
- Das Bild zeigt den intraoperativen Einsatz des Neuromonitoring-Systemes bei einer Operation in der hinteren Schädelgrube. Während der gesamten OP wird das Gerät von einem Mitarbeiter bedient und die Systeme überwacht.
Klinische Neurophysiologie/ Intraoperatives Monitoring
Arbeitsgruppe Neurophysiologie
Mitarbeiter
Dr. Stefan Welschehold
E-Mail:
stefan.welschehold@unimedizin-mainz.de
Dr. André Reuland
E-Mail:
andre.reuland@unimedizin-mainz.de
Dr. Rolf Röder
MTA Angelika Drechsel-Schmitt
E-Mail:
angelika.drechsel@unimedizin-mainz.de
MTA Birgit Stricker-Seibert
E-Mail:
birgit.stricker-seibert@unimedizin-mainz.de
Einleitung
Die Schwerpunkte der klinischen Neurophysiologie lassen sich unterteilen in die Gebiete der klinischen Diagnostik und des Intraoperativen Neuromonitorings (IOM).
Als Untersuchungsverfahren stehen an unserer Klinik alle neurophysiologischem Messverfahren zur Verfügung. Dies beinhaltet somatosensibel evozierte Potentiale (SEP), akustisch evozierten Potentiale (AEP), motorisch evozierten Potentiale (MEP), Elektromyografie (EMG), Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG) sowie Elektro-Enzephalographie (EEG).
Die Betreuung der klinischen Neurophysiologie erfolgt in der Neurochirurgischen Klinik durch ein Team aus Ärzten und medizinisch technischen Assistentinnen.
Aktuell steht der Arbeitsgruppe ein komplettes Intraoperatives-Neuromonitoring-System, ein Diagnostik-Gerät für NLG, SEP, EMG und AEP-Messungen und ein EEG-Gerät zur Verfügung.
Klinische Diagnostik:
Neurophysiologische Verfahren sind geeignet, die direkte Funktionsfähigkeit des Nervensystemes und ggf. ihre Beeinträchtigung aufzuzeigen. Im Rahmen der klinischen Diagnostik liefert dies wichtige Informationen für die Planung des operativen Vorgehens und für die Verlaufsbeurteilung von Erkrankungen.
Intraoperatives Neuromonitoring (IOM)
Beim Intraoperativen Neuromonitoring erfolgt die Überwachung von neurophysiologischen Parametern (SEP, MEP, NLG, AEP) während Operationen an funktionell-neurologisch bedeutsamen Bereichen. Hierzu zählen Operationen am Rückenmark, dem Hirnstamm, der hinteren Schädelgrube, der Zentralregion und dem Thalamus. Hierbei werden dem Operateur während der Operation aktuelle Informationen über den Zustand von funktionellen Systemen wie zum Beispiel dem Bewegungssystem geliefert, die das weitere operative Vorgehen beeinflussen können.
SEP
Bei somatosensibel evozierten Potentialen wird ein peripherer Nerv durch milden elektrischen Strom gereizt und das am Nerven entstehende Potential entlang des Verlaufes bis zum Gehirn aufgezeichnet. Da das entstehende Potential eine sehr niedrige Amplitude (etwa 2 Mikrovolt) hat, ist eine direkte Darstellung nicht möglich. Der Reiz muss zwischen 100 bis 1000 mal appliziert und die empfangenen Signale gemittelt werden. Dies ist nur mit spezieller technischer Ausstattung möglich. Die Grafik zeigt schematisch ein Medianus-SEP. Hier wird der Nervus medianus am Handgelenk gereizt und die entstehenden typischen Potentiale entlang des Nerven, des Rückenmarkes und des Gehirnes aufgezeichnet.
Dies ergibt nicht nur eine Einschätzung der Funktionsfähigkeit des Nervensystemes vor der Operation, bzw. im Verlauf der Erkrankung, sondern kann auch zur Überwachung der zentralnervösen Strukturen während der OP und somit während der Narkose des Patienten, genutzt werden.

