Visual Universitätsmedizin Mainz

25. September 2017

DSM-5 erhöht Prävalenz für Essstörungen, aber differenziert die Störungsbilder besser

Neuer Artikel der Abteilung in International Journal of Eating Disorders erschienen

Mit der Erscheinung des DSM-5 im Jahr 2013 wurden einige neue Störungsbilder im Bereich der Essstörungen eingeführt, u.a. Purging Disorder oder die vermeidend-restriktive Nahrungsaufnahmestörung. Diese neuen Störungsbilder zogen große Kritik nach sich, da eine Überdiagnostizierung und Pathologisierung von Verhalten vermutet wurde. Verena Ernst, Florian Hammerle und Arne Bürger konnten in einem kürzlich erschienen Artikel zeigen, dass tatsächlich die Anzahl der Diagnosen in einer deutschen Stichprobe Jugendlicher anstieg, jedoch auch im Bereich des im DSM-IV als nicht näher bezeichneten Essstörung aufgeführten Störungsbilds mit dem DSM-5 Subgruppen besser differenziert werden konnten. Letzteres könnte zu einer besseren Diagnostik und Behandlung führen.

Besonders erfreulich ist, dass Verena Ernst ihre Masterarbeit mit einer Publikation in der einflussreichsten Zeitschrift für Essstörungen abschließen konnte. Wir gratulieren!

Ernst, V., Bürger, A., Hammerle, F. Prevalence and severity of eating disorders: A comparison of DSM-IV and DSM-5 among German adolescents. Internatinal Jorunal of Eating Disorders. 2017;00:000–000. doi.org/10.1002/eat.22780