Logo der Universitätsmedizin Mainz
Lehranstalt für Logopäden
 

Eignungstest

Im Rahmen der Bewerberauswahl findet jährlich ein Eignungstest statt, zu dem etwa 90 BewerberInnen eingeladen werden. Zwei Bewerberinnen vom Jahr 2012, Annika und Sara, haben wir dabei begleitet. Lassen wir sie von ihren Erlebnissen an diesem Tag berichten.

 

Ankunft in der Lehranstalt für Logopädie um 8:15 Uhr

"Es ist ein kalter Februarmorgen, als ich in dem Gebäude ankomme, in dem sich die Lehranstalt für Logopäden befindet. Ich merke, wie ich langsam nervös werde, doch ich bin gleichzeitg auch sehr gespannt darauf, was mich heute alles erwartet. Das werde ich schon schaffen! Im Seminarraum lerne ich gleich einige sehr nette Mädchen kennen, darunter auch Sara. Wir tauschen uns ganz entspannt darüber aus, wo wir herkommen und welche Gedichte und Prosatexte wir vortragen werden. Auch wenn alle etwas aufgeregt sind, herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre."  - Annika

"Es ist Montagmorgen im Februar. Seit halb neun bin ich im Pulverturm und mache mich mit den Mitbewerberinnen bekannt. Sie scheinen alle sehr nett zu sein. Nach der herzlichen Begrüßung um 9:00 Uhr geht es auch gleich mit dem Vortrag der Gedichte und Prosatexte los." - Sara

Vortrag Gedicht und Prosatext 9:00 Uhr

Vortrag Gedicht und Prosatext

 

„Pünktlich um 9:00 Uhr kommen die Lehrlogopäden und der "Eignungstest-Marathon" kann beginnen. Als erstes sollen wir ein Gedicht und einen Prosatext vortragen. Ich habe mir das Gedicht "Der Zauberer Korinthe" von James Krüss und einen Auszug aus Michael Endes "Momo" ausgesucht. Hoffentlich vergesse ich beim Auswendigvortragen nicht den Text. Doch letztendlich läuft alles gut und ich bin mit mir zufrieden." - Annika 

 

 

 

Vortrag Gedicht und Prosatext

„Ich bin arg nervös, aber während ich das Gedicht "Das Wiegenlied vom Vogel" vortrage, lockere ich mich ein bisschen und beim Prosatext "Der Löwe und der Bär" habe ich die Nervosität im Griff und es klappt ganz gut." - Sara

"An welche Grenzen stoßen Menschen mit Sprachstörungen?"

  • Schreiben Sie eine Seite zum Thema: "Logopädie im Spannungsfeld Mensch - Technik"

„Gleich darauf folgt der schriftliche Teil. Vor diesem Prüfungsabschnitt habe ich mich ein bisschen gefürchtet, weil ich nicht so gerne Aufsätze schreibe. Doch das Thema, über das wir schreiben sollen, finde ich sehr gut, so dass ich gleich losschreiben kann."- Annika 

"Die zweite Station ist das Verfassen eines Textes zu einem vorgegebenen Thema. Es geht um Hindernisse im Alltag bei Menschen, die unter Sprachstörungen leiden. Wir haben 20 Minuten dafür Zeit. Es hat alles sehr gut geklappt. Ich habe mich ein paar Mal verschrieben, aber das wird nicht so schlimm sein." - Sara

 

Pause - 10:00 Uhr

Pause

„Puh! Der erste Prüfungsabschnitt ist geschafft. Nun dürfen wir erst einmal eine Pause machen, in der wir uns stärken können. Ein paar von uns, darunter auch Sara und ich müssen jedoch kurze Zeit darauf in die Klinik für Kommunikationsstörungen zur phoniatrischen Untersuchung.“ - Annika

 

„So, der erste Teil ist geschafft. Für die anderen ist jetzt Pause mit Kaffee und Tee. Annika und ich laufen aber nach wenigen Minuten in die Universitätsmedizin zur phoniatrischen Untersuchung. “ - Sara

Phoniatrische Untersuchung 10:30 Uhr

  • Audiogramm - Hörprüfung

„In der Klinik angekommen, komme ich auch gleich als Erste an die Reihe. Zunächst fragt mich der untersuchende Arzt, warum ich Logopädin werden möchte. Das kurze Gespräch verläuft entspannt, und gleich im Anschluss beginnt die Untersuchung. Dabei wird die Funktion meines Kehlkopfes mit Hilfe eines Endoskops untersucht. Ich muss atmen, tiefe und hohe Töne auf "hi" singen. Nicht so einfach, weil man mit dem Rohr im Mund ja nicht wirklich sprechen kann. Es klappt bei mir aber, ohne dass ich würgen muss.“ - Annika

 "Eigentlich ist die Untersuchung gar nicht so schlimm, wie manche befürchtet haben. Der untersuchende Arzt ist sehr nett und fragt mich gleich, warum ich Logopädin werden möchte. Dann muss ich einen Ton so lange wie möglich aushalten. Danach werden mit dem Endoskop meine Stimmlippen untersucht, was für mich nicht ganz so angenehm war, aber jeder empfindet das anders, abhängig vom Würgereiz." - Sara

 

Audiogramm - Hörtest 11:15 Uhr

  • Einzelgespräch mit einer Lehrlogopädin

„Zurück in der Lehranstalt mache ich als nächstes den Hörtest. Dieser wird von Studierenden der Schule durchgeführt, die alle sehr nett sind. Für den Test bekomme ich einen Kopfhörer aufgesetzt, aus dem links oder rechts Töne in verschiedenen Tonhöhen und Lautstärken erklingen. Immer wenn ich einen Ton höre, muss ich die Hand heben. Manchmal bin ich verunsichert, weil aus dem Nachbarraum immer mal das Klavier der Stimmprüfung zu hören ist. Die Studierenden signalisieren mir aber, dass alles ok ist." - Annika 

"Die nächste Station ist das Audiogramm,  das in Mainz von Studierenden aus dem Mittelkurs durchgeführt wird. Es läuft ganz locker ab. Sie erklären mir, dass ich jetzt einen Kopfhörer aufbekomme und verschiedene Töne hören muss. Je nachdem ob ich den Ton rechts oder links höre, muss ich die rechte oder linke Hand heben. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich den Ton richtig gehört habe, denn sie werden immer leiser angegeben. Es scheint aber auch hier geklappt zu haben, wenn ich die Gesichter richtig interpretiere." - Sara

Notizen zum Eignungstest erstellen

Notizen erstellen

 

"Jetzt heißt es warten auf das Gespräch mit einer Lehrlogopädin. Wir nutzen die Zeit, um die bisherigen Eindrücke zu Papier zu bringen." - Annika und Sara

Einzelgespräch 12:00Uhr

Stimme - Musikalität

„Nach einer Weile werde ich von der Lehrlogopädin Frau Krämer zum Einzelgespräch gebeten. Davor habe ich ein wenig Bedenken, weil einige Mitbewerberinnen meinen, dass die Prüfer einen sehr ausfragen ("ausquetschen"). Doch nach einer Weile entwickelt sich das Einzelgespräch zu einer richtig netten Unterhaltung. Frau Krämer fragt nach meinem bisherigen Lebensweg, warum ich Logopädin werden möchte, ob ich mit Patienten mit schweren Erkrankungen umgehen könne, und was ich mir von einer Ausbildung und Studium in Mainz erhoffe. Toll finde ich, dass ich selbst auch Fragen stellen kann und diese beantwortet werden." - Annika

Stimme - Musikalität

„Ich werde von der Lehrlogopädin, Frau Schlütter, zum Einzelgespräch geholt. Zunächst war ich sehr nervös. Vermutlich hängt von diesem Gespräch ja sehr viel ab. Aber das Gespräch verläuft in netter Atmosphäre und so legt sich meine Nervosität ein wenig.“ - Sara

Stimmfeldmessung 13:00 Uhr

  • Stimmfeldmessung

"Auf das Einzelgespräch folgt die für mich mit Abstand beste Prüfung - die Stimmfeldmessung. Diese wird ebenfalls von zwei sehr netten Studierenden der Schule durchgeführt. Sie leiten mich an, Töne aufsteigend vom tiefen bis in den hohen Stimmbereich erst so leise und anschließend so laut wie möglich zu singen. Das macht richtig Spaß! Dabei loben und motivieren sie mich auch immer wieder, was mich noch mehr anspornt. Abschließend muss ich noch so laut ich kann "hallo" rufen. Eine wirklich lustige Station!“ - Annika

 

Stimmfeldmessung

 

„Die mit Abstand lustigste Station folgt jetzt - die Stimmfeldmessung. Ich bekomme verschieden hohe Töne vorgespielt und muss diese so leise und so laut wie möglich nachsingen. Eigentlich war ich total nervös, aber die Studierenden, die mit uns die Messung durchführen, sind so lieb, dass sich meine Nervosität sofort legt. Zum Schluss soll ich mich noch ans geschlossene Fenster stellen und mir vorstellen, auf der weit gegenüberliegenden Straßenseite geht jemand, den ich rufen soll. Natürlich so laut wie möglich. Kein Problem, auch das klappt ziemlich gut. “ - Sara

Stimme - Musikalität 14:00 Uhr

Stimme - Musikalität

„Jetzt habe ich es bald geschafft. Langsam merke ich auch, dass ich etwas erschöpft bin. Als letztes muss ich bei dem Lehrlogopäden, Herrn Brauer, ein Lied vorsingen. Bevor ich starte, stellt er mir ein paar Fragen zu meiner musikalischen Vorbildung und singt sich mit mir ein. Daraufhin darf ich mein Lied vortragen. Ich hatte mir "Somewhere over the rainbow" ausgesucht, wozu ich mich selbst am Klavier begleite. Da ich gerne singe, macht es mir sogar Spaß und ich bin am Ende mit mir zufrieden. Ich habe das Gefühl, dass es dem Lehrlogopäden auch gefallen hat.“ - Annika 

 

Phoniatrische Untersuchung

„Jetzt kommt die letzte Station - Stimme und Musikalität beim Lehrlogopäden, Herrn Brauer. Ich bin richtig, richtig nervös. Aber auch hier wird meine Nervosität durch ein einführendes Gespräch gemindert. Dann singen wir uns wechselseitig ein. Anschließend kommt mein Lied "Hänsel und Gretel". Danach muss ich noch Töne am Klavier heraussuchen, die mir vorgesungen werden.  Es hat geklappt!“ - Sara

Abschluss 15:00 Uhr

Abschluss

 

„Geschafft. Ein anstrengender, aber vor allem sehr spannender und schöner Tag, geht in Mainz zu Ende. Insgesamt können wir sagen, dass wir uns beide im Vorfeld viel zu viele Gedanken gemacht haben. Eigentlich ist alles sehr entspannt abgelaufen. Das positive Bild, das wir uns schon vorher von der Schule gemacht haben, hat sich für uns noch einmal bestätigt. Hier sind alle sehr nett, freundlich und aufgeschlossen, so dass man ein sehr familiäres Gefühl hat. Wir sind natürlich sehr gespannt, wie es weitergeht. Haben wir es beide geschafft und bekommen einen Ausbildungs- und Studienplatz angeboten? Müde aber zufrieden verlassen wir den Pulverturm. Hoffentlich sehen wir uns im September zum Ausbildungsbeginn in Mainz wieder!“ - Annika und Sara 

Kontakt

Lehranstalt für Logopäden
Am Pulverturm 13
55101 Mainz

Tel.  06131 17-3251
Fax  06131 17-5542

qualitaetssiegel_schulen