Visual Universitätsmedizin Mainz

GMP-VTE

Eine prospektive Kohortenstudie zur Identifizierung und Evaluation neuer und etablierter biochemischer und genetischer Marker bei venösen Thromboembolien und deren Folgeerkrankungen.

  • Studienleiter:

    • Univ.-Prof. Dr. med. Philipp Wild, M.Sc. (Koordination)
    • Univ.-Prof. Dr. med. Stavros Konstantinides

Thema

Venöse Thromboembolie (VTE); Lungenembolie; Tiefe Beinvenenthrombose (TVT)

Studiendesign

Epidemiologische, prospektive Kohortenstudie

Studienteilnehmer

Insgesamt 664 Personen mit akuter Lungenembolie und/oder akuter tiefer Beinvenenthrombose (TVT)

Einschlusskriterien

  • Alter ≥ 18 Jahre und schriftliche Zustimmung
  • VTE Diagnose mittels bildgebendem Standardverfahren

Status

664 Studienteilnehmer (Auswertung)

Ziele

  • Identifizierung von Proteinen, die die Krankheitsentwicklung und Prognose von venösen Thromboembolien beeinflussen könnten
  • Verbesserung des biologischen Verständnisses venöser Thromboembolien
  • • Mögliche Entwicklung neuer VTE Subtypen
  • Evaluation neuer therapeutischer Ziele

Studienverlauf

  • Basisvisite (klinische Daten, Biomaterial, Proteindaten und Genotypdaten, Subgruppe Thrombozytenfunktion)
  • Follow-up 3/6 Monate (klinische Daten, Biomaterial, Subgruppe Thrombozytenfunktion)
  • Follow-up 12 Monate (klinische Daten, Biomaterial, Proteindaten, Subgruppe Thrombozytenfunktion)
  • Follow-up 24 Monate (klinische Daten, Biomaterial, Subgruppe Thrombozytenfunktion)

Zusammenfassung

In der bisherigen wissenschaftlichen Forschung konnten verschiedene klinische, genetische und erworbene Risikofaktoren für venöse Thromboembolien (VTE) identifiziert werden. Die molekulare Pathophysiologie und die Mechanismen des Krankheitsverlaufs sind jedoch noch weitestgehend unbekannt. Dies spiegelt sich u.a. in Ungewissheiten hinsichtlich der primären und sekundären Prävention von VTE und der optimalen Dauer der antithrombotischen Therapie wider. Eine wachsende Anzahl von Literaturstellen weist auf klinisch relevante Unterschiede zwischen VTE-Phänotypen (z. B. tiefe Venenthrombose (TVT) vs. Lungenembolien, unprovozierte vs. provozierte venöse thromboemoblische Ereignisse) hin. Umfangreiche Verbindungen zu kardiovaskulären, entzündlichen und immunbedingten Erkrankungen belegen die Komplexität der Krankheit. Das GMP-VTE-Projekt ist eine prospektive, multizentrische Kohortenstudie an Personen mit objektiv bestätigter VTE. Die sequentielle Datenerhebung wurde zum Zeitpunkt des akuten Ereignisses und während der seriellen Nachuntersuchungen durchgeführt. Für mehrdimensionale Datenanalysen mittels fortgeschrittener statistischer, bioinformatischer und maschineller Lernmethoden stehen verschiedene Datenebenen (z. B. klinische, genetische, proteomische und Thrombozyten-Daten) zur Verfügung.

Der systemorientierte Ansatz für den umfassenden Datensatz des GMP-VTE-Projekts kann neue biologische Erkenntnisse über die Pathophysiologie von VTE liefern und unser derzeitiges Verständnis und Management von VTE verbessern.