Visual Universitätsmedizin Mainz

Nationale Gesundheitsinitative – Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)

Zum 1.10.2011 startete die Förderung im Rahmen des BMBF-Programms "Nationale Gesundheitsinitative – Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)"  – das Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz bildet gemeinsam mit den Partnern Universitätsklinik Frankfurt, Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim und MPI Bad Nauheim eines von 7 deutschen Zentren im Forschungsfokus Herz-Kreislauf. Zunächst werden zwei Forschungsprojekte mit insgesamt rund 2,5 Mio. EUR in den kommenden fünf Jahren gefördert, ab 2015 soll dann eine dauerhafte Finanzierung von Struktur-Projekten im Rahmen des DZHK am Partnerstandort Mainz erfolgen – es stehen dann rund 1,5 Mio. EUR pro Jahr zur Verfügung, u.a. für eine neue W3-Professur.

In Mainz werden federführend vom Zentrum für Kardiologie im DZHK die Projekte "MyoVascFn – Cohort Study (FFM-3.1-HF)" sowie "Mehrwert der Endothelfunktionsmessung für die Prognosestellung und Therapiesteuerung (FFM-5.1-PR)" durchgeführt. Das Forschungsprogramm des DZHK ist, ähnlich wie beim CTH, translational ausgerichtet und umfasst das gesamte Spektrum von der Grundlagenwissenschaft bis zur klinischen Forschung. Die Universitätsmedizin Mainz hat als Bestandteil des DZHK einen Fokus auf den Säulen "Translation" und "klinische Forschung". Mit der Gutenberg Health Study, einer im Detail einzigartig charakterisierten Bevölkerungskohorte mit umfassenden klinischen Daten und Biomaterial, sowie weiteren klinischen und epidemiologischen Kohorten existiert große Erfahrung im Bereich der Logistik und Durchführung von Großprojekten, die in das Modul "Klinische Forschung" eingebracht werden können.

Die standardisierte Erfassung umfassender klinischer und epidemiologischer Daten verbunden mit einer hochqualitativen Biomaterialsammlung ist essentieller Bestandteil des klinischen Anteils translationaler Forschung. Arbeitsgruppen der Grundlagenforschung können Biobanken nutzen, um aufgestellte biologische Hypothesen durch klinische Daten zu überprüfen bzw. zu untermauern. Aus der epidemiologischen und klinisch-empirischen Forschung können neue Risikofaktoren und Biomarker definiert und bewertet, Hypothesen generiert, aber auch optimierte und individualisierte Behandlungsansätze ermittelt werden. Die neuen Methoden zur Hoch-Durchsatzuntersuchung (Profiling) im Bereich der "Omics"-Technologie erlauben hypothesenfreie Ansätze zur Untersuchung von Genom, Transkriptom, Proteom und Metabolom. Dies trägt zur Identifikation von neuen Genvarianten, Kandidatengenen, miRNAs sowie neuer krankheitsspezifischer Eiweiße bei, die zur Pathophysiologie kardiovaskulärer Erkrankungen beitragen. Dies wiederum ist Ausgangspunkt für ein erweitertes Verständnis der Ursachen und Mechanismen sowie Target für eine Verbesserung von Diagnose, Therapie und Prognose des Patienten.