Visual Universitätsmedizin Mainz

MRT - Magnetresonanztomographie

Die Vorteile der Magnetresonanztomographie (MRT) oder Kernspintomographie sind noch augenscheinlicher. Es lassen sich geringste Abweichungen vom normalen Gewebe erfassen, noch dazu ohne Röntgenstrahlen-Belastung für den Patienten. Im Gegensatz zur Computertomographie wird bei der MRT die Information nicht mit Röntgenstrahlen, sondern durch Anregung von Wasserstoffkernen (Protonen) mit Hochfrequenzwellen und der Kernresonanz ermittelt. Dies erfolgt im Zentrum eines sehr starken Magnetfeldes. Die Dichteverteilung dieser Kerne im Gewebe sowie ihre Bindung an andere Atome beeinflussen die Signale, die aus dem Körper empfangen und mit Hilfe von Computerberechnungen in Bilder umgewandelt werden. Die Entdecker der physikalischen Grundlagen der Magnetresonanztomographie, Bloch und Purcell, wurden 1949 ebenfalls mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Die MRT erzeugt Schnittbilder des menschlichen Körpers in beliebiger Richtung. Sie erlaubt es, ohne bisher erkennbares Risiko Gewebeveränderungen und funktionelle Störungen von Organen zu erkennen. Eine Ausnahme stellen leider Patienten mit Herzschrittmachern oder eisenhaltigen Metall-Implantaten oder Metallsplitter-Verletzungen dar, die nicht ohne hohes Risiko in dem starken Magnetfeld untersucht werden dürfen. Der Patient liegt bei der Untersuchung auf einem beweglichen Tisch, der durch eine Öffnung in einen großen und sehr starken Magneten (bis zum einhunderttausendfachen des Erdmagnetfeldes) hineingeschoben wird. Um den zu untersuchenden Körperteil wird eine Magnetfeldspule gelegt. Durch Anregungspulse, die der Patient als Klopfgeräusch wahrnimmt, werden Aufnahmen der Untersuchungsregion in frei wählbaren Körperebenen angefertigt.

Die MRT wird in der Neuroradiologie vor allem für Untersuchungen des Gehirns, des Gesichts, der Augen, der Wirbelsäule und des Rückenmarks sowie der  Gefäße (Arterien und Venen) eingesetzt. Sie gestattet es, krankhafte Veränderungen der Weichteile besser zu erkennen. Zuverlässiger als mit der Computertomographie können mit Spezialverfahren (Messung der Wasser-Diffusion, der Gewebe-Durchblutung (Perfusion) und der MRT-Angiographie) frische Schlaganfälle innerhalb von 10 Minuten exakt lokalisiert und Gefäßverschlüsse erkannt werden. Winzige Tumoren, Hirnabbauprozesse (Alzheimer-Erkrankung, Morbus Parkinson), Gehirnentzündungen (Enzephalitiden), Anfallsursachen (Epilepsie), Entmarkungen (multiple Sklerose) oder Folgeschäden nach Unfällen lassen sich gut differenzieren. Auch Missbildungen von Gehirn und Rückenmark einschließlich der Gefäßmalformationen (Aneurysmen, Angiome, Fisteln) sind mit den heutigen hochauflösenden MRT-Angiographien ab einem Durchmesser von 3-4 mm erkennbar. Mit 3D-Datensätzen der MRT lassen sich in Simulationsgeräten minimal-invasive Operationen planen und während der Operation Zugangswege und Ziel mittels Neuronavigation exakt lokalisieren.

Die Bedeutung der MRT erschöpft sich jedoch nicht in der reinen Bildgebung. In den letzten Jahren erweiterte sich ihr Anwendungsbereich mittels Spektroskopie auf die biochemische Gewebedifferenzierung von Zelluntergang, Stoffwechselstörungen und Tumoren, auch zur Einschätzung des Tumor-Wachstums. Darüber hinaus kann die Funktion bestimmter Hirnareale durch Aktivierung von Einzelleistungen wie Sprechen, Sehen, Hören oder Bewegen dargestellt werden, was ebenfalls zur Operationsplanung genutzt wird. Mit der Diffusionsmessung lassen sich über die Infarkt-Diagnostik hinaus Tumoren und Abbau-Prozesse charakterisieren und die Nervenbahnen des Gehirns darstellen (sog. "Fiber Tracking"). Diffusions- und Perfusionsmessungen werden außerdem zur Beurteilung von Tumoren und zum Nachweis einer chronischen Mangeldurchblutung z. B. bei Verengungen (Stenosen) der Halsschlagadern eingesetzt. Schließlich lässt sich in der MRT auch das Strömungsverhalten von Liquor (Nervenwasser) direkt messen. Damit lassen sich Einengungen und Verschlüsse der Abflusswege aus den Hirnkammern (Ventrikel und Zisternen) nachweisen.


Herde bei multipler Sklerose / Hirnentzündung durch Herpes-Viren
  • Herde bei multipler Sklerose (Links)
  • Hirnentzündung durch Herpes-Viren (Rechts)



Akuter Hirninfarkt / Infarkt nach 5 Tagen
  • Akuter Hirninfarkt mit leichter Störung der Diffusion und ausgedehnter Durchblutungsstörung. (Links)
  • Infarktvergrößerung nach 5 Tagen, Durchblutung jetzt normal. (Rechts)



Tumor (Meningeom) / Hirntumor (Gliom) mit typischem Spektrum
  • Tumor (Meningeom) mit Verlegung eines Blutleiters (Links)
  • Hirntumor (Gliom) mit typischem Spektrum (Mitte, Rechts)



fMRI / Fiber Tracking / 3D Hirnstamm
  • Aktivierung (gelb) durch Fingerbewegung bei einem Kavernom (Links)
  • Fiber Tracking der Pyramidenbahn bei einem Hirntumor zur Operationsplanung (Mitte)
  • 3D- Ansicht des Hirnstammes mit Arterien (rot) bei Trigeminus-Neuralgie (Rechts)



Bandscheibenvorfall in Höhe L5/S
  • Bandscheibenvorfall in Höhe L5/S1 (Links, Mitte)
  • Bruch (Fraktur) der Wirbelsäule mit Rückenmarksschädigung (Rechts)
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