Visual Universitätsmedizin Mainz

Integration der Palliativmedizin in das Gesundheitswesen

Neben dem Aufbau spezialisierter palliativmedizinischer Einrichtungen stellt die Integration der Palliativmedizin in die bestehenden Strukturen des Gesundheitssystems eine besondere Herausforderung dar. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Erfassung des „Ist-Zustandes“. Hierzu konnten für Rheinland-Pfalz im Rahmen der sektorenübergreifenden EPACS-Studie (Establishment of Hospice and Palliative Care Services in Germany) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Universitätsmedizin Mainz wichtige Erkenntnisse zu Defiziten in der ambulanten und stationären Betreuung sterbender Patienten sowie zu aktuellen und gewünschten Sterbeorten gewonnen werden (siehe Publikationsliste). Aktuelle Fragestellungen betreffen unter anderem

  • die frühe Integration der Palliativmedizin in die Betreuung onkologischer Patienten. Hier werden derzeit die im Rahmen von zwei Projekten gewonnen Daten zur Prognoseabschätzung mittels der „Surprise Question“ sowie von „patient reported outcomes“ bei onkologischen Patienten mit begrenzter Lebenserwartung ausgewertet.

  • die wissenschaftliche Begleitung der Einführung der sogenannten "Handlungsempfehlung für Sterbende" (früher: Liverpool Care Pathway) auf mehreren Akutstationen der Universitätsmedizin Mainz.

  • die Schließung der Versorgungslücke für PatientInnen, die unter Beschwerden im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung leiden, die aktuell in der Regelversorgung kein adäquates Angebot zur Wiederherstellung oder Verbesserung ihrer Lebensqualität finden. Dies kann während und jenseits erkrankungsmodifizierender Therapien der Fall sein. Diese Situationen sind auch für begleitende Angehörige oder Freunde belastend. Das Projekt Tagesklinik will zur Verbesserung der Versorgungsqualität und Behebung von Versorgungsdefiziten beitragen und der Optimierung der interdisziplinären und sektorübergreifenden Zusammenarbeit dienen.

  • die palliativmedizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hämato-onkologischen Erkrankungen. Prognosen sind bei diesen Erkrankungen in der Regel schwer zu stellen, nichtsdestoweniger vesteht aber Bedarf an Betreuung aus dem Bereich palliativmediznischer Konzepte. Aktuell wird ein Fragebogen zur Verbesserung der Lebensqualität von Erkrankten mit Multiplem Myelom validiert.