Visual Universitätsmedizin Mainz
Implantat im Knochen
Festes Einheilen des Implantates (graue Fläche linke Bildhälfte) im Kieferknochen (rechte Bildhälfte).

Implantation

 

Implantaten (=künstliche Zahnwurzeln) sind seit 1970 zunehmend eingesetzte Therapiemöglichkeiten, um durch Verlust der Zähne bedingte Funktionsstörungen auch langfristig erfolgreich zu behandeln.

Zähne sind nicht nur ein integraler Bestandteil eines ästhetischen und harmonischen Gesichtsausdrucks, sondern auch eine wichtige Komponente unserer Mundfunktion (Kauen,  Sprechen, Schlucken). Der Zahnverlust führt daher meist zur Einschränkung einer oder mehrerer dieser Teilaspekte, was wiederum mit einem nicht nur subjektiven sondern auch objektiven Verlust an Lebensqualität einhergeht.

Von Zahnverlust können Menschen jeder Altersgruppe betroffen sein, denn die Ursachen sind sehr vielfältig. Neben Sport- und Freizeitunfällen, sind Karies und Parodontitis (=Zahnfleischschwund) die wichtigsten Ursachen für den Zahnverlust. Dieser Verlust wurde früher mit festsitzenden Brücken oder herausnehmbaren Prothesen ausgeglichen.

 Der Zahnersatz dient der ästhetischen und funktionellen Wiederherstellung des Mundraumes, ohne dabei als künstlicher Ersatz aufzufallen. Die Implantologie bietet nun zusätzlich sehr moderne und innovative Ansätze, um diesen Anforderungen gerecht zu werden und ist darüber hinaus in der Lage, das Beschleifen der Zähne für eine festsitzende Brücke zu vermeiden und ermöglicht in vielen Fällen auch einen festsitzenden Zahnersatz statt einer sonst notwendigen herausnehmbaren Prothese. Bei bereits vorhanden Prothesen kann der Halt und die Funktion deutlich verbessert und der weitere Schwund des Kieferknochens deutlich reduziert werden.

 Neben dem Einzelzahnersatz können größere Zahnlücken und ebenso völlig zahnlose Ober- und Unterkiefer mit verschiedenen Versorgungsmöglichkeiten optimal durch Implantate versorgt werden. Je nach Versorgungsziel kommen hierbei unterschiedliche Behandlungsstrategien und Implantatsysteme zum Einsatz.

Implantate bieten eine moderne Alternative und Ergänzung zum herkömmlichen herausnehmbaren Zahnersatz (Prothesen). Durch die verlässliche feste Verankerung des Implantates (=künstliche Zahnwurzel) im Knochen können typische Probleme von herausnehmbarem Zahnersatz wie Haftprobleme und dadurch bedingte Schwierigkeiten während des Essens und Trinkens sowie Druckstellen vermieden werden.

Zur Versorgung einer Zahnlücke ist es nicht mehr notwendig, gesunde Nachbarzähne zu beschleifen. Der zu ersetzende Zahn wird durch ein Implantat ersetzt. Durch die feste Verankerung des Implantates im Knochen (siehe Abbildung) wird der ortständige Knochen direkt, ähnlich der natürlichen Zahnwurzel, belastet. Diese direkte Belastung ist ein wichtiger Reiz für den Erhalt des Knochen- und Stützgewebes Dies ist medizinisch von besonderer Bedeutung, da Implantate den gefürchteten Knochenschwund in zahnlosen Kieferabschnitten verhindern können.