Visual Universitätsmedizin Mainz

Psychometrie der Stimmung


Projektleiterin: Dr. S. Fischbeck

Das Phänomen „Stimmung“ ist Resultante wie Determinante menschlichen Verhaltens und Erlebens. Diese im Vergleich mit Gefühlen im eigentlichen Sinne relativ lang andauernde „Gemüthsbewegung“ (Domrich 1849) ein wichtiger Indikator des seelischen Befindens und damit der Lebensqualität psychisch und körperlich Kranker. Fußend auf der Kritik derzeit gängiger Messinstrumente, haben wir den „Mainzer Stimmungsfragebogen“ (MStF) und eine Kurzform des Verfahrens (MStF-K) entwickelt. In seine Konstruktion flossen bislang Daten von N = 1297 Probanden aus sechs studentischen und zwei klinischen Stichproben ein. Vorfindliche Hinweise zur Reliabilität und Validität des Instrumentes sind ermutigend und belegen seine Brauchbarkeit für die medizinpsychologische Forschung. Die Analyse von Befunden aus Ein- und Zweipunktemessungen zeigen: 1. Das in Rede stehende Phänomen ist auf drei wesentliche Dimensionen zu reduzieren: ängstlich-gedrückte, morose und gehobene Stimmung. 2. Die Hypothese, Stimmungen würden vergleichsweise lang anhalten, ihre Persistenz allerdings personen- und komponentenabhängig variieren, lässt sich global bestätigen. Das Instrument erwies sich mittlerweile als brauchbar zur Beurteilung des aktuellen psychischen Befindens von Strahlentherapiepatienten und solchen der Anästhesiologie. Es wird derzeit geprüft, inwiefern es sich bei verschiedenen Personen- und Patientengruppen einsetzen lässt.