Erkenntnisstand sowie Chancen und Risiken der Gentechnik CRISR-CAS9 erläutert der nächste Vortrag der Reihe „Medizin: Faszination Forschung” am 22. Mai. Referentin Dr. Hildegard Kaulen, Molekularbiologin sowie Wissenschafts- und Medizinjournalistin, Moderator Prof. Dr. Gerhard Kruip, Katholisch-Theologische Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sowie der ebenfalls anwesende Justizminister von Rheinland-Pfalz Herbert Mertin, werden auch die ethischen und juristischen Aspekte thematisieren. Die Veranstaltung der Universitätsmedizin Mainz und der Medizinischen Gesellschaft Mainz beginnt um 19.15 Uhr und findet im Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Geb. 505H, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Der Eintritt ist frei.

    Die Genchirurgie hat das Potential Erbkrankheiten wie beispielsweise Mukoviszidose oder erworbene Krankheiten wie Krebs zu heilen. Die Risiken des Einsatzes der Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats, kurz CRISPR, für die Bearbeitung von Genen sind jedoch sind bisher weitgehend unbekannt. Zudem macht die Allround-Schere auch Eingriffe in die Keimbahn des Menschen möglich. Dadurch ließe sich die genetische Ausstattung der Menschen auf  immer mit unübersehbaren Folgen verändern. Am 9. Mai 2019 hat der Deutsche Ethikrat eine Stellungnahme zu Eingriffen in die menschliche Keimbahn veröffentlicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Experten berufen, die international Handlungsempfehlungen für die Genom-Editierung erarbeiten.

     Im Erbgut vieler Bakterien treten Abschnitte sich wiederholender DNA (repeats) auf, sogenannte CRISPR (Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats). Die Erkenntnis, dass diese CRISPR-Sequenzen zusammen mit einem Enzym namens Cas9 die Manipulation des Erbguts erlauben, ist den Wissenschaftlerinnen Jennifer Doudna und Emanuelle Charpentier zu verdanken. Sie begriffen als erste, dass mit diesem gentechnische Verfahren jedes Gen auf fast beliebige Weise verändert werden kann: Einzelne DNA-Buchstaben werden ausgetauscht, Teile des Gens gelöscht oder durch neue Bereiche ergänzt. Damit erlangten die zwei Forscherinnen weltweite Bekanntheit. 

    Die Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” beleuchtet am 22. Mai diesen nach Einschätzung des Magazins "Science" wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2015.

     

Veranstaltungsdetails
Zielgruppe

Ärzte, Studenten, interessierte Laien

Datum Mittwoch 22. Mai 2019
Uhrzeit 19:15 Uhr
Ort

Hörsaal Chirurgie, Langenbeckstraße 1,5131 Mainz

Dozent/in

Dr. rer.nat. Hildegard Kaulen, Wiesbaden

Moderation Univ.-Prof. Dr. theol. Gerhard Kruip, Mainz

 

Fortbildungspunkte 3
Teilnehmerzahl unbegrenzt
Kontakt

junginger@uni-mainz.de