Visual Universitätsmedizin Mainz

Unser elektrophysiologisches Labor befindet sich im Gebäude 401K im

2. Obergeschoss.

 

 

Ärztliche Koordination

Dr. med. Marx
Dr. med. Alexandra Marx
Funktionen: Assistenzärztin

alexandra.marx@unimedizin-mainz.de

Teamleitung

Freisdorfas
Irina Freisdorfas
Funktionen: Funktionsleitung EPU-Labor
Qualifikationen: Gesundheits- und Krankenpflegerin

Allbach
Simone Allbach
Funktionen: Stellv. Funktionsleitung EPU-Labor
Praxisanleiterin
Qualifikationen: Gesundheits- und Krankenpflegerin

Pflegeteam

Burneleit
Marie Burneleit
Qualifikationen: Rettungsassistentin

Platzhalterbild
Kimberley Härtling
Qualifikationen: Gesundheits- und Krankenpflegerin

Pesut
Jessica Pesut
Qualifikationen: Altenpflegehelferin

Remmel
Nina Remmel
Qualifikationen: Notfallsanitäterin

Roth
Gisela Roth
Qualifikationen: Gesundheits- und Krankenpflegerin

Stara
Nikol Stara
Qualifikationen: Gesundheits- und Krankenpflegerin
Praxisanleiterin

Steinbach
Levin Steinbach
Qualifikationen: Rettungssanitäter

Leistungsspektrum

 

Elektrophysiologische Herzkatheteruntersuchung und Katheterablation

Die Kardiologie II verfügt über ein speziell für die Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen ausgestattetes Herzkatheterlabor, das EPU-Labor. Im EPU-Labor können alle heute behandelbaren schnellen Herzrhythmusstörungen (Tachykardien) durch Verödung (Katheterablation) therapiert werden.

 

Alle Prozeduren werden in einer sogenannten Analgo-Sedierung durchgeführt. Das heißt, dass die Patienten während der Katheteruntersuchung und Ablation schlafen und keine Schmerzen wahrnehmen. Da diese leichte Form der "Narkose" hauptsächlich zur Abschirmung der Patienten von der Prozedur während der Untersuchungszeit (in der Regel zwischen 1 und maximal 4 Stunden) dient, hat der Patient während der gesamten Prozedur eine Spontanatmung (wie bei einem nächtlichen Schlaf) und muss nicht künstlich beatmet werden wie bei einer Vollnarkose. Selbstverständlich werden während der gesamten Untersuchungszeit die Vitalparameter wie Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Blutdruck und ggf. Blutgase kontrolliert. Durch diese Form der Sedierung ist gewährleistet, dass die Patienten von dem Eingriff selbst nichts mitbekommen.

Trotzdem der Patient während der Prozedur schläft, wird die Leiste zusätzlich örtlich betäubt. Bei den meisten Untersuchungen können die notwendigen Katheter von einer Seite über die Leistengefäße ins Herz vorgeschoben werden. In der Regel werden 3 verschiedene Katheter benötigt. Bei komplexeren Prozeduren (z.B. bei der Behandlung von lang-anhaltend persistierendem Vorhofflimmern) werden zusätzliche Katheter benötigt. Dann werden die Katheter über beide Leisten im Herzen platziert.

Routinemäßig werden alle Formen von Herzrhythmusstörungen behandelt, bei denen der zugrundeliegende Mechanismus auf sehr umschriebene Ursachen zurückzuführen ist (wie z.B. die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie, das WPW-Syndrom, fokale Tachykardien oder gewöhnliches Vorhofflattern). Die Erfolgsraten der Katheter-Behandlung bei diesen Herzrhythmusstörungen liegen zwischen 95 – 99%.

Ein Schwerpunkt der Kardiologie II ist die Katheterablation von Vorhofflimmern. Die Pulmonalvenenisolation (PVI) bei Patienten mit paroxysmalem (anfallsartigem) Vorhofflimmern ist in unserer Abteilung ebenfalls ein Routineverfahren. Bei Patienten mit länger-anhaltendem Vorhofflimmern (persistierendes und lang-anhaltend persistierendes AF) wird in unserer Abteilung der sogenannte "stepwise ablation approach" durchgeführt. Dieses Verfahren wurde 2005 von der Arbeitsgruppe in Bordeaux um Professor Michel Haissaguerrre (dem Pionier der interventionellen Vorhofflimmertherapie) entwickelt und stellt eine sehr komplexe Prozedur dar. Bei dieser Form der Katheterablation werden neben der Isolation der Pulmonalvenen (Lungenvenen) auch andere potentielle Arrhythmiesubstrate abladiert mit dem Ziel, durch sequentielle Elimination dieser Substrate das Vorhofflimmern durch die Ablation zu beenden und den Sinusrhythmus wiederherzustellen.

Die Erfolgsraten der Katheterablation von Vorhofflimmern sind abhängig von der Form des Vorhofflimmerns. Bei Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern (also jener Form, die immer von selbst wieder aufhört, also anfallsartig ist) liegt die Erfolgsrate mit 1 Eingriff bei 65 – 70%. Häufigstes Problem ist die elektrische Leitungserholung der isolierten Pulmonalvenen. Die Erfolgsrate kann aber durch einen 2. Eingriff auf bis zu 85% erhöht werden. Einige Patienten haben aber trotz der Pulmonalvenenisolation eine Fortschreitung des Vorhofflimmerns oder von anderen, Vorhofflimmern-verursachenden Erkrankungen. Dann kann das paroxysmale Vorhofflimmern auch in anhaltende Formen übergehen.

Persistierendes oder lang-anhaltend persistierendes Vorhofflimmern (Formen des Vorhofflimmerns, die von allein nicht aufhören und elektrisch beendet werden müssen) ist eine wesentlich komplexere elektrische Erkrankung. Daher dauern die Prozeduren deutlich länger (bis zu 4 Stunden) als bei paroxysmalem Vorhoffimmern (ca. 90 – 120 min) und die Erfolgsraten mit 1 Prozedur sind wesentlich geringer. Es konnte gezeigt werden, dass über einen Zeitraum von mehr als 2 Jahren nur ca. ein Viertel aller Patienten nach dem ersten Eingriff keine Rhythmusstörungen mehr haben. Häufig kommt es nach der Ablation zum Auftreten von geordneten Rhythmusstörungen, z.B. von sogenannten ungewöhnlichen Formen von Vorhofflattern. Diese Tachykardien können zum Teil unangenehmer sein als das Vorhofflimmern selbst, sie lassen sich aber sehr gut und mit einer hohen Erfolgsrate durch einen erneuten Eingriff behandeln. Daher wird das Auftreten von derartigen geordneten Tachykardien heute als ein Schritt vom Vorhofflimmern weg hin zu dauerhaftem Sinusrhythmus angesehen.

In das EPU-Labor integriert sind zwei verschiedene, moderne drei-dimensionale Mappingsysteme, das sogenannte Ensite-Velocity (NavX)-System und das CARTO-3-System. Mit deren Hilfe können die Katheter mit geringerer Röntgendurchleuchtung im Herzen navigiert werden. Außerdem können über diese Systeme verschiedene elektrische Informationen von dem untersuchten Herzgewebe gewonnen werden, so dass dadurch eine exaktere Lokalisation von erkranktem Gewebe ermöglicht wird.

 

Ein weiterer Schwerpunkt der Kardiologie II ist die Behandlung von bösartigen Kammerrhythmusstörungen. Insbesondere bei Patienten, die einen früheren Herzinfarkt hatten und aufgrund der Narbe im Herzmuskel eine verminderte Pumpleistung haben, benötigen zur Verhinderung des plötzlichen Herztodes durch bösartige Kammerrhythmusstörungen einen sogenannten implantierbaren Defibrillator (ICD). Bei Patienten, die wegen immer wieder auftretender Kammertachykardien häufige Schockabgaben oder Stimulationstherapien (ATP) haben, kann eine Katheterablation der Kammertachykardien durchgeführt werden. Durch diese Behandlung kann das Auftreten dieser Kammertachykardien oft beseitigt werden.

Wichtige Telefonnummern

Hotline nur für Ärzte: 

 

Rhythmus-Hotline
06131 17-4442   

Kardiologie-Hotline
06131 17-4444