Visual Universitätsmedizin Mainz

VTEval-Projekt

Eine prospektive Kohortenstudie zur Bewertung der Diagnose, des Managements und der Ergebnisse bei Patienten mit venösen Thromboembolien

  • Studienleiter:

    • Univ.-Prof. Dr. med. Philipp Wild, MSc

Thema

Venöse Thromboembolie (VTE): tiefe Venenthrombose (TVT) und Lungenembolie (LAE)

Studiendesign

Beobachtende, prospektive Langzeitkohortenstudie

Studienteilnehmer

Patienten von mindestens 18 Jahren mit Verdacht auf ein VTE-Ereignis (eine schriftliche Einwilligung ist erforderlich)

  • Kohorte 1: klinischer Verdacht auf akute LAE (mit oder ohne TVT)
  • Kohorte 2: klinischer Verdacht auf akute TVT (ohne symptomatische LAE)
  • Kohorte 3: zufällig diagnostizierte VTE

Status

Laufend
Rekrutierung seit 2013

Ziele

  • Beurteilung neuer klinischer Managementstrategien und Verbesserung der Diagnose für VTE

    • Bewertung humoraler Biomarker, nichtinvasiver Bildgebungsparameter, Systembiologie und Risikofaktoren für die Diagnose akuter VTE
    • Optimierung der Pfade für das Best-Practice-Management von VTE und die Erstellung von Bewertungen für die klinische Entscheidungsfindung

  • Bewertung der Ergebnisse von VTE und Verbesserung der Risikostratifizierung

    • Identifizierung von Markern für die Risikostratifizierung und Prognose von VTE
    • Risikokennzahlen für primäre und sekundäre VTE
    • Bestimmung der Determinanten für VTE-Komplikationen
    • Häufigkeiten kardiovaskulärer und nicht-kardiovaskulärer Ereignisse nach VTE
    • Untersuchung des VTE-Risikoprofils, der Ergebnisse und der Prognose in Bezug auf Komorbiditäten, Geschlechtsunterschiede, ethnische Minderheiten und Geriatrie
    • Bewertung der Phänotypen subklinischer Erkrankungen bei VTE

  • Einrichtung einer langfristigen Ressource für umfassende Forschung in VTE

    • Entwicklung eines Dokumentationssystems für eine qualitativ hochwertige und standardisierte Datenerfassung für klinische und wissenschaftliche Zwecke, einschließlich eines Qualitätsmanagementsystems
    • Etablierung einer großen prospektiven Kohorte von Personen mit Verdacht auf asymptomatische und symptomatische VTE
    • Aufbau eines groß angelegten Biobankings mit hochstandardisierten Methoden
    • Erweiterung des Projekts auf eine Multicenter-Kohorte unter Verwendung eines modularen Konzeptes

Studienverlauf

  • Studiendauer pro Teilnehmer: 6 Jahre

    • Krankheitsinduzierte Kontrolluntersuchungen bis zu zwei Jahren nach Ereignis
    • Telefoninterviews bis zu sechs Jahren nach Einschluss (max. sieben Interviews)

Zusammenfassung

Venöse Thromboembolien (VTE) sind eine lebensbedrohliche Krankheit und gelten in den Industrieländern als ein wichtiges Problem für die öffentliche Gesundheit. Trotz langjähriger Erforschung der VTE haben einige Aspekte, wie das Risikoprofil für kardiovaskuläre Erkrankungen, noch keine detaillierte Betrachtung erfahren.

Um klinische und wissenschaftlich fundierte Nachweise zu den genannten Themen zu liefern, hat das Center of Thrombosis and Hemostasis (CTH) – ein Modellzentrum zur Unterstützung von Forschung, Behandlung und medizinischer Ausbildung im Bereich Thrombose und Hämostase an der UMCM – das VTEval-Projekt konzipiert.

Das VTEval-Projekt ist eine prospektive Langzeitbeobachtungsstudie zur Bewertung und Verbesserung der VTE-Diagnostik, des klinischen Managements, der Ergebnisse und der Behandlung. Ziel ist eine systematische Beurteilung der Erkrankung, die den Krankheitsstatus (Symptome, klinische und subklinische Aspekte), das Risikoprofil (klassische, psychosoziale und umweltbedingte Faktoren) sowie die Systembiologie einschließt. Durch die standardisierte und harmonisierte Datenerfassung wird eine nachhaltige Ressource für umfassende VTE-Forschung geschaffen, die sowohl für die kurz- als auch für die langfristige Analyse verwendet wird.

Das Wissen über VTE ist von großer Bedeutung, da es zur Verbesserung der klinischen Entscheidungsfindung, der klinischen Überwachung sowie des Aufbaus spezifischer Präventionsprogramme beitragen wird. Dies wird die Prognose und die Lebensqualität der Bevölkerung verbessern.