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Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
 

Pflegekonzept

In den letzten Jahren findet in der Kinderkrankenpflege des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin ein Wandel von einem karitativ geprägten Berufsbild des aufopfernden Helfens zu einem modernen kundenorientierten Dienstleistungsberuf statt.

Unsere Dienstleistung ist die Pflege.

Ein Krankenhausaufenthalt ist eine belastende Zeit für das kranke Kind wie auch für seine Eltern. Unser Ziel ist es, die bestmögliche Betreuung und Versorgung unserer Patienten unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen zu gewährleisten. Trotz modernster Medizintechnik stehen sie als Menschen im Zentrum unseres Handelns. Unser Anliegen ist eine individuelle ganzheitliche Pflege unter Beachtung der kindlichen Bedürfnisse.

Die Bedürfnisse der uns anvertrauten Kinder nehmen wir ernst. Wir respektieren ihre Anliegen und die ihrer Eltern und setzen uns für ihre Belange ein. Durch Anleitung und Beratung erfahren die Eltern von uns größtmögliche Unterstützung in ihrer Pflegekompetenz hinsichtlich der krankheitsspezifischen Versorgung ihres Kindes. Entscheidend ist für uns eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihnen.

Wir sind bestrebt, die Verbindung des kranken Kindes zur Familie zu gewährleisten; die Mitaufnahme eines Elternteils ist meist möglich. In der Regel kann das Kind bei den Untersuchungen von den Eltern begleitet werden.

Wir verfolgen eine teamorientierte Kooperation zum Wohle des kranken Kindes und seiner Eltern. Wir streben eine lückenlose Versorgung in einem vernetzten System an, das sich durch eine gute interdisziplinäre Kommunikation des medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Fachbereichs auszeichnet.

Die patientenorientierte Bezugspflege stellt unser Pflegesystem dar. Auf den einzelnen Stationen finden sich unterschiedliche Pflegeorganisationssysteme: Bereichspflege, Zimmerpflege und Individualpflege. Der begrenzte Zuständigkeitsbereich unserer Pflegenden unterstützt wesentlich unsere patientenorientierte Pflege.

Unsere Pflegekonzeption beinhaltet Aspekte der Basalen Stimulation, die insbesondere bei den wahrnehmungsbeeinträchtigten Kindern eingesetzt wird. Kinästhetik und Bobath Infant Handling dienen der Bewegungsunterstützung und werden im Zuge der Umsetzung des Nationalen Dekubitusprophylaxestandards (DNQP) mit Nachdruck verfolgt.

Infolge neuester wissenschaftlicher Studien zu SID optimieren wir die Schlafumgebung unserer Säuglinge, um einen Beitrag zur Prävention des plötzlichen Säuglingstodes zu leisten.

In den schweren Stunden des Abschiednehmens begleiten nicht nur die Pflegenden unserer Kinderklinik, die eine besonderen Qualifizierung in der Trauerbegleitung erworben haben, sterbende Kinder und trauernde Eltern individuell und einfühlsam. Einen Austausch finden insbesondere Mitarbeiter der Kinderonkologischen Station in der Arbeitsgruppe ‚Verbesserung der Sterbebegleitung' im Hessischen Sozialministerium. Pflegende und Ärzte werden von den Seelsorgern in der Sterbebegleitung unterstützt.

Der Pflegeprozess dient der systematischen Planung, Steuerung und Erfolgskontrolle unserer Pflege. Die Optimierung der Pflegeprozessdokumentation ist uns ein wichtiges Anliegen. Das EDV-gestützte Dokumentationssystem Care Vue ist auf unserer interdisziplinären Intensivstation bereits etabliert.

Die Pflegeprozessdaten dienen der Transparenz und Nachvollziehbarkeit pflegerischer Leistungen. Zur pflegerischen Leistungserfassung nutzen wir darüber hinaus die PPR. Ergänzend gelten unsere Bemühungen im Besonderen der Suche valider Instrumente zur Einschätzung der Pflegebedürftigkeit und Ermittlung des Pflegebedarfs bei Kindern.

Die Codierung pflegerelevanter (Neben-)Diagnosen stellt den pflegerischen Beitrag zur Erlösoptimierung im Rahmen des neuen leistungsorientierten, pauschalierten Entgeltsystems (DRG) dar.