Logo der Universitätsmedizin Mainz
Lehranstalt für Logopäden
 

Eignungstest

Im Rahmen der Auswahl findet ein Eignungstest statt. Zwei Bewerberinnen vom Jahr 2009, Mirjam und Julia, haben wir dabei begleitet. Lassen wir sie von ihren Erlebnissen an diesem Tag berichten.

 

Ankunft in der Lehranstalt für Logopädie um 8:15 Uhr

"Es ist ein sonniger Frühlingsmorgen. Ich kann mir 1000 Sachen vorstellen, die ich an diesem Morgen lieber machen würde, als einen Logopädieeignungstest. Trotzdem steige ich die Stufen zum lila Gebäude hinauf. Da muss ich jetzt durch!

Ich habe mich mit Julia bekannt gemacht und sitze nun mit ein paar anderen Mädchen im Seminarraum, wo wir unsere Gedichte und Prosatexte vortragen werden. Trotz aller Aufregung, sind wir alle gut gelaunt und fröhlich und unterhalten uns angeregt wo wir herkommen und was für Texte und Lieder wir vorbereitet haben. Eigentlich könnte es so bleiben, die Prüfer müssten gar nicht erst auftauchen." - Mirjam

Ankunft in der Lehranstalt für Logopädie

"Nachdem ich in Mainz angekommen bin, finde ich nach kurzem Suchen das Gebäude (der Pulverturm), in dem die Lehranstalt für Logopäden untergebracht ist. In dem Seminarraum, in dem wir  warten können, mache ich mich mit Mirjam und den anderen Bewerberinnen bekannt. Wir tauschen uns über unsere vorbereiteten Gedichte, Lieder und Texte und über unsere Erwartungen aus. Jetzt steigt unsere Spannung wegen des bevorstehenden Tests langsam an..." - Julia

Vortrag Gedicht und Prosatext 9:00 Uhr

Vortrag Gedicht und Prosatext

 

 

„Nach einer ganzen Weile, die wir so im Raum gesessen haben, kommen endlich die Lehrlogopäden und es geht auch gleich los. Ich mache den Anfang und trage mein Gedicht  „Vom schlafenden Apfel“ von Robert Reinick vor. Als ich vorne stehe, verfliegt alle Aufregung. Es macht sogar Spaß, den anderen das fröhliche Gedicht vorzutragen. Ich habe es auswendig gelernt und kann so viel besser auf meine Stimme und die Gestik achten. Gleich im Anschluss lese ich den Ausschnitt aus „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende, den ich vorbereitet habe. Es läuft ganz gut - hoffentlich sehen das die Prüfer genauso.“ - Mirjam

 

 

Vortrag Gedicht und Prosatext

„Es ist kurz nach neun und es geht los. Im Beisein von zwei Lehrlogopädinnen tragen wir nacheinander unser Gedicht bzw. den Prosatext vor. Die Situation ist recht entspannt. Wir hören den anderen zu und warten, bis wir selbst an die Reihe kommen. Als es soweit ist, versuche ich, die von mir ausgesuchten Texte - „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff und der Anfang von „Der Richter und sein Henker“ von Friedrich Dürrenmatt) so gut wie möglich vorzutragen. Bis auf ein paar kleine Versprecher, bin ich auch mit mir zufrieden.“ - Julia

Schreiben Sie eine Seite zum Thema: "Logopädie: Hobby, Beruf, Berufung"

Schreiben Sie eine Seite zum Thema: "Logopädie im Spannungsfeld Mensch - Technik"

„Als alle Mädchen mit ihrem Vortrag fertig sind, teilen uns die Lehrlogopäden ein Blatt aus. Wir sollen nun einen kurzen Aufsatz schreiben. Wir haben eine viertel Stunde Zeit für eine Seite. Ich denke kurz nach und schreibe dann einfach drauf los. Ein paar mal muss ich Wörter durchstreichen, weil ich schneller schreibe als ich denke. Hoffentlich fällt das nicht negativ auf!“ - Mirjam

 

 

„Direkt im Anschluss geht es mit der schriftlichen Arbeit weiter. Ich finde es zunächst etwas schwierig einen Anfang zu finden, versuche dann aber alle Ideen, die mir zu dem Thema kommen, zu sammeln, und sie dann in meinen Text hineinzubringen.“ - Julia

Pause - 10:00 Uhr

Pause

„Jetzt können wir erst einmal kurz durchatmen. Die Logopädenschülerinnen und zwei Schüler  haben auf dem Flur Kaffe, Tee, Plätzchen und allerlei Sachen zum Knabbern für uns vorbereitet. Es gibt auch Gelegenheit ihnen ein paar Fragen zur Ausbildung zu stellen. Alle sind sich einig, dass die Ausbildung sehr interessant ist, aber auch Zeit und Nerven kostet. Mit der Schule und den Lehrern sind sie eigentlich ganz zufrieden.“ - Mirjam

 

„Nach diesen beiden ersten Aufgaben ist von den Logopädieschülern ein Tisch mit Kaffee, Tee, Saft und Süßigkeiten vorbereitet, mit denen man sich stärken kann und die man auch über ihre Erfahrungen, die sie bereits in der Ausbildung gemacht haben, ausquetschen darf.“ - Julia

Audiogramm - Hörprüfung 10:30 Uhr

Audiogramm - Hörprüfung

„Den Hörtest führen die Schülerinnen und Schüler der Logopädieschule durch. Man bekommt einen Kopfhörer aufgesetzt und muss einen Knopf drücken, wenn man einen Ton hört. Die Töne werden immer leiser und irgendwann höre ich eher das Rauschen der Heizung direkt hinter mir und das Klavier im Nebenraum. Als ich das sage werde ich beruhigt, auf die Feinheiten kommt es nicht so an. Na gut. Anscheinend höre ich normal.“ - Mirjam

 

 

Audiogramm - Hörprüfung

 

 

 

„Der Hörtest wird von Schülern durchgeführt. Man bekommt einen Kopfhörer und muss immer, wenn man einen Ton hört, auf einen Knopf drücken. Das ist soweit ganz einfach, die Töne werden jedoch immer leiser, und ich bin manchmal etwas unsicher, da ich auch noch von dem Geräusch der Heizung und dem Klavierspiel von der Stimmprüfung im Nebenraum etwas abgelenkt werde.“ - Julia

Einzelgespräch mit einer Lehrlogopädin 11:00 Uhr

Einzelgespräch mit einer Lehrlogopädin

„Das Gespräch wird von der Lehrlogopädin, Frau Bröckel, durchgeführt und ist in meinem Fall ganz entspannt. Wir unterhalten uns über meine bisherige Ausbildung, meine Hobbys und darüber, wie ich auf den Beruf der Logopädin gekommen bin. Danach soll ich noch meine Stärken und Schwächen darlegen und erklären, welche Qualitäten ich meiner Meinung nach mitbringe, um eine gute Logopädin zu werden.

Zum Schluss macht sie mich noch darauf aufmerksam, dass meine s-Laut-Bildung manchmal fehlerhaft ist, was aber mit ein paar Stunden bei einer Logopädin einfach zu beheben sei. Falls ich einen Ausbildungsplatz bekomme, wäre dies natürlich eine Auflage, da man ja als Logopädin eine fehlerlose Aussprache haben muss, um ein Vorbild für seine Patienten sein zu können!“ - Julia

 

 

Einzelgespräch mit einer Lehrlogopädin

„Die Lehrlogopädin, Frau Culp, bittet mich nun zum Einzelgespräch. Vor Aufregung habe ich ihren Namen schon nach kurzer Zeit vergessen, aber sie ist sehr nett und freundlich. Sie fragt mich ein paar Sachen, erzählt selbst ein bisschen und dann darf ich wieder über mich berichten.

Eigentlich war es eher eine nette Unterhaltung.“ - Mirjam

 

Stimme - Musikalität 11:45Uhr

Stimme - Musikalität

„Von nun an kann man sich aussuchen, was man als nächstes machen möchte. Ich entscheide mich dazu, erst einmal mein Lied vorzutragen und trete in den Raum. Nach einem kurzen Gespräch, singt sich der Lehrlogopäde, Herr Brauer, mit mir ein und dann sitze ich auch schon am Klavier und versuche das Zittern in meiner Stimme zu unterdrücken.

Einmal habe ich mich vergriffen. Aber das ist halb so wild – einfach weiter spielen. Anschließend muss ich Töne, die man mir vorsingt auf dem Klavier raussuchen. Das ist kein Problem, man muss auch nicht auf Anhieb den richtigen Ton finden.“ - Mirjam 

 

  • Stimme - Musikalität

„Vor diesem Teil des Tests war ich etwas unsicher, da mein Gesang eher mittelmäßig ist, aber im Nachhinein war alles halb so schlimm. Der Lehrlogopäde, Herr Brauer, hat sich mit mir kurz über meine musikalischen Vorkenntnisse unterhalten, dann haben wir uns gemeinsam eingesungen, und ich habe mein Lied vorgetragen. Ich hatte das Kinderlied „Der Mond ist aufgegangen“ ausgesucht, aber man hat ganz freie Wahl und kann singen, was einem gefällt. Danach musste man noch selbst ans Klavier und sollte 4-5 Töne, die der Lehrlogopäde singt, heraussuchen. Nach ein bisschen ausprobieren habe ich dann auch fast immer den richtigen Ton gefunden.“ - Julia

Stimmfeldmessung 12:15 Uhr

Stimmfeldmessung

„Das ist wirklich die lustigste Station von allen. Das Stimmvolumen wird gemessen. Man muss so leise und so laut wie möglich Töne nachsingen. Die Messungen werden wieder von den Auszubildenden gemacht. Sie sind total freundlich, sagen ich mache das super und feuern mich an noch lauter zu singen.

Zum Schluss muss ich einem imaginären Freund, der weit weg steht und Musik hört, mit einem donnernden „Hallo“, auf mich aufmerksam machen.“ - Mirjam

 

Stimmfeldmessung

„Auch dieser Teil wird von Schülern durchgeführt, die ebenfalls sehr nett sind. Aufgabe ist, tiefe und hohe Töne, die man auf dem Klavier vorgespielt bekommt, zuerst so leise und dann so laut wie möglich nachzusingen. Dabei ist es auch kein Problem, wenn man einen Ton nicht direkt trifft. Der Ton wird einfach noch einmal angespielt und man hat eine zweite Chance. Manchmal klingen die Töne, die dabei herauskommen ein bisschen schräg, aber es macht auch nichts, wenn man mal lachen muss, denn die Atmosphäre bei diesem Test ist sehr angenehm.“ - Julia

Phoniatrische Untersuchung 14:00 Uhr

Phoniatrische Untersuchung

„Die Untersuchung wird auf zwei unterschiedliche Arten durchgeführt - mit einer starren Endoskopie durch den Mund, wie es einige vielleicht kennen, oder mit einem flexiblen Endoskop durch die Nase. Bei mir werden beide Untersuchungen durchgeführt. Viele müssen ja bei der starren Endoskopie würgen, was bei mir jedoch nicht der Fall ist. Ich finde diese Untersuchung nicht schlimm. Durch die Nase ist es mir schon unangenehmer, aber ich kann es aushalten und es geht ja auch schnell vorbei.“ - Julia 

 

Phoniatrische Untersuchung

„Zur Untersuchung des Kehlkopfes muss ich in die Unikliniken laufen. Der Weg führt durch den Stadtpark. Viele Studenten sitzen auf den Wiesen und sonnen sich.

Bei der Untersuchung muss ich die Zunge rausstrecken und bekomme einen langen Stab in den Hals geschoben, an dem eine winzige Kamera befestigt ist.  Dann muss ich in verschiedenen Tonlagen „hii“ sagen, was mit der Zunge draußen und einem Stab im Mund wirklich nicht so einfach ist. Die anderen Mädchen sagen, dass sie würgen mussten aber ich hatte gar keine Probleme. Das ist wohl wirklich total unterschiedlich. Mit meinem Kehlkopf ist alles in Ordnung.“ - Mirjam

Abschluss 15:00 Uhr

Abschluss

„Es ist immer noch genauso sonnig wie am Morgen. Wir schlendern durch den Park von der Uni zurück zur Schule. Wir wissen beide nicht recht wie wir uns verabschieden sollen. Es kann sein, dass wir uns nie wieder sehen. Ein komisches Gefühl. Wir haben in der kurzen Zeit doch einige Mädchen recht lieb gewonnen und hoffen nun, dass wir bald mit einigen zusammen die Ausbildung zur Logopädin beginnen können! Wir sind  gespannt. In drei Wochen wissen wir spätestens Bescheid, ob wir  genommen werden.“ - Mirjam und Julia

 

 

 

Kontakt

Lehranstalt für Logopäden
Am Pulverturm 13
55101 Mainz

Tel.  06131 17-3251
Fax  06131 17-5542

qualitaetssiegel_schulen