Visual Universitätsmedizin Mainz

Patientensituation in der ambulanten anästhesiologischen Prämedikation – Situationsanalyse und Evaluation von institutionellen und kommunikativen Bedingungen der stationären Versorgung

 

In Kooperation zwischen der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Mainz (OA Dr. med. A. L. Depta), der Abteilung für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik am Institut für Psychologie der Universität Mainz (Juniorprof. Dr. A. Schwerdtfeger) und dem Schwerpunkt Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie (PD Dr. W. Laubach, Dr. Dipl. Psych. S. Fischbeck) wird die Zufriedenheit der Patienten in Rahmen der anästhesiologischen Sprechstunde zur Prä-Medikation überprüft. Unter dem Aspekt der versorgungsbezogenen Organisationsforschung (Pfaff, 2003) wird dabei sowohl das ärztliche Gesprächsverhalten und der Kontakt zwischen aufnehmenden Mitarbeitern und Patienten als auch die räumlichen Gegebenheiten im Warteraum und die organisatorischen Bedingungen zur Zuweisung von aufnehmenden Stationen sowie die Wartezeit berücksichtigt. Darüber hinaus sind für die Beurteilung der Zufriedenheit medizinische, psychologische und soziologische Parameter wie Krankheitsschweregrad, Stimmung, Ängstlichkeit und OP-Angst, sowie Alter, Geschlecht, Sozialschicht und Ausmaß der sozialen Unterstützung von Bedeutung.

Um den Effekt geplanter Interventionen hinsichtlich des Kommunikationsverhaltens als auch im Hinblick auf räumliche und organisatorischen Veränderungen zu überprüfen, wird im Rahmen einer „Basis-Erhebung“ mit ca. 200 Patienten der Ist-Zustand erfasst. Nach einer ca. 6-monatigen Interventionsphase wird dann mit den gleichen Instrumenten die Evaluation an ebenfalls ca. 200 Patienten durchgeführt.

Als Interventionen werden – neben räumlichen und organisatorischen Veränderungen – durchgeführt:

  1. die Entwicklung und Erprobung einer „Fragen-Identifikationsliste“ für die Patienten zur Verbesserung der Aufklärung der Patienten,

  2. Eine Informationsbroschüre über die anästhesiologische Sprechstunde zur Klärung ihrer Aufgabe für die Patienten,

  3. Die Entwicklung und Evaluation von Informationsmedien (Video/Broschüren) über verschiedene Narkoseverfahren.

  4. Entwicklung von Screening-Instrumenten für Risiko-Patienten hinsichtlich chronischer Schmerzen, Ängstlichkeit und Verärgertheit während der PMA.

  5. Schulung der Anästhesisten in Techniken der patienten-zentrierten GF und Aufklärung.