Weiterbildender Masterstudiengang Medizinethik –
Gesellschaftliche Relevanz
Die Medizinethik hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung für das Handeln der Ärzte, die medizinische Forschung und die Gesundheitspolitik gewonnen. Durch den stetigen medizinischen Fortschritt entstehen moralisch problematische und ethisch zu reflektierende Handlungsoptionen, die die Selbstbestimmung des Patienten im Rahmen des Arzt-Patient-Verhältnisses, die Vertretung von Patienteninteressen im Gesundheitswesen, aber auch die ökonomische Verwertung naturwissenschaftlich-medizinischer Erkenntnisse (z.B. durch Patente) betreffen.
Die Fähigkeit zur ethischen Reflexion wird in der gegenwärtigen Situation gesundheitspolitischer und medizinisch-technischer Entwicklungen für Ärzte und andere im medizinischen Bereich Tätige zu einer notwendigen Sekundär-Kompetenz im beruflichen Alltag. Aus diesem Grund stellt der Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen die Bedeutung der Medizinischen Ethik für die Ausbildung von Humanmedizinern heraus und fordert die Einbindung der Ethik in das medizinische Curriculum.
Dem trägt die 8. Änderungsnovelle der Ärztlichen Approbationsordnung insofern Rechnung, als Studierende der Humanmedizin zur Teilnahme an medizinethischen Veranstaltungen mit Leistungsnachweis verpflichtet sind. Für praktizierende Ärzte und andere im medizinischen Bereich Tätige ist ein Weiterbildungsangebot in Form des Studiums an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (bis einschließlich SS 2008 an der FernUniversität in Hagen) ein angemessenes Instrument, um parallel zur Berufstätigkeit die erforderliche medizinethische Kompetenz zu vermitteln.
