Erfahrungsbericht 4. Semester von Anna-Kathrin Klotz
(2009-07) Die Weihnachtsferien vergingen wieder wie im Fluge und „schwups“, da waren wir wieder zurück in der Schule. Die Vorfreude auf das Praktikum mit dem Schwerpunkt Stimmstörungen war schon groß. Doch zunächst einmal starteten wir in die Fachwoche im Fach Stimme. Hier wurden uns die Grundlagen des funktionalen Stimmtrainings von den Lehrlogopädinnen Frau Andreas und Frau von Krebs-Meister vermittelt. Weiterhin bekamen wir einen Einblick in die Manuelle Stimmetherapie durch Frau Voigt, einer externen Dozentin. In Partnerarbeit durften wir bei uns selbst „Hand anlegen“ und es war wieder erstaunlich, den eigenen Körper im Hinblick auf Stimme und Atmung kennen zu lernen und Übungen anzuwenden.
Nun folgte das dreiwöchige Praktikum "Stimme" und unsere Wege trennten sich für kurze Zeit, schließlich verbringen viele der Studierenden die Zeit während des Praktikums in ihrer Heimatregion. Mich hatte es in eine logopädische Praxis nach Hamburg verschlagen und auf der Zugfahrt gingen mir viele Gedanken durch den Kopf: Werde ich wohl viele Patienten mit Stimmstörungen sehen; wie werden die eigenen Stimmtherapien ablaufen...? Hierbei sei erwähnt, dass wir im Fach Stimme vorher noch keine praktischen Erfahrungen mit Stimmpatienten hatten. Dies empfand ich persönlich aber nicht als Nachteil, denn ein Praktikum ist ja schließlich dafür da, praktische Erfahrungen zu sammeln. Aus späteren Gesprächen untereinander zeigte sich, dass die Anzahl der gesehenen Patienten mit Stimmstörungen zwar variierte, doch waren die therapeutischen Erfahrungen bei allen groß. Zusätzlich rückte für acht von uns, die den additiven Studiengang an der KFH belegt haben, noch der Abgabetermin für eine 10-seitige Hausarbeit zum Thema Kommunikation näher, die ich mit viel Engagement bewältigt habe.
Zurück in der Schule folgten nun zwei Fachwochen „Aphasiologie“ von unserem Schulleiter Herrn Brauer. Wie sich später auch noch zeigen wird, war dieses Semester sehr geprägt von Fachwochen, in denen uns neue Störungsbilder näher gebracht wurden. In einer angenehmen Arbeitsatmosphäre wurde uns eine Einführung zum Störungsbild vermittelt, und in einem guten Wechsel aus Gruppenarbeit und Präsentation arbeiteten wir uns in das Thema Aphasie ein. Mithilfe von vielen Videobeispielen lernten wir den „Aachener Aphasie Test“ kennen und übten uns in seiner Durchführung.
Zur gleichen Zeit ging es in der Schule heiß her, denn der Oberkurs ging mit großen Schritten auf die mündlichen und praktischen Prüfungen und damit auf das Examen zu. Besonderheit in diesem Jahr war, dass zur Examenszeit nicht nur die Prüflinge des Oberkurses, sondern auch der Unterkurs, und wir der Mittelkurs vertreten waren, was sich durch die zeitliche Umstellung der Ausbildung durch den Studiengang an der Katholischen Fachhochschule ergeben hat. So konnten wir unseren Oberkurs seelisch und moralisch unterstützen und gleichzeitig erfahren, was auf uns im nächsten Jahr zukommen würde.
Dann kehrten wieder ruhigere Zeiten ein und wir stiegen in den normalen Stundenplan mit den Fächern Audiologie, Linguistik, angewandte Psychologie, Phoniatrie, Stimme, Stimmbildung, Neurologie und die Videogruppe Rhinophonie / Myofunktionelle Störung / Laryngektomie ein. Neu hinzu kamen die Fächer Sonderpädagogik, Wissenschaftliches Arbeiten, Hörgeschädigtenpädagogik, Psychiatrie, Neuropädiatrie und das logopädische Fach Aphasietherapie (inklusive Sprechapraxie, Dysphagie und Demenz). Im Fach Aphasietherapie und Wissenschaftliches Arbeiten folgten gegen Ende unseres vierten Semesters schließlich auch schriftliche Leistungsnachweise. Bei der praktischen Ausbildung lagen die Schwerpunkte in diesem Semester auf der Behandlung von Stimmstörungen sowie der Behandlung von Patienten aus den Bereichen Rhinophonie, Myofunktionelle Störungen und Laryngektomie. In den zwei bis drei Mal pro Woche stattfindenden Therapiesitzungen konnten wir das zuvor theoretisch gelernte Wissen mit unseren Patienten aktiv umsetzen.
Nach den Osterferien folgte wieder ein straffes Programm mit einer Modulwoche in der Katholischen Fachhochschule (KFH) und den Fachwochen zu den Störungsbildern Dysarthrie mit Herrn Brauer und ORT (Therapie der orofacialen Dysfunktion) und CP (Cerebral Parese) mit Frau Andreas, Frau Bredenhöller und Frau Löw in unserer Lehranstalt. In der KFH konnten wir wieder Studentenluft schnuppern und bekamen bei einem gut ausgefüllten Wochenplan Inhalte aus der Pädagogik und der Entwicklungspsychologie vermittelt, die interessant und bereichernd waren.
Mittlerweile befanden wir uns schon im Monat Mai, der im Zeichen unseres Frühlingsfestes stehen sollte. Dieses wurde von uns als Mittelkurs ausgerichtet und gemeinsam mit Unterkurs, Lehrlogopäden und Dozenten haben wir in einer „Meenzer“ Gartenlaube in gemütlicher und fröhlicher Runde einen schönen Abend verbracht. Neben einem Schwätzchen hier und da, waren Pantomime mit logopädischen Begriffen, eine Tombola mit interessanten Preisen und der Gesang des Unterkurses unterhaltsame Programmpunkte, die den Abend schön abrundeten.
Schließlich folgte im Juni noch der dbl-Kongress, der erfreulicherweise in diesem Jahr bei uns in Mainz stattfand. Ebenso gastierte die Wanderausstellung „Sprich mit mir“ im Mainzer Rathaus, sodass Mainz in diesem Monat ganz im Sinne der Sprache stand. Auch wir als Schule waren natürlich mit von der Partie und haben als „Kongressengel“ beispielsweise die Taschen für die Kongressteilnehmer gepackt und an den verschiedensten Veranstaltungen teilgenommen.
Zusätzlich gab es in dieser Zeit noch Exkursionen in eine Lern- und Hörgeschädigtenschule und wir schlossen unseren Unterricht in Stimmbildung mit einem Vorsingen innerhalb unseres Kurses ab, bei dem wir noch einmal unser gesangliches Talent unter Beweis stellen konnten...:-)
Als letztes sei erwähnt, dass wir zusammen mit dem Unterkurs und in Zusammenarbeit mit den Lehrlogopäden in diesem Semester im Hinblick auf die schulische Einrichtung viel erreicht haben. So kam es, dass wir an einem „Putz- und Gestaltungstag“ beispielsweise unseren Aufenthaltsraum neu gestaltet haben oder neues Mobiliar für die Unterrichts- und Therapieräume erhalten haben.
Nun war es aber doch Zeit, dass wir nach arbeitsreichen und anstrengenden Wochen in die Ferien und ins Praktikum gingen. Obwohl, da war ja doch noch etwas: während ein Teil unseres Kurses schon ins Praktikum oder in die Ferien ging, galt es für den anderen Teil noch, die 6. Modulwoche mit einer Klausur in der KFH zu bewältigen.
