Visual Universitätsmedizin Mainz

Mundhöhlenkarzinome und Rauchen

Definition:

Die meisten Mundhöhlenkarzinome sind Plattenepithelkarzinome. Darunter versteht man eine bösartige Haut- bzw. Schleimhautveränderung der obersten Zellschichten (Plattenepithel) der Haut unterschiedlicher Differenzierungsstufen.

Vorkommen:

3 - 20% aller bösartigen Tumore sind im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich lokalisiert. Häufig betroffen sind Patienten im 5. - 7. Lebensjahrzehnt, Männer bei weitem häufiger als Frauen. Je nach Land liegt die Anzahl der Sterbefälle bei 1 bis 10 je 100.000 Einwohner.

Lokalisation:



 


Symptome:

1. Schmerz (Spätsymptom)

2. Einschränkung der Zungenbewglichkeit

3. Schluckbeschwerden

4. Sensibilitätsausfall ("Gefühlsverlust")

5. Kieferklemme

6. "Sandpapiergefühl"

 

Aussehen:

Die Veränderung kann auf dem Boden einer weißen Schleimhautveränderung entstehen. Diese ist als Leukoplakie im ersten Bild dargestellt. Es handelt sich hierbei um einen schmerzlosen, weißen, nicht abwischbaren Belag. Auffällig ist eine Verhärtung des Gewebes in Form einer Platte oder eines Knotens. Anfangs ist der Knoten gegenüber der Umgebung verschieblich, später fixiert. Es kann in der Umgebung zu Rötung und Schwellung kommen. Die Veränderung selbst kann sich auch als Geschwür mit gelblichgrünem Belag darstellen.

Abb 1: Beispiel einer Mundbodenleukoplakie (weißer, nicht abwischbarer Belag):

 

 

 

Entstehung:

Die Entstehung eines Mundhöhlenkarzinomes wird nach dem heutigen Kenntnisstand durch viele Faktoren verursacht, die zum Teil erst zusammen ihre Wirkung entfalten.

Zahlreiche Studien haben einen Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und dem Mundkarzinom gesichert. Das Risiko daran zu versterben ist bei Rauchern ca. 4mal größer als bei Nichtrauchern. Im Vordergrund steht hierbei der chronische "Tabakgenuß". Pfeifen- und Zigarrenrauchen gilt als besonders risikoreich, aber auch Tabakkauen ("Priemen") ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. In Ländern in denen Tabak gekaut wird ist die Häufigkeit von Mundhöhlenkarzinomen besonders groß. Das Nikotin selbst scheint nicht der auslösende Faktor in diesem Geschehen zu sein. Im Tabak sind verschiedene krebsauslösende Stoffe enthalten ("Karzinogene"):

 

- Nitrosamine

- polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

  (Methylchlorantren, Benzpyren, Benzantren)

 

Als weitere gesicherte Ursache gilt hoher Alkoholkonsum, insbesondere hochprozentige Getränke. Es gibt noch eine Reihe weiterer Faktoren, die für die Entstehung des Mundhöhlenkarzinomes verantwortlich gemacht werden. Hierzu zählen berufliche Belastung mit Asbest, Radon, Nickel und Ernährungsdefizite wie Vitaminmangel. Auch Viren werden für die Entstehung des Mundhöhlenkarzinoms verantwortlich gemacht.

Behandlung:

Als therapeutische Möglichkeiten bestehen operative Entfernung, Chemotherapie und Bestrahlung. Wobei häufig auch Kombintionen zum Einsatz kommen. Wichtigste Maßnahme jedoch ist das frühzeitige Erkennen der Veränderung durch Selbstbeobachtung des Patienten und gewissenhafte ärztliche und zahnärztliche Untersuchung.