Visual Universitätsmedizin Mainz

Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) erfolgreich gestartet

Das Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz ist maßgeblich am Aufbau des neuen Forschungs- und Behandlungszentrums für Thrombose und Hämostase (CTH) an der Universitätsmedizin beteiligt und konnte in 2010 viele wichtige Impulse und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Etablierung des Großprojekts leisten – insgesamt werden in das CTH rund 30 Millionen EUR investiert in den nächsten 5 Jahren.

Das CTH verfügt durch die BMBF-Förderung im Rahmen des Programms "Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)" über die notwendigen Komponenten, um klinische Forschung in einer neuen Art und Weise zukunftsfähig zu machen bzw. ein substantielles Innovationspotential im Bereich Thrombose/Hämostase-Erkrankungen und deren Behandlung zu aktivieren, das die Universitätsmedizin Mainz zu einem führenden Anbieter von wissenschaftlicher Expertise und medizinischen Therapien macht, die eine (kontinuierlich) verbesserte Patientenversorgung ermöglichen. Das Alleinstellungsmerkmal der "besten" Versorgung wird zukünftig eines der zentralen Elemente von Hochschulmedizin sein (siehe auch Wissenschaftsrat 2010, Hochschulmedizin). Das CTH baut auf sechs zentralen Einheiten auf. Neben des Zentrums für Kardiologie (Prof. Münzel) sind dies die Hämatologie/Onkologie (Prof. Theobald), die Pharmakologie (Prof. Förstermann), die Dermatologie (Prof. Grabbe), das Institut für Klinische Chemie und Labormedizin (Prof. Lackner) und das Institut für Epidemiologie (Prof. Blettner). Das interdisziplinäre Studienzentrum (IZKS; Leiterin: Dr. Seibert-Grafe) der Universitätsmedizin Mainz begleitet das CTH als eng assoziierte Einheit, um das CTH insbesondere für die pharmazeutische Industrie im Bereich vorklinische Forschung und Studien optimal zu unterstützen. Das CTH beginnt, auch über die IFB-Maßnahme hinaus, erste Früchte zu tragen:
Eine ganz zentrale Rolle spielen für das CTH die wissenschaftlichen Positionen, die neu besetzt werden. Herausragend und zentral für die erfolgreiche Etablierung des CTH war in 2010 die Auswahl von Prof. Ulrich Walter (Würzburg) als Kandidat für die W3-Professur "Translationale Forschung" im CTH. Prof. Walter ist eine international anerkannte Kapazität im Bereich Thrombose und Hämostase. Er verfügt über ein umfangreiches wissenschaftlich-klinisches Netzwerk und über sehr große Erfahrung bei der Durchführung von Gruppenförderinstrumenten (SFBs, GRKs, EU, Nachwuchsprogramme). Die unmittelbare Nähe zwischen Patientenversorgung und Forschung schafft die Voraussetzung für Innovationen – diese entstehen an den Schnittstellen, also dort, wo Behandlung und Forschung interagieren. Dazu muss sichergestellt sein, dass der Austausch zw. Klinikern und Wissenschaftlern "Alltag" werden kann. Die spezifische Raumstruktur des CTH-Konzepts soll vor allem die Etablierung einer "Innovations-Plattform" befördern: die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung und umgekehrt ist der Schlüssel zum Erfolg. Umgekehrt sollen klinische Beobachtungen als Anregung und Rückkoppelung in die Grundlagenforschung einfließen.

Das CTH hat sich 2010 aktiv an der Antragstellung im Rahmen der Ausschreibung "Nationale Gesundheitsinitative – Deutsches Herz-Kreislauf-Zentrum" beteiligt und damit einen wichtigen Bestandteil, insbesondere durch die enge Anbindung von CTH-Strukturen (Wiss. Arbeitsgruppen, Biobank, Forschungs-Plattformen, Ausbildungsprogramme, Gleichstellungsprogramm), für die erfolgreiche Beteiligung des Standorts Mainz am Gesamtkonzept "Deutsches Herz-Kreislaufzentrum" dargestellt. Gemeinsam mit den Partnern Universitätsklinik Frankfurt, Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim und MPI Bad Nauheim wurde das Konzept "Rhein-Main-Herzforschungszentrum" zur Förderung empfohlen (Start: Ende 2011). Die darüber hinaus durch die Vernetzung mit den anderen deutschen Herz-Kreislauf-Zentren entstehenden zusätzlichen positiven Effekte stellen eine wichtige strategische Ergänzung des CTH-Konzepts zu seiner dauerhaften Verankerung in der nationalen/internationalen Forschungslandschaft dar.

Ebenfalls hat das CTH maßgeblich den Antrag der Universitätsmedizin Mainz im Rahmen der Fördermaßnahme "Zentrale Biobanken" des BMBF mitgestaltet. Dabei konnten in direktem Zusammenhang zu zentralen Strukturen viele wichtige (konzeptionelle) Komponenten aus dem CTH weiterentwickelt werden. Leider wurde der Antrag nicht zur Förderung empfohlen; das CTH plant aber dennoch, diverse Elemente aus dem zentralen Biobank-Konzept umzusetzen.

Nach der initialen Definition der Grundstrukturen und Herstellung der Arbeitsfähigkeit von Leitung und Management sowie Koordinationseinheiten wurde in 2010 die erste Forschungsplattform (Versuchstier-Ultraschall) eingerichtet und erfolgreich etabliert. Die Forschungsplattformen des CTH sind das zentrale Integrationsinstrument und bereits nach den ersten Monaten kann festgestellt werden, dass dieses Konzept maßgeblich zu einer beschleunigten, strukturierten Beförderung von Translation bzw. interdisziplinärer Zusammenarbeit im CTH führt.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass der initiale Aufbau des CTH bislang sehr erfolgreich und planmäßig verlaufen ist. Selbstverständlich sind bei dem Umfang der Herausforderungen, die das CTH-Konzept vorgibt, auch in einigen (wenigen) Bereichen die avisierten Ziele nicht wie geplant erreicht worden, vor allem weil aktuelle Probleme (Satzung, Berufungsprozesse, Integration bestehender Strukturen) gelöst werden mussten. Es hat sich aber unzweifelhaft eine bereits erkennbare CTH-Identität entwickelt, die eine unersetzbare Grundlage für den weiteren Auf- und Ausbau des CTH bilden. Das CTH wird bereits als elementarer Bestandteil der Universitätsmedizin gesehen und ist als neue Struktur den maßgeblichen Gremien bzw. Organisationen (Aufsichtsrat Universitätsmedizin, Ministerien des Landes Rheinland-Pfalz für Wissenschaft bzw. Gesundheit, Medizinisches Umfeld Universitätsmedizin, Wiss. Verbände und Gesellschaften) bekannt. Der kontinuierliche Ausbau dieser Netzwerke wird neben der inhaltlichen Etablierung des CTH-Konzepts eines der zentralen Ziele in den kommenden Jahren sein. Ergänzt um die vielen Forschungsgruppen, die im universitären Schwerpunkt "Vaskuläre Prävention" zusammengeschlossen sind, verfügt die Universitätsmedizin Mainz über ein umfangreiches Cluster von Institutionen, die das CTH als Motor für Innovationen und Netzwerk zur zielführenden Zusammenarbeit mit anderen, führenden Forschungszentren am Standort und in Deutschland bzw. weltweit nutzen können.