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22. Oktober 2015

Gutenberg Forschungskolleg ernennt Jonathan Kipnis und Jochen Roeper zu GFK-Fellows

Zwei international herausragende Neurowissenschaftler verstärken die Forschungszentren Immuntherapie und Translationale Neurowissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Der Neuroimmunologe Prof. Dr. Jonathan Kipnis und der Neurophysiologe Prof. Dr. Jochen Roeper wurden jetzt vom Gutenberg Forschungskolleg (GFK) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zu Fellows ernannt. Beide Wissenschaftler werden Arbeitsgruppen – assoziiert an die Forschungszentren für Translationale Neurowissenschaften (FTN) bzw. für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – aufbauen.

Prof. Dr. Jonathan Kipnis gelang 2015 im Rahmen seiner Forschertätigkeit an der Schnittstelle zwischen Neurobiologie und Immunologie eine bahnbrechende Entdeckung: Er konnte erstmals die Existenz von meningealen Lymphgefäßen und ihre entwässernde Funktion im Zentralnervensystem (ZNS) nachweisen. Diese Entdeckung könnte weitreichende Folgen für die Neurowissenschaften haben, ermöglicht sie doch einen Blick auf die sogenannten mechanistischen Aspekte der Immunüberwachung im Gehirn. Darüber hinaus ebnet diese Erkenntnis potenziell den Weg für ganz neue Erklärungsansätze bezogen auf neurodegenerative Erkrankungen wie beispielsweise Multiple Sklerose oder Alzheimer. „Professor Jonathan Kipnis wird im Rahmen seines GFK-Fellowships seine richtungweisende Forschung in diesem Bereich an der Universitätsmedizin Mainz fortsetzen. Für FTN und FZI ergeben sich daraus wertvolle Impulse für künftige Forschungsprojekte, die einen wichtigen Beitrag zum Verstehen des Immunsystems leisten“, sagt der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann. Neben dem Aufbau einer Arbeitsgruppe wird Prof. Kipnis im Sonderforschungsbereich SFB/TR 128 „Initiierungs-, Effektor- und Regulationsmechanismen bei Multipler Sklerose – von einem neuen Verständnis der Pathogenese zur Therapie“ mitarbeiten.

Gleichermaßen einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis neurologischer und neuropsychiatrischer Erkrankungen bedeuten die Forschungen von Prof. Dr. Jochen Roeper zu dopaminergen Neuronen des Mittelhirns. Im Zuge seines GFK-Fellowships wird Prof. Jochen Roeper eine Arbeitsgruppe an der Universitätsmedizin Mainz aufbauen und gemeinsam mit den Wissenschaftlern von FTN weiter an der Erklärung wichtiger Hirnfunktionen und Mechanismen menschlicher Erkrankungen forschen. „Genau wie Professor Kipnis eilt Professor Roeper ein exzellenter Ruf voraus, und er zählt zu den weltweit renommierten Forschern auf seinem Gebiet. Die Bewilligung des GFK-Fellowships für ihn ist ebenfalls ein wichtiges Signal für den Forschungsstandort Mainz“, so der Wissenschaftliche Vorstand.

„Ich freue mich, dass es uns und unseren Kollegen aus der Universitätsmedizin gelungen ist, zwei hervorragende Wissenschaftler als GFK-Fellows an die Johannes Gutenberg-Universität zu binden und damit bestehende regionale und internationale Kooperationen zu vertiefen. Ihre regelmäßigen Gastaufenthalte in Mainz und der Aufbau eigener Arbeitsgruppen werden die neurowissenschaftliche und immunologische Forschung weiter stärken“ ergänzt Univ.-Prof. Dr. Matthias Neubert, der Direktor des GFK.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat das Gutenberg Forschungskolleg im Jahr 2007 eingerichtet, um die wissenschaftlichen Stärken der Universität hervorzuheben und prospektiv vielversprechende neue Forschungsfelder zu fördern. Fellowships gelten als wichtigstes Instrument des GFK. Sie zielen darauf ab, herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finanziell zu unterstützen und ihnen ideale Rahmenbedingungen zur Durchführung ihrer Forschungsvorhaben am Wissenschaftsstandort Mainz zu bieten.

 

Zur Person Jonathan Kipnis:

Jonathan Kipnis promovierte im Jahr 2004 am Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel im Fach Neuroimmunologie und war dort auch Postdoc. Im Jahr 2007 begann er als Assistant Professor am Department of Neuroscience der Universität von Virginia in Charlottesville, USA. Im Jahr 2012 wurde er dort der erste Direktor des Center for Brain Immunology and Glia (BIG) und ordentlicher Professor in den Fächern Ophthalmologie und Neurowissenschaften. Mit mehreren Publikationen in hochrangigen wissenschaftlichen Journalen zählt er zu den herausragenden Forscherpersönlichkeiten seines Fachs.

 

Zur Person Jochen Roeper:

Jochen Roeper promovierte im Jahr 1992 im Fach Humanmedizin an der Universität Hamburg. Bis 1994 war er Postdoc am Department of Physiology der University of Oxford in England. Von 1994 bis 1999 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Zentrum für Molekulare Neurobiologie (ZMNH) der Universität Hamburg. Anschließend war er bis 2002 Assistant Professor an der MRC Anatomical Neuropharmacology Unit der University of Oxford. Von 2002 bis 2007 hatte er eine C3-Professur am Institut für Physiologie an der Philipps-Universität Marburg inne. Seit 2007 ist er Direktor des Instituts für Neurophysiologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main und seit 2008 dort auch Direktor des Zentrums für Physiologie. Sein hohes internationales Ansehen flankieren zahlreiche Publikationen in bedeutenden wissenschaftlichen Journalen.

 

Bildunterzeile: Die beiden neuen GFK-Fellows Jochen Roeper und Jonathan Kipnis (v. l. n. r.)
Bildquelle: Privat

 

 

Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Matthias Neubert
Direktor des Gutenberg Forschungskolleg
der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Telefon 06131 39-23681
E-Mail: gfk@uni-mainz.de

 

Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131  17-7424, Fax 06131  17-3496, E-Mail:  pr@unimedizin-mainz.de

 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

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