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7. Februar 2014

Kontinuierlich hohe Fluglärmbelastung auf dem Gelände der Universitätsmedizin

Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz und die Universitätsmedizin Mainz präsentieren neue Messergebnisse

Die Fluglärmbelastung über der Universitätsmedizin Mainz und dem angrenzenden Gelände ist sowohl tagsüber als auch nachts hoch. Daten der auf dem Gelände der Universitätsmedizin aufgestellten Fluglärmmessstation zeigen nach wie vor Höchstwerte von 76 dB(A). Nach den so genannten „WHO Night Noise Guidelines for Europe“ sind bei Außen-Mittelungspegeln ab 40 dB(A) in der Nacht schädliche Gesundheitseffekte messbar. Empfohlene Spitzenwerte von 55 dB(A) in der Nacht werden auf dem Gelände der Universitätsmedizin teilweise um bis zu 20 dB(A) überschritten. Diese und andere Messwerte präsentierte und erläuterte heute Dr. Stefan Hill, Leiter des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, gemeinsam mit dem stellvertretenden Medizinischen Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Karl Lackner, und Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik. Des Weiteren nahm Gesundheitsminister Alexander Schweitzer an der Pressekonferenz teil.

Seit Februar 2013 zeichnet eine Fluglärmmessstation des Landesamts für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht auf dem Gelände der Universitätsmedizin Daten zur Fluglärmbelastung auf. Erste Messergebnisse für die Monate Februar, März und April 2013 waren im August letzten Jahres erstmals vorgestellt worden. Die Messergebnisse zeigten durchschnittlich 4200 Fluglärmereignisse im Monat, in der Regel lagen die Maximalpegel der Überflüge zwischen 60 und 65 dB(A), einzelne Überflüge bewirkten Spitzenwerte von bis zu 76 dB(A).

Die neuen Ergebnisse betreffen die Monate Juli und Oktober 2013. Sie bestätigen noch einmal die zuvor bereits gewonnene Erkenntnis, dass die meisten Fluglärmereignisse in den Zeiten der Tages- und Nachtrandzonen, den späten Vormittagsstunden und den Nachmittagsstunden zwischen 15 und 17 Uhr liegen. Insbesondere in den frühen Morgenstunden treten Überflüge mit Maximalpegeln von mehr als 68 dB(A) auf. Die Fluglärm-Mittelungspegel für den Nachtzeitraum liegen für 4 der 5 ausgewerteten Monate über den Empfehlungen der WHO von 40 dB(A).

Der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, Dr. Stefan Hill, kommentiert diese Situation: „Die an der Universitätsmedizin bereits durch die städtische Lage bestehende Lärmsituation wurde durch die neue direkt über die Universitätsmedizin gelegte Anflugroute weiter verstärkt. Während der fünf Monate gab es pro Monat durchschnittlich 236 Fluglärmereignisse zwischen 22 und 06 Uhr, das heißt etwa acht Ereignisse pro Nacht.

Ein neuer und wichtiger Aspekt ist, dass jetzt – im Vergleich zur vorangegangenen Messreihe – die Fluglärm-Mittelungspegel bei unterschiedlichen Betriebsrichtungsverteilungen vergleichbar sind. „Auf Grundlage dessen, lässt sich ganz klar feststellen: Die Universitätsmedizin ist nicht nur bei Ostwind, sondern auch bei Westwind, hier in erster Linie durch die startenden Maschinen, betroffen“, bemerkt Dr. Stefan Hill dazu.

Der Gesundheitsminister des Landes Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, erklärte: „Der Ausbau des Frankfurter Flughafens hat nicht nur Auswirkungen auf die angrenzenden hessischen Kommunen, sondern auch auf die unter den Anflugrouten liegenden rheinland-pfälzischen Gemeinden. Die Betroffenheit bei den Anwohnerinnen und Anwohnern ist groß. Bei der Belastung der Universitätsmedizin wird der Zusammenhang zwischen Lärm und Gesundheit jedoch noch deutlicher. Hier liegen zum Teil schwer kranke Patientinnen und Patienten, die für ihre Genesung nicht nur einer optimalen medizinischen und pflegerischen Versorgung, sondern auch einer heilungsfördernden Umgebung bedürfen. Davon kann bei häufigen Schlafunterbrechungen bei Nachtflügen kaum die Rede sein.“

Kardiologe Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, betont: „Es ist nach wie vor unfassbar, dass man eine neue Landebahn gebaut hat, in deren direkter Verlängerung nur 20 Kilometer entfernt die Universitätsmedizin liegt. Die Flugzeuge fliegen viel zu tief über die Uniklinik und haben zu einem großen Prozentsatz schon die Räder ausgefahren, was den Lärm weiter unnötigerweise verschärft. Meiner Meinung nach muss es schnell einen „runden Tisch“ geben, wo diese Ergebnisse diskutiert und Sofortmaßnahmen zum Schutze unserer Patienten beschlossen werden.“

„Die neuen Ergebnisse bestätigen, dass wir hierorts von einer konstant hohen Lärmbelastung ausgehen müssen. Für die Genesung unserer zum Teil schwerkranken Patienten ist das alles andere als förderlich. Es gibt daher unverändert Handlungsbedarf, auf den wir unvermindert drängen werden“, unterstreicht der stellvertretende Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Karl Lackner.

 

Bildunterzeile: Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik, der stellvertretende Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Karl Lackner, der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Alexander Schweitzer, der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, Dr. Stefan Hill präsentieren die Ergebnisse der Fluglärmmessungen.

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