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Klinik und Poliklinik für
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
 

Informationen zu Bulimia nervosa

Der Begriff der Bulimie geht auf die griechischen Wörter bous = Ochse und limos = Hunger zurück. Allerdings ist der Begriff Ochsenhunger bei einer differenzierten Betrachtung nicht ausreichend, da lediglich die Essanfälle, aber nicht das Erbrechen und andere gegensteuerende Maßnahmen zu Gewichtsreduktion berücksichtigt werden. Die Bulimia nervosa wird häufig auch als Ess- und Brechsucht bezeichnet.

Obwohl die Betroffenen in der Regel normalgewichtig sind, fühlen sie sich als zu dick und haben Furcht vor einer Gewichtszunahme. Aufgrund der ständigen Furcht dicker zu werden, kommt es zu einer extremen Kontrolle der Hungersignale und zu einer Einschränkung des Essverhaltens. Diese Verminderung der Nahrungsaufnahme wird häufig als ein Auslöser der Essattacken (mindestens 1x in der Woche über den Zeitraum von drei Monaten nach DSM-5) gesehen. Innerhalb dieser Attacken nehmen die Betroffenen meist hochkalorische Nahrungsmittel zu sich, die sie in ihrem sonstigen Essverhalten vermeiden. Während des Essanfalls sind die Patienten nicht in der Lage ihr Essverhalten willentlich zu steuern oder zu unterbrechen. Der Heißhungerattacke folgt normalerweise das Erbrechen. Die Gewichtsreduktion kann aber auch durch Medikamente oder andere kompensatorische Maßnahmen hervorgerufen werden.

Bei den Patienten mit einer Bulimia nervosa ist fast immer ein Krankheitsbewusstsein mit Schamgefühl und Selbstanklagen gegeben. Aufgrund der schweren psychischen Belastung der Betroffenen ist auch hier schnellstmöglichst die Inanspruchnahme professioneller Hilfe angezeigt.