Visual Universitätsmedizin Mainz

Struktur und Prävalenz psychosozialer Betreuungsbedürfnisse von Patient(inn)en in allgemeinärztlicher Versorgung in Abhängigkeit von Erkrankung, Sozialschichtzugehörigkeit und sozialer Unterstützung

 

Verantwortliche Mitarbeiter: PD Dr. W. Laubach, Dr. Dipl.-Psych. S. Fischbeck
Doktoranden: Dr. agr. Rahim Schmidt

Zielsetzung:
In einem Untersuchungsprojekt soll die Prävalenz der arztbezogenen psychosozialen Betreuungsbedürfnisse von Patienten im Kontext der allgemeinärztlichen Versorgung ermittelt werden. In einem zweiten Schritt kann darüber hinaus das Ausmaß ihres Erfülltseins dieser Betreuungsbedürfnisse erfasst werden. Für diesen Zweck wird ein Fragebogen eingesetzt, der sich im wesentlichen an den inzwischen teststatistisch überprüften Betreuungsbedürfnis-Skalen BB-S von Fischbeck (2002) orientiert und auf den Kontext der Allgemeinmedizin angepasst werden muss. Zusätzlich soll das Ausmaß sozialer Unterstützung aus dem sozialen Umfeld (Fragebogen zur Sozialen Unterstützung F-SozU, Fydrich & Sommer, 2003) der Patienten ermittelt werden. Besonderes Interesse gilt dabei der Identifikation krankheits-, geschlechts- und schichtspezifischer Bedürfnisse. Die Erstellung eines Schicht-Index erfolge aufgrund der Angaben zur Schulbildung, zur beruflichen Bildung, dem ausgeübten Beruf und der Stellung im Beruf (vgl. Anhang).

Als Ergebnis ist zu erwarten, dass eine Reihe von Bedürfnissen der Patienten nicht oder nur unzureichend durch die ambulante Versorgung bzw. die betreuenden Ärzte erfüllt wird. Als Gründe hierfür sind einerseits denkbar, dass die betreuenden Ärzte die Bedürfnisse der Patienten nicht identifizieren und zum anderen, dass auf spezifische Bedürfnisse von Patienten im Rahmen der allgemeinärztlichen Versorgung nicht eingegangen werden kann.

Aus soziologischer Perspektive ist damit auch eine Weiterentwicklung der Patientenrolle und der Arztrolle im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitssystem zu formulieren.

 

Fragestellungen:

  1. Welche psychosozialen Betreuungsbedürfnisse richten Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen in der Allgemeinmedizin an ihre behandelnden Ärzte?

  2. Wie ausgeprägt sind diese Betreuungsbedürfnisse jeweils und wie gut werden sie aus der Sicht der Patienten durch die betreuenden Allgemeinärzte erfüllt?

  3. Lassen sich Determinanten der identifizierten Betreuungsbedürfnisse auffinden? Gibt es also spezifische Unterschiede je nach Erkrankungsart, Geschlecht und Zugehörigkeit zu einer bestimmten Sozialschicht?

  4. Bestimmen Defizite im sozialen Netzwerk die Ausprägung bestimmter Betreuungsbedürfnisse?

  5. Wie schätzen die behandelnden Ärzte die Bedürfnislage ihrer Patienten in Abhängigkeit von deren soziodemographischen Merkmalen ein?