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Arbeitsschwerpunkt Pädiatrische Versorgungsforschung

Definition Pädiatrische Versorgungsforschung

Die Pädiatrische Versorgungforschung untersucht Inanspruchnahme, Wirkungen, Kosten und Umstände der Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen unter Alltagsbedingungen. Dies umfasst nicht nur die Versorgung von Patienten im krankenkassenfinanzierten medizinischen System, sondern beinhaltet auch Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention in den außerklinischen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Als Teilaspekt von Public Health möchte die Pädiatrische Versorgungsforschung auch zu einer Verbesserung der populationsbezogenen Gesundheitslage von Kindern und Jugendlichen beitragen. Damit spielt neben den gesundheitlichen Bedarfen von Zielpopulationen auch der möglichst chancengleiche Zugang der Familien und Kinder zum Versorgungssystem eine große Rolle. Im Kern fokussiert die Pädiatrische Versorgungsforschung immer darauf ab zu untersuchen, was tatsächlich bei den Kindern und Familien ankommt und wie gesundheitliche Beratung, Prävention und klinische Versorgung unter Alltagsbedingungen effektiv und effizient sein können.

Zielsetzung des Arbeitsschwerpunkts

Die Pädiatrische Versorgungsforschung baut auf der breiten pädiatrischen, epidemiologischen und methodischen Expertise des IMBEI auf. Dabei sollen die Qualität und Effektivität von Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen verbessert werden. Hierbei haben wir folgende

Ziele:

  1. Die Verbreitung und methodische Operationalisierung patientenzentrierter generischer Endpunkte wie Teilhabe, Partizipation und Bildungserwerb
  2.  

  3. Die Verbesserung der Schnittstellen und Synergien zwischen Versorgungsangeboten im klassischen krankenkassenfinanzierten System und in anderen für Kinder und Jugendliche ausschlaggebenden Systemen wie z.B. öffentlicher Gesundheitsdienst, Bildungssystem und Sozialsystem
  4. Die Evaluation präventiver Versorgungsmaßnahmen, welche besonders im Kindes- und Jugendalter eine große zukünftige Kostenersparnis versprechen
  5.  

  6. Die Fokussierung auf soziale Faktoren, Barrieren und besondere vulnerable Zielgruppen, mit dem Ziel der Reduktion sozialer Ungleichheiten in der Kinder- und Jugendgesundheit
  7.  

  8. Die Nutzung am IMBEI vorliegender, umfassender Datenbestände des z.B. Deutschen Kinderkrebsregisters, Geburtenregisters Mainzer Modell, PIK und ikidS-Studien und Schuleingangsuntersuchungen

Aktuelle Projekte

Die aktuellen Projekte der Pädiatrischen Versorgungsforschung umfassen

·      Epidemiologische Erfassung der Versorgungslage chronisch kranker Kinder in Schulen (Projekt: ikidS I, Förderung: BMBF)

·       Systematisches Cochrane-Review zur Effektivität von schulbasierten Interventionen für chronisch kranke Kinder (Projekt: ikidS II, Förderung: BMBF)

·      Etablierung von Schulgesundheitsfachkräften zur Unterstützung chronisch kranker Kinder in Grundschulen (Projekt: ikidS II, Förderung: BMBF)

·      Evaluation einer komplexen Intervention zur Prävention von unerwünschten Arzneimittelreaktionen bei Kindern in Kinderarztpraxen und Kinderkliniken über eine multizentrische cluster-randomisierte Studie (Projekt KiDSafe (Pdf , 80,5 KB); Förderung: Innovationsfonds Versorgungsforschung des G-BA)

Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael Urschitz

Abteilung Pädiatrische Epidemiologie 

Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik

Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz 

Postanschrift: 55101 Mainz 

Besucheradresse: Gebäude 902, 2. Etage, Raum 215, Obere Zahlbacher Str. 69, 55131 Mainz 

Tel: +49 6131 17 3122 

E-Mail:  urschitz@uni-mainz.de