Visual Universitätsmedizin Mainz

Öffentliche Veranstaltung Wie Stress in der Kindheit unsere Lebenserwartung verkürzen kann
Plädoyer für eine psychosoziale Prävention


Veranstalter: Edizinische Gesellschaft Mainz
Akademie für Ärztliche Fortbildung Rheinland-Pfalz


    Dass körperliche Gewalterfahrungen und emotionale Vernachlässigung in der Kindheit lebenslang das Risiko für psychische und funktionelle Störungen erhöhen, ist seit längerer Zeit wissenschaftlich gut belegt. Zusätzlich wurde in den letzten 10 Jahren eine erhöhte Vulnerabilität für das Auftreten häufiger körperlicher Erkrankungen (Herz- Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes, Hepatitis, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), immunologische und Schmerzerkrankungen, Pharynx- und Lungenkarzinom) und darüber das Risiko einer deutlichen Reduktion der Lebenserwartung (von 15-20 Jahren) nachgewiesen. Die diesbezügliche Studienlage sowie die neurobiologischen und entwicklungspsychologischen Mechanismen werden dargestellt. Eingegangen wird auch auf die Bedeutung maladaptiver Stressbewältigungsstrategien sowie kompensatorischer Schutzfaktoren. Ergebnisse zu familiären Risikokonstellationen (z.B. psychisch traumatisierte Eltern, Alleinerziehende, junge Väter) zeigen Ansatzpunkte für eine gezielte Prävention, deren Wirksamkeit in Modellprojekten gut belegt ist. Ihre Etablierung könnten die enormen gesundheitsbezogenen wie volkswirtschaftlichen Folgekosten (Therapiekosten, Arbeitsunfähigkeitstage, Frühberentungen) künftig begrenzen.

Veranstaltungsdetails
Zielgruppe

Ärzte, Studenten, interessierte Laien

Datum Mittwoch 5. Juni 2019
Uhrzeit 19:15 Uhr
Ort

Hörsaal Chirurgie, Langenbeckstraße 1,55131 Mainz

Dozent/in

Prof. Dr. Ulrich T. Egle, Freiburg

Moderation Univ.-Prof. Dr. Wilfred A. Nix, Mainz

 

Fortbildungspunkte 3
Teilnehmerzahl unbegrenzt
Kontakt

junginger@uni-mainz.de