Visual Universitätsmedizin Mainz

Neuroinfectiologie

PD Dr. med. Annette Spreer
Dr. med. Katharina Sandner
Doktoranden: Guido Müller, Felix Hub

Infektionserkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) stellen die behandelnden Ärzte immer wieder vor besondere Herausforderungen an Diagnostik und Therapie. Akut verlaufende Infektionen wie die bakterielle Meningitis sind lebensbedrohliche Erkrankungen, an denen trotz effektiver antimikrobieller Therapie und intensivmedizinischer Behandlung viele Patienten versterben oder Spätfolgen erleiden. Subakut bis chronisch verlaufende neuroinfektiologische Erkrankungen bedürfen immer wieder eines geschulten diagnostischen Blicks der behandelnden Ärzte und zudem oft Ausdauer und Besonnenheit in der Patientenbetreuung. In unserer Arbeitsgruppe bearbeiten wir unter Verwendung unterschiedlicher in vitro und in vivo Modelle und im Rahmen klinischer Forschung neuroinfektiologische, liquoranalytische und intensivmedizinische Fragestellungen.

Forschungsschwerpunkte

Akute bakterielle Meningitis
Akute Infektionserkrankungen des ZNS führen zu Gewebeschädigung im ZNS mit der Folge oft langanhaltender neurologischer Behinderungen der betroffenen Patienten. Am Anfang der ursächlichen multimodalen Schädigungskaskaden stehen die Erreger und ihre Bestandteile. So schädigen Bakterien einerseits durch direkte toxische Effekte Zellen des ZNS, andererseits lösen bakterielle Bestandteile durch Aktivierung der systemischen und ortsständigen Immunantwort Entzündungsreaktionen aus, die ihrerseits die Gewebsschädigung verstärken. Ziel unserer Forschungsaktivitäten ist die Verbesserung der Behandlung von Patienten mit neuroinfektiologischen Erkrankungen.

Neuroborreliose
Die Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionserkrankung in Europa. Als Multisystemerkrankung betrifft sie neben Haut, Gelenken, selten Herz oder Auge, regelmäßig auch das Nervensystem. Eine Neuroborreliose ist meist gut zu diagnostizieren und zu behandeln, chronische oder atypische Verläufe sind selten, jedoch eine besondere Herausforderung an den behandelnden Kliniker. Zudem existiert in der Bevölkerung eine weit verbreitete Verunsicherung zu dieser in Medien und Internetplattformen sehr präsenten Erkrankung. Im Rahmen eines Expertennetzwerkes, welches wir gemeinsam mit den Kollegen vom Nationalen Referenzzentrum für Borrelien und dem Robert-Koch-Institut organisieren, untersuchen wir epidemiologische, diagnostische, therapeutische und prognostische Aspekte der Neuroborreliose (Klinisches Netzwerk Neuroborreliose).

Liquoranalytik und Neurochemie
Die Analytik des Liquor cerebrospinalis ist von zentraler Bedeutung zur frühen Diagnosestellung entzündlicher und insbesondere auch erregerbedingter neurologischer Erkrankungen. Unsere Arbeitsgruppe arbeitet eng mit den in der Routineversorgung tätigen Kollegen des Instituts für Klinische Chemie und Medizinische Mikrobiologie zusammen (www.unimedizin-mainz.de/zentrallabor, www.unimedizin-mainz.de/medizinische-mikrobiologie-und-hygiene). Gemeinsam untersuchen wir Aspekte der Labordiagnostik entzündlicher, erregerbedingter ZNS-Erkrankungen und intensivmedizinische Fragestellungen. Zudem fühlen wir uns als Vertreter der DGLN (http://www.dgln.de/) und Standort der Biobank des „Klinischen Netzwerks Neuroborreliose“ der Aus- und Weiterbildung verpflichtet mit dem Ziel der ständigen Verbesserung der Patientenversorgung.

Kooperationen

- Prof. Bittner, Leiter der Sektion Neuroimmunologie, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsmedizin Mainz
- PD Dr. Rossmann, Oberärztin, Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, Universitätsmedizin Mainz
- Dr. Siegel, Leitender Oberarzt, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene, Universitätsmedizin Mainz
- Dr. Volker Fingerle und Prof. Dr. Dr. Andreas Sing, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Oberschleißheim
- Dr. I. Giotaki, Klinik für Neurologie, Prof. Dr. Dr. Helmut Eiffert, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsmedizin Göttingen
- Prof. Dr. Roland Nau, Chefarzt des Geriatrischen Zentrums, Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende
- Prof. Dr. Hansotto Reiber, ehem. Klinik für Neurologie, Universitätsmedizin Göttingen
- Prof. Dr. Klaus Stark, Dr. Hendrik Wilking, Robert Koch-Institut, Berlin

Gefördert von

- Bundesministerium für Gesundheit /Robert-Koch-Institut Berlin
- Else-Kröner-Fresenius-Stiftung
- Heidenreich von Siebold-Programm der UMG

Publikationen

PubMed

Ansprechpartner / Kontakt

PD Dr. med. Annette Spreer
Oberärztin
E-Mail:  annette.spreer@unimedizin-mainz.de

Arbeitsgruppe
Neuroinfektiologie

Gruppenleiter

PD Dr. med. Annette Spreer

Oberärztin

Klinik und Poliklinik für Neurologie
Langenbeckstr. 1
55131 Mainz

Kontakt

Email:  annette.spreer@unimedizin-mainz.de

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